Kategorie: Catcity, Outer Game - Catcity

Der Vorteil von SMS liegt auf der Hand – die relative Distanz zum Gegenüber und zum Geschehen.
Der Nachteil von SMS liegt ebenfalls auf der Hand – die relative Distanz zum Gegenüber und zum Geschehen.

Das heißt, im besten Falle fühlt man sich sicher, weil keine direkte Konfrontation entsteht. Man kann Sachen sagen und Dinge vorschlagen, ohne sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen.
Im schlechtesten Falle heißt das allerdings auch, dass rein gar nichts passiert, eben weil keine direkte Konfrontation entsteht.

Als Frau kann man es mit verschiedenen Typen von SMS schreibenden Männern zu tun haben.

Zum Beispiel dem, der gar nicht schreibt. Du schickst ihm eine super formulierte, auffordernde SMS oder auch nur eine Frage, und es kommt – nichts. In den meisten Fällen hat der Typ einfach keinen Bock zu tippen, ist ihm alles zu mühsam. Wenn du Glück hast, ruft er einfach an. Wenn du Pech hast, ist er so genervt allein von der Aussicht auf Textkommunikation, dass du quasi in seinem Kommunikationsmülleimer landest.

Sein Gegenspieler ist der Typ, der sich in endlosen SMS ergeht. Er schreibt, und schreibt, und … es klingt alles fantastisch. Einen Moment bist du hingerissen, seinen Plänen zu glauben, du freust dich – hey, endlich mal ein Mann, der Ideen hat und sie auch äußern kann. Allein: Ganz gern mal bleibt es auch bei der Äußerung. Dieser Mann lebt vor allem in seiner Fantasie, die Idee allein beflügelt ihn mehr als die Ausführung.
Und am Ende ist er genau so ein Frustrationskandidat wie der Nicht-Schreiber.

In der Praxis heißt das für uns vor allem, SMS bewusst einzusetzen.
Schnell abzuschätzen, mit welchem Typ man es zu tun hat: Kann man mit ihm eine verbindliche Verabredung per SMS treffen? Antwortet er zeitnah? Denn wenn nicht, muss man wohl oder übel auf den grünen Hörer drücken und das Ganze verbal erledigen …

Die Regeln sind so einfach wie schwer umzusetzen.
Nutze SMS nur für Ideen, nicht für Ziele.
Ruf an, wenn es um Verabredungen oder Dinge mit Klärungsbedarf geht.
Schreib ihm, wenn du ihn animieren willst, loben, bezaubern, necken …

Zwei kleine Beispiele aus Esperames reichem Erfahrungsschatz (und man lernt ja aus allem).

Sie schreibt einem Kerl: „HITZEWALLUNGEN! Und die liegen nicht nur am Wetter …”
Er antwortet sofort, ergeht sich wenig später in Fantasien und das ganze führt 2 Tage später zu einem erfolgreichen Treffen.
Hier war die SMS ein hervorragendes Mittel, ihn aus sich herauszulocken und zur Eskalation zu bringen.

Ein Typ schreibt ihr: „Was machst du? Gehen wir was trinken?”
Sie antwortet, wider besseren Wissens: „Bin in der Stadt, Bier um 10?”
Er antwortet eine Stunde nicht und lässt sich auch im Verlauf des Abends mehr als bitten – am Ende kommt es zu keinem Treffen, obwohl es ursprünglich sein Vorschlag war.
Esperame amüsiert sich über sowas, und sie lernt: Den hier musst du anrufen, der ist ein Realitätsschisser.
Hier war die SMS das denkbar schlechteste Mittel, eine Eskalation in Gang zu bringen.

SMS sind eine großartige Möglichkeit – wenn man sie als Zusatzfeature nutzt, und nicht als Werkzeug. Sie können immer nur Ergänzung sein … als solche sind sie aber unübertroffen!

Esperame

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