Kategorie: Catcity, Inner Game - Catcity
♀ | Silber oder Gold: Sprich mit mir. Ein HOW TO.
22. August 2008

Wenn du ein Mädchen bist, dann könnte es sein, dass du ständig angesprochen wirst. Es könnte sein, dass du im Club keine zwei Minuten an der Bar stehen kannst, ohne einen Kerl an der Backe zu haben, der dich wahlweise über die neuesten Erkenntnisse der atomaren Physik, des juristischen Staatsexamens oder der besten Band der Welt aufklären will. Vielleicht hält er sich aber auch nicht lange mit Quatschen auf, es könnte genauso gut sein, dass er die „Ware”, also dich, gleich genauer in Augenschein nimmt bzw taktil begutachtet. Sprich: er glotzt dir wahlweise in den Ausschnitt oder tätschelt dir den Hintern; uneingeladen, versteht sich.
Umgekehrt könnte es sein, dass du eines dieser Mädchen bist, die nie angesprochen werden. Die noch so reizend aufgerüscht, noch so einladend ausstaffiert, noch so unterhaltsam gebildet sein können: egal wie lang sie an der Bar rumstehen, kein Mann kommt in ihre Nähe. Klar, alle glotzen von Ferne, werfen begehrliche Blicke, lächeln womöglich freundlich herüber. Aber ein „Na, auch hier” bekommen sie nicht zu hören, nicht an diesem Abend, und auch an keinem anderen.
Oft haben wir uns die Interaktion mit Männern über die Jahre abtrainiert, wurden von zu vielen Idioten angequatscht, wussten zu oft nicht, wie reagieren, wie wieder raus, wie ihm jetzt nicht die Nummer geben, wie flüchten ohne dass er das Gesicht verliert … oder wir.
Wir haben beschlossen, lieber gar nicht mehr angesprochen zu werden. Wir haben auf jedes Wort eines Fremden mit „Nein, danke” reagiert – wir haben unsere Offenheit Neuem gegenüber verloren. Und wir waren froh darum.
Bis wir feststellten, dass die Jungs, die wir schon kannten, nicht für ein Leben ausreichen würden, und dass die Jungs, die wir selbst angesprochen hatten, sich nicht unbedingt so verhielten, wie wir uns das gewünscht hätten.
Eine neue Strategie musste her, jetzt rausgehen, jetzt aufbrezeln, jetzt klarmachen … oder lieber: klargemacht werden. Doch wie? Verbissenheit hat jedenfalls noch nie zum Ziel geführt. Wer einen Beweis braucht, geht Mittwoch abends auf eine beliebige Afterwork Party, nur so zur Abschreckung.
Dabei, liebe Mädchen, kann es so einfach sein.
Das Geheimnis des Angesprochenwerdens liegt nicht darin, wie man angezogen ist. Es ist auch völlig egal, ob man lackierte Nägel hat oder einen verschwitzten Pony, ob man High Heels oder Turnschuhe trägt, ob man eher Lieschen Müller ist oder Mata Hari.
Das Geheimnis liegt, wie sollte es anders sein, an der inneren Haltung.
Da kann man noch tausend Mal beteuern: „Ich will ja angesprochen werden!”, oder aber: „Ich hab doch wirklich keinen Bock auf diese Typen!”
Entscheidend ist, was geschieht, und was geschieht lässt Rückschlüsse auf nonverbale Signale zu, die ganz offenbar eine andere Sprache sprechen als das tatsächlich Gesagte.
Um angesprochen zu werden, genügt es, seine Haltung zu ändern. Ein aufforderndes Lächeln allein reicht nicht aus – wenn aber die innere Stimme „los, komm rüber und rede mit mir” sagt, wenn sich dabei die Gesichtsmuskeln entspannen, der Blick freundlicher wird, die Körperhaltung offener … dann können ganz wundersame Dinge passieren.
Dann wird auch ein Mädchen wie Esperame, normalerweise gewöhnt, die Dinge selbst in die Hand nehmen zu müssen, plötzlich angesprochen. Und das mehrmals am Abend. Dann hört sie Dinge wie: „Ich musste dich einfach ansprechen, du hast so eine wahnsinns Ausstrahlung!”
Das Experiment kann beliebig wiederholt werden.
Und: es funktioniert auch umgekehrt.
Wichtig ist immer nur, seine innere Haltung zu überprüfen – was will ich wirklich? Wonach ist mir in diesem Moment?
Und dann die innere Stimme sprechen zu lassen … los, komm rüber und unterhalte mich, ich möchte wahnsinnig gerne mit dir reden, hey, ich bin ein Mädchen, das nur darauf wartet, von dir angesprochen zu werden … und los geht’s.
Mit einer Einschränkung: Auch dann muss noch immer aussortiert werden, wen man da so vor sich hat, denn die Optik von fern hat noch selten eine zuverlässige Aussage darüber geliefert, wie der Typ sich von nahem gebärdet.
Esperame.

















22. August 2008 um 11:08
Hallo esperame,
sehr schön beschrieben! Und sehr passend zu dem Beitrag im Forum. Es beschreibt sehr anschaulich Eure Seite des Games. Wie oft hab ich es schon erlebt, dass sich eine Frau in einem Cafe hinter einem Buch oder einer Zeitschrift versteckt. Ich kann jedenfalls bestätigen, dass ich viel eher auf eine Frau zugehe, deren Verhalten darauf schliessen läßt, dass ich nicht gleich gesenkten Hauptes zu meinem Tisch zurückkehren muss. Und das trotz all des PU-Wissens.
Gruß
Grissu