Kategorie: Dogtown, Inner Game - Dogtown

Anna: „Man…keine kriegt’s gebacken, die tun nur so, das ist ja der Witz. Pass auf, du sagst: ‚Ey, ich will nur Spaß haben, sonst nichts!’, und sie sagt: ‚Ja komm, lass uns Spaß haben!’. Aber sie denkt: ‚Ist ja klar, dass der nur Spaß haben will bei den Ischen, die er vor mir hatte. Der weiß ja noch nicht, dass ich die letzte Cola in der Wüste bin, aber wenn er’s erst mal rausfindet, dann sehn wir mal weiter’. Das heißt, während du bei deiner Ursprungsaussage bleibst, entwickelt sie sich in eine komplett andere Richtung – ihr steht an völlig unterschiedlichen Punkten, und du bist wieder der Arsch.”
Ludo: „Also, entweder ich hab Sex und bin dann ‘n Arsch, oder ich bin kein Arsch und habe dann keinen Sex, oder was?”
Anna: „Ja!”
Ludo: „Dann bin ich lieber ‘n Arsch…”
(Keinohrhasen)

Wie ihr ja sicherlich alle mittlerweile mitbekommen habt, ist Bride eine Verfechterin der Ehrlichkeit.
Ich sträube mich zwar innerlich dagegen, diese Zeilen zu schreiben, aber…wir Frauen meinen in der Tat nicht immer das, was wir sagen. Sei es, weil wir bewusst die Wahrheit etwas verdrehen oder, weil wir es selbst nicht besser wissen.

Ich wusste es damals nicht besser. Damals war ich mir der Tatsache nicht bewusst, die meine Namensvetterin Ludo so gut beschreibt. Ich sagte zu ihm: „Ja, komm, lass uns Spaß haben”, aber insgeheim dachte ich mir wohl „Ja, lass uns erstmal Spaß haben, dann merkst du schon, dass du Durst hast. Und dass es nichts zu trinken gibt. Nur mich. Du willst mich, das zuckerhaltige, sprudelnde, nasse Getränk, das deinen Durst stillt. Das dir kühl und erfrischend in den Mund läuft, und du dir nicht vorstellen kannst, jemals wieder etwas anderes zu wollen als mich – deine letzte Cola in der Wüste.”

Das ging so lange gut, bis es vorbei war. Denn da wurde mir bewusst, dass ich seine letzte Cola sein wollte. Und das hat weh getan.
Aber ich war mir bewusst, dass es mein Schmerz ist, mit dem ich selbst klarkommen musste. Viele sind sich nicht darüber bewusst. Ihr seid der Arsch. Vor ihren Freundinnen, vor ihrer Familie, vor ihr.
Er hat mich nie angelogen, er war immer ehrlich, und er war trotzdem der Arsch. Warum? Weil er an seiner Einstellung, nur Spaß zu haben, festgehalten hat. Emotional, irrational. Für mich zumindest so irrational, dass mein Kopf wusste, dass es absolut ok war, dass er sich dem Geschmack einer anderen Cola verschrieben hatte, meine Gefühle ihn aber hassen wollten.

Für mich war es gut so, wie es war. Ich bin daran gewachsen. Affären hin oder her. Gefühle gehören dazu. Ich kann sie ignorieren – so wie damals – oder ich kann sie mir eingestehen. Diese Gefühle müssen keine Liebe sein, diese Gefühle müssen kein Verliebt sein sein, aber diese Gefühle sind immer eine Art der Zuneigung zu demjenigen, mit dem ich mein Bett, meinen Küchentisch oder den Badezimmerfußboden teile.

Pauschalisieren ist böse, aber seid euch im Klaren darüber, dass viele Mädels diesen „Letzte Cola in der Wüste”-Gedanken in sich tragen. Auch, wenn sie es gar nicht bewusst wahrnehmen. Das große Erwachen kommt meist erst danach. Dann, wenn ihr weiterzieht oder dann, wenn sie es nicht mehr aushält, und euch gesteht, dass sie sich verliebt hat.

Versteht mich nicht falsch, euch trifft keine Schuld – solange ihr ehrlich seid. Ehrlichkeit – my favourite Weapon of Choice im Game der World of Lovecraft.
Aber Ehrlichkeit schmerzt eben auch mal. Lockere Beziehungen, Affären, Fuckbuddies, you name it - diese schöne, freie und flexible Art des zwischenmenschlichen Zusammenseins hat auch ihre Schattenseiten. Die kennt eine Bride, die kennt eine Anna, und die kennt sicherlich auch ihr. Früher oder später werdet ihr sie kennen lernen. Das gehört dazu.

Menschen verändert sich, Menschen entwickeln sich. Gefühle kommen, Gefühle wachsen, Gefühle gehen. Ihr bleibt. Das sind die Dynamiken, das ist das Leben.
Nehmt an, dass es so ist. Nehmt an, dass die letzte Cola in der Wüste existiert und schmecken kann. Oder fahl schmeckt, wenn die Kohlensäure raus ist.
Ihr werdet ertrinken, wenn ihr euch dagegen wehrt, auch mal der Arsch zu sein.

„Wir probieren eine Beziehung – das wird schon klappen. Und wenn nicht, dann sind wir weiter so gut befreundet wie bisher. Sie sagt, das wird gehen. Sie akzeptiert mich so wie ich bin.”
Nein, das geht nicht. Du bist der Arsch, wenn es nicht klappt.
„Es ist in Ordnung, wenn du weniger Zeit hast. Dann sehen wir uns eben seltener. Besser Qualität statt Quantität”.
Nein, das ist es nicht. Du bist der Arsch, wenn du sie warten lässt.
„Gut, wenn du keine monogame Beziehung führen willst, dann lass es uns so probieren. Ich komme damit klar.”
Nein, kommst du nicht. Und ich bin der Arsch, wenn es so ist.

Einer ist immer der Arsch. Mal eine Anna, mal ihr. Lebt damit.

The Bride

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7 Kommentare to “♂ | Coca Cola, Pepsi, Afri-Cola? Die letzte Cola in der Wüste schmeckt immer anders.”

  1. Jeans*Joe hat kommentiert:

    100% agree.
    Ich geh mal wieder zu meinen Pepsis und hoffe irgendwann mal eine Cola zu finden…

    Danke Fanta – äh Bride!

  2. TomBoy hat kommentiert:

    sehr schöne Metapher mit “Cola in der Wüste”.
    Ich stimm dir zu Bride.

    Ciao und weiter so,
    TomBoy

  3. Layura hat kommentiert:

    Auch für die weiblichen Wesen ein wichtiger Beitrag.

    Viel zu schnell geht frau verloren zwischen ihren Sehnsüchten und Hoffnungschimmern und geht am Ende verletzt aus solchen Geschichten hervor.
    Passend dazu auch “Go with the flow”.

  4. ksena hat kommentiert:

    ja, ich wollte auch mal “die letzte cola in der wüste sein”, er wollte das nicht und ging. ich wollte das immernoch und bekam was ich wollte – er kam zurück und wollte seine letzte cola. irgendwann wollte ich nicht mehr die letzte cola in seiner wüste sein. jetzt verdurstet er und ich bin der arsch. ja, so ist das und ich möchte nicht mehr die letzte cola sein. der beste durstlöscher allerdings sehr gern, solange es sicht gut anfühlt.

  5. Marie hat kommentiert:

    Ich bin derzeit in genau der Situation. Er hat immer gesagt was Sache ist und ich hab gesagt es ist ok und mir innerlich unbewußt trotzdem was vorgemacht. Jetzt ist es aus und es hat mich hart getroffen. Unerwartet für mich und erst jetzt bin ich mir darüber im Klaren. Es war eine erschreckende Erkenntnis und jetzt steht es hier genau so wie ich es erlebt habe. Hätte ich das mal vorher gelesen….

  6. annaprinzip hat kommentiert:

    @Marie:
    Auch, wenns jetzt erstmal ne harte Zeit ist: Das wird schon! Ich hab das ganze auch hinter mir, und es hat mich in meiner Entwicklung unendlich nach vorne gebracht. Also glaub mir, wenn ich sage, dass es gut so ist. Das schlimme an der ganzen Sache ist ja, dass man dem Guten nie Vorwürfe machen kann (und das würde man doch so gerne…), weil er sich nicht falsch, sondern nur überaus fair verhalten hat. Ich empfehle dir auf jeden Fall das Buch von Marie Forleo – Make Every Man Want You: How to Be So Irresistible You’ll Barely Keep from Dating Yourself!

    Liebe Grüsse
    Bride

  7. Sworn hat kommentiert:

    Your Style of wrinting is SexY.

    Es ist schön zu lesen was man schon seit nem halben Jahr hat, mit Pausen. Einmal trifft man sich öfter, ne Zeit lang hat man auch gar keine Lust.

    Die Banane hat Gefühle für diese Apfelsine, sie weiß das. Die Apfelsine hat Gefühle für ihre Banane, ich weiß das.

    In welchem Ausmaß diese Gefühle sind, ist egal, solange es nicht ins extreme (Liebe/Abneigung) geht.

    Am Telefon bin ich der Nette Kerl der mit dir redet und Interesse zeigt. Persönlich bin ich ein Alpha der sich für seinen eigenen Nutzen interessiert. (Ein Arsch?!)

    Aber wenn es einmal eskaliert zu mehr als Gefühle, zu einer “Die letzte Cola in der Wüste”-Situation werde ich gehen.

    Best,
    Sworn

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