Kategorie: Catcity, Outer Game - Catcity

„Die Formel für weibliches Game stellt sich aus meiner Sicht relativ simpel dar.
Bier + ein wenig nackte Haut = Sex. Da ist wohl kaum irgendeine Form von Game notwendig. Das einzige, was notwendig erscheint ist das Hirn des „Opfers“ auszuknipsen und ihn auf seine Urinstinkte im unteren Lendenbereich zu reduzieren.“

Frei zitiert aus den Weiten der PickUp-Community merke ich, wie es in mir brodelt. Warum es in mir brodelt? Um diese Frage zu beantworten, nehme ich euch mit in die Vergangenheit. Ungefähr zwei Jahre zurück, als ich PickUp und die Geheimnisse der Verführung für mich entdeckte. Naiv, wie Bride am Anfang war, dachte sie, sie hätte den heiligen Gral entdeckt, die Pille geschluckt, um die Matrix im Umgang mit Männern zu entschlüsseln. Und das nur, weil sie jetzt die Techniken, Routinen, Metaphern und Tools kannte, mit denen Männer Frauen verführen möchten. Das müsste doch umgekehrt genauso funktionieren, dachte sie sich und fing an, es auszuprobieren. Geirrt hatte sie sich. Und wie. Und Gott sei Dank! Es wäre ja auch zu einfach gewesen, einfach alles, was die männliche PickUp-Community sich erarbeitet hat, umzudrehen und auf eben diese, die Männer der Schöpfung, anzuwenden.

Obwohl viele der Tricks und Tipps für den schnellen und direkten Weg zum goldenen Dreieck auf genau dem basieren, das wir Frauen unbewusst im Zusammenspiel mit dem anderen Geschlecht abrufen, ist es nicht spiegelverkehrt einfach auf diese anwendbar. Natürlich nicht. Denn auch, wenn wir es uns – und besonders ich – nicht immer eingestehen wollen: Die Männer sind das aktive Geschlecht.
Und NEIN schreien da die schüchternen Herren „Wir finden es toll, wenn auch mal die Frau die Initiative ergreift“, „Wir möchten nicht immer den ersten Schritt machen müssen“, „Wenn ihr schon emanzipiert sein möchtet, dann müsst ihr auch in diesem Punkt mitziehen und uns verführen.“
Ja? Wollen sie das wirklich?

Die Männer, die wir wollen – möchten diese Männer, dass wir uns ihnen als bereits erlegte Beute vor die Füße legen, ihnen auch noch beim Fell abziehen helfen und uns womöglich auch noch selbst auf den Grill schmeißen, uns braten lassen, Ketchup mitbringen und in ihren Mund fliegen?

Nein. Das wollen sie nicht.

Das war eine harte Erfahrung für mich. Denn es ist so viel einfacher, auf die Männer zuzugehen, sie anzusprechen, sie womöglich einfach zu fragen „Bock zu ficken?“ und sie mit nach Hause zu nehmen.
Log in zum Fieldtest. Subject: Männer fragen, ob sie Lust auf Sex haben. Ganz einfach. Ergebnis: 10/10 sind verschreckt, irritiert, glauben nicht daran, dass ihnen das gerade wirklich passiert und bereuen ihr „Nein“ wahrscheinlich heute noch. Nette Männer, attraktive Männer, Männer, die jagen wollen.
Viele Männer beschreiben genau das als eine ihrer Phantasien. Ihnen ist gar nicht bewusst, dass dies nicht der Himmel für sie ist, sondern die Hölle. Wenn es ihnen nicht bewusst ist, dann ist es uns wenigstens bewusst. Ein guter Anfang.

Männer wollen gamen. Männer wollen verführen. Männer wollen keine Beute, die sich ihnen vor die Füße wirft.

Ich game gerne. Ich verführe gerne. Mittlerweile bin ich mir aber sehr bewusst darüber, dass ich, wenn ich dem Gegenüber gar nicht die Möglichkeit gebe zu führen – mich zu führen – mich nicht nach einiger Zeit darüber wundern darf, dass der Auserwählte gar nicht so dominant, gar nicht so führungswillig und gar nicht so entscheidungsfreudig ist, wie ich es mir vielleicht am Anfang eingebildet habe. Natürlich nicht. Warum sollte er das auch sein? Ich habe ihn angesprochen, ich habe ein Date vorgeschlagen, ich habe ihn geküsst, ich habe ihn zu mir nach Hause mitgenommen. Ich war ein perfekter PickUp Artist – mit allem, was dazugehört. Leider habe ich vergessen, dass ich eine Frau bin. Dass ich eine PickUp Cat bin. Und dass ich eben nicht aktiv verführen sollte. Ich darf aktiv sein. Ja. Ich darf aktiv sein, indem ich das Passive aktiv gestalte. Ich lasse mich führen. Ich lasse mich gamen. Ich lasse mich verführen.
Ich gebe gerne die Zügel ab – an Männer, die sie halten können. Und genau an diesem Punkt fängt das weibliche Game an. Wir selektieren durch unser Game genau die Männer, denen wir die Zügel gerne in die Hand geben. Die ihrerseits wiederum zeigen, dass sie die Zügel halten können und nicht beim kleinsten Stolperstein auf dem Weg aus der Hand verlieren.

Wir Cats geben ihm die Möglichkeit, den ersten Schritt zu machen.
Und genau deshalb sind wir Cats. Und genau deshalb gibt es weibliches Game.

Vor zwei Jahren steht Bride, die gerade die ersten Berührungspunkte mit PickUp genießt, auf einer WG-Party neben Joker. Wie aus dem Bilderbuch hat er eine Freundin von mir gegamed, angesprochen, geneckt, das volle Programm. Und Bride hat ihm ihr Herz ausgeschüttet, warum sie immer nur an die eher schüchternen Herren gerät, warum sie immer den ersten Schritt machen muss, warum es da draußen nicht mehr Männer gibt, die wissen, was sie wollen und es sich verdammt noch mal nehmen.
Sie hat sie nicht gelassen. Es gab diese Männer auch vor zwei Jahren schon.
Aber sie hat selektiert. In die falsche Richtung. Ihr war nicht bewusst, dass sie durch ihr dominantes Verhalten genau die Männer angesprochen hat, die zu faul sind zum jagen. Die das gegrillte Steak im Mund haben wollen, ohne über die Jagd über Wiesen und Felder festgestellt zu haben, dass sich diese Beute für sie lohnt. Ungeduldig ist sie Abkürzungen gegangen, hat sich genommen, was sie wollte und hat nicht gewusst, dass die bewusste Lenkung des Passiven so viel wichtiger als das aktive ist.

Jetzt weiß sie es.

The Bride

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11 Kommentare to “♀ | Weibliches Game – ein Paradoxon oder Realität?”

  1. Layura hat kommentiert:

    „Ich darf aktiv sein, indem ich das Passive aktiv gestalte.“

    Grundsatz des weiblichen Games? Schade, dass im weiblichen Game noch so vieles nicht ganz klar ist. Es scheint keine Liste mit treffsicheren Routinen zu geben etc.
    Aber ich finde es wunderbar, dass du und esperame diesen Blog ins Leben gerufen haben um ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen :)
    Danke dafür!

    Layura

  2. annaprinzip hat kommentiert:

    Natürlich gibt es Routinen und Möglichkeiten, eine Gratwanderung auf dem Weg der aktiven Passivität vorzunehmen.
    Wir werden in weiteren Artikeln auf konkrete Beispiele und Auswirkungen des weiblichen Game eingehen. Das oben zitierte ist für mich der absolute Grundsatz beim weiblichen Game, um gleichzeitig auch selektieren zu können.

  3. Jan hat kommentiert:

    Warum erschrecken Männer, wenn eine Frau ihnen unvermittelt Sex anbietet? Ganz einfach:
    Um beim Sex erfolgreich zu sein, braucht der Mann eine Erektion. Die lässt sich aber nicht willkürlich steuern. Da muss sich der Mann auf sein Unterbewusstsein verlassen, dass sich sein kleiner Freund auch wirklich aufrichtet. Deshalb muss er sich die Frau erst in Ruhe anschauen: Kann das klappen mit der? Erst dann wird der Bagger in Betrieb genommen.

  4. RoyTS hat kommentiert:

    „Die Formel für weibliches Game stellt sich aus meiner Sicht relativ simpel dar.
    Bier + ein wenig nackte Haut = Sex“

    Da frag mal die PUAs was die unter weiblichem Game verstehen. Sicherlich nicht das. Natürlich können Frauen spielen. Attraktiv ist die obige Formel nicht. Tja, so einfach ist es dann für die Frau doch nicht, einfach geil zu sein und dadurch interessant zu sein. P&P, gemischte Signale, want what u cant get, all das sind allgemeingültige Prinzipien der attraction. Klar dass eine „AFC-Frau“ ohne Game auf dieselben Probleme stößt wie ihr männlicher Gegenpart. Wo bleibt der Reiz wenn da keine Herausforderung ist? Wo bleibt die Herausforderung wenn kein Reiz geboten wird? Kalibration – seltsamerweise kann man dieselben Vokabeln verwenden um die entscheidenden Punkte zu beschreiben. Vielleicht sind wir doch garnicht so verschieden?!?
    Weibliches Game existiert, keine Frage. Ich weiß nur nicht, ob es Sinn macht darüber zu schreiben…

  5. annaprinzip hat kommentiert:

    @ RoyTS

    Rat mal, woher das Zitat kommt…genau DAS verstehen viele PickUp „Artists“ als das weibliche Game. So und in ähnlicher Form habe ich es schon öfter gehört. Erschreckend oder? Und natürlich ist die obige Formel absolut nicht attraktiv. Deshalb ja mein Artikel dazu, und meine Erläuterung, was ich unter weiblichem Game verstehe. Eben das Gegenteil.
    Warum sollte es keinen Sinn machen, über das weibliche Game zu schreiben? Es macht ja auch Sinn, über das männliche zu schreiben…und da wir ja, wie du selbst sagst, gar nicht soooo verschieden sind,…

  6. Grissu hat kommentiert:

    Hallo bride,
    nachdem ich diesen Beitrag gelesen haben, kommt es mir so vor, als wenn Du der Meinung bist, dass die Verführung ein einseitiges Spiel, welches nur von uns Männern ausgeht. Ich glaube allerdings, dass es eher wie eine gute Partie PINGPONG ist. Nur das der Mann meistens die Aufschläge macht. 😉 Allerdings zu glauben, etwas nackte Haut und ein paar Bier reichen aus, finde ich schon so etwas wie diskriminierend, fragt sich nur für wen?
    Gruß
    Grissu

  7. annaprinzip hat kommentiert:

    @ Grissu

    Eben nicht. Die Verführung ist absolut kein einseitiges Spiel, sondern – wie du richtig sagst – eher ein Pingpong, bei dem der Mann den Aufschlag macht/machen sollte. Für mich. Ich schlage den Ball liebend gerne zurück, aber es ist wünschenswert, wenn der Aufschlag von ihm kommt. Dass ich zurückschlage und der Ball nicht ins Leere läuft, kann ich ihm ja vorher durch ein Lächeln, eine Geste, etc. zeigen.

    Tja, das mit der nackten Haut…leider habe ich so etwas immer wieder gehört, wenn ich in der Community über weibliches Game gesprochen habe – und bin natürlich absolut nicht der Meinung. Ist die PickUp-Community diskriminierend? Zu einem gewissen Teil leider schon. Das liegt in der Natur der Sache. Es gibt eben immer ein paar, die es meiner Meinung nach noch nicht so ganz verstanden haben. Aber zum Glück gibt es ja auch schöne Gegenbeispiele…

  8. lexy hat kommentiert:

    danke bride, nu hab ich verstanden was ich falsch mache! die selbstbewußte frau, die weiß was sie will und aktiv ist – dabei den part passiv aktiv sein noch nicht begriffen hat. der „aha“-effekt ist cool – wie gesagt: DANKE!

    nu hätte ich gern eine anleitung dazu *grins*, weil ich jetzt echt umdenken sollte. ja, lernen und ausprobieren ist schon eine geile angelegenheit

  9. Fame hat kommentiert:

    Mal ne Frage…suchen PUC’s eigentlich PUA’s und PUA’s suchen frauen die sind wie PUC’s oder…versteh ich da was falsch?

  10. annaprinzip hat kommentiert:

    @Fame: Was „PUAs“ suchen, kann ich dir nicht sagen…mir persönlich ist es im Prinzip egal, ob der Gute PickUp kennt oder nicht – solang er mich überzeugt, kann er kennen, was er will: PickUp, die besten Bars der Stadt oder wie man Mensch Ärgere Dich Nicht eine ganze Nacht durchspielt…
    Es geht ja hier eher darum, welche Männer ich als Frau möchte. Als Anna. Als Frau, die Männer schätzt, die selbstbewußt sind und wissen, was sie wollen. Ob ich jetzt für die Verführung des Guten PickUp einsetze oder nicht, das bleibt ja jedem selbst überlassen. Ich persönlich game gern ein wenig, um ihn aus der Reserve zu locken.

    The Bride

  11. Sara hat kommentiert:

    Danke für diesen Tollen Artikel! Jetzt fällt es mir wie schuppen von den augen, warum sich immer die eher braven/netten typen in mich vergucken :) Ich schalt mal n gang zurück und überlege mir mein weiteres vorgehen. DANKE!

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