Kategorie: Dogtown, Outer Game - Dogtown
♂ | Touch-A, Touch-A, Touch Me – Das weibliche Kinoparadox
5. September 2008

“Now all I want to know is how to go, I’ve tasted blood and I want more.
I’ll put up no resistance, I want to stay the distance, I’ve got an itch to scratch, I need assistance…”
Ich bin eine Frau, die gerne anfasst. Alles und jeden. Freunde, Freundinnen, Objekte der Begierde. Meist tätschel ich unbewusst an den Menschen herum, während ich mit ihnen rede. Mittlerweile sind mir hiervon zwar viele Dinge bewusster geworden, und ich setze das Berühren von Menschen bzw. Männern bewusst zum Attraction- und Comfortaufbau ein, aber oft ertappe ich noch meine Hand am Arm des Auserwählten, ohne vorher darüber nachgedacht zu haben. Ich mache es einfach. No Outcome whatsoever.
Nicht nachdenken über Berührungen. Das passt in mein Go with the Flow-Konzept. Aber manchmal werde auch ich aus diesem Konzept geworfen. Und das eigentlich meist dann, wenn ich jemanden nicht „nur” nett finde, sondern mehr mag. Jemand, bei dem ich schwitzige Hände bekomme, mein Puls höher schlägt und bei dem ich jedem Wort, jeder Geste und jeder Berührung viel Wert gebe – denn dann bedeuten mir diese Berührungen auch wesentlich mehr.
Wenn er mich berührt – bewusst oder unbewusst – dann fühlt sich mein Körper wie elektrisiert, ich erstarre und spüre die Berührung noch Minuten, nachdem sie vorüber ist. Dies ist nicht immer ein angenehmes Gefühl, auch wenn es das sein sollte. Denn es wirft mich aus dem Konzept. Ich bin nicht mehr locker, nicht mehr lässig und nicht mehr im Moment.
Wie kann ich das also umgehen? Ich gehe den Berührungen des Mannes – dem Kino – aus dem Weg. Und das mache ich – wenn – dann nur bei den Männern, von denen ich attracted bin und die in mir etwas auslösen.
Schüchternheit verstärkt dieses Kinoparadox immens: Sie mag dich, aber hat eine Scheißangst, dich zu berühren. Sie legt extrem viel Wert in deine Berührungen und den kleinsten natürlichen Körperkontakt, gerade weil du eben nicht irgendjemand für sie bist. Sie denkt nun wesentlich intensiver darüber nach, wo wie und was es anzutatschen gilt und wo nicht.
Wenn ein Date wirklich gut läuft und ihr eigentlich sicher seid, dass die Frau attracted ist, sie euch mag, sie mit euch scherzt, lächelt, in den Haaren spielt, eben das volle Programm, und das einzige, was euch stutzig macht die fehlenden Berührungen ihrerseits oder versteinerte Reaktionen auf Kino eurerseits sind, dann habt ihr es vielleicht mit genau diesem Mechanismus zu tun. Ihr habt nichts falsch gemacht und die Dame verschreckt. Im Gegenteil:
Wenn sie sich nur in eurer Gesellschaft so verhält, aber bei anderen keine Berührungsängste hat und sonst ein eher offener und kommunikativer Mensch ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass ihr es mit dem weiblichen Kinoparadox zu tun habt:
Sie berührt euch nicht oder lässt sich nicht von euch berühren – gerade weil sie euch mag.
…und dagegen ist selbst ein Frank´N Furter machtlos.
The Bride









5. September 2008 um 15:03
äh ja..
Super interessant aber wie du schon sagtest..
ziemlich paradox..
5. September 2008 um 15:41
Tja bride, jetzt mache ich mir ernsthaft Sorgen. Soll das heißen, alle Frauen, die mich antatschen sind nicht an mir interessiert und diejenigen, welche mich cool behandeln, wollen was von mir.
Ich glaube, ich sterbe einsam!
Ich glaube nicht, dass es wirklich ein Paradoxum ist! Wenn man nichts zu verlieren hat, ist man frei und ungehemmt, andererseits, wenn ich Angst vor Verlust habe, sperre ich mich selbst in einen emotionalen Käfig.
5. September 2008 um 21:08
… Vor allem ergibt sich die Frage: einfach weitermachen (mir fällt nichts anderes gutes ein…)? Oder wie?
7. September 2008 um 01:21
Wow… vielen vielen Dank für diesen Beitrag. Jetzt ergibt ihr Verhalten plötzlich einen Sinn.
@bobby:
Ich habe einfach weitergemacht und dadurch einen wundervollen Menschen an meiner Seite gewonnen.
7. September 2008 um 18:25
Meiner Meinung nach fängt sowas schon beim Reden an.. Du gehst mit allen Männern locker um, machst Späße, bist attraktiv und die meisten verlieben sich.. und dann steht ER da.. und von der ganzen Lockerheit ist nichts mehr übrig.. und dir fällt rein garnichts mehr ein..
8. September 2008 um 08:53
Wie darf man den letzten Satz verstehen?
“…und dagegen ist selbst ein Frank´N Furter machtlos.”
Nachricht an den letzten verflossenen? ^^
Basti
9. September 2008 um 23:24
ok. Problem beschrieben. Klingt logisch und nachvollziehbar.
Aber was ist mit der Lösung ? Wie soll der PUA sich verhalten, wenn er auf eine solche Reaktion trifft ?
Wie findet er raus, ob das weibliche Kinoparadoxon (erfinden wir dafür einfach mal eine stylische Abkürzung … wKp zb) vorherscht, oder ob die Frau einfach nur null attractet ist und sich nur gerade durch die Haare gestrichen hat, weil die sie im gesicht gekitzelt haben.
Also,
nochmal konkret:
Woran merkt PUA das ein wKp vorliegt ?
und wie umgeht er das ?
Gruß Antiarbust0
9. September 2008 um 23:57
Ich würde sagen, das lässt sich nur durch Ausprobieren rausfinden.
Sanftes, aber stetiges Eskalieren mit besonderem Augenmerk auf ihre Reaktion.
Auch äh … Game genannt
LG Esperame.
10. September 2008 um 07:39
Wenn sie auf Berührungen verzichtet, so erkennt man immer noch an der Körpersprache, ob sie attracted ist. Wenn sie also nicht gerade die Arme verschränkt, sich von einem abwendet usw., dann sollte Mann einfach genau das tun was Esperame schreibt.
Gruß
Grissu
10. September 2008 um 09:15
Richtig. Es geht in dem Text auch vielmehr darum zu erläutern, woran es liegen könnte, wenn sonst alles passt, aber der Teil mit den Berührungen irgendwie nicht so verläuft wie gewünscht. Dann könnte es durchaus das wKp (schöne Abkürzung, Antiarbusto
)
Unterm Strich: Du merkst, dass du es mit dem wKp zu tun hast, wenn dies das einzige ist, das nicht ins Bild passt bei der Verführung. Und dann passt immer die heilige Dreifaltigkeit des PickUp: Weitereskalieren, beobachten, gamen.
Bride
21. Dezember 2008 um 12:16
Danke…
21. Dezember 2008 um 17:12
Angst in ihren Formen und Farben, ist sie nicht toll? Ist sie nicht.
Meist zumindest, was auch immer das heisst.