Kategorie: Allgemein
Make love, not war. Amy-Prinzip kontra Annaprinzip auf der RMC.
26. September 2008

(scroll down for english version)
„Und was macht ihr eigentlich hier?” war vermutlich die Frage, die wir am vergangenen Wochenende auf der Real Man Conference am häufigsten zu hören bekamen.
„Seid ihr Journalistinnen?”
Nein.
„Dann versucht ihr, Frauen aufzureißen?”
Nein, auch nicht.
„Aber was macht ihr denn dann hier?”
Wir haben ein Blog.
Wir schreiben über Verführung, über Männer, Frauen, Pickup, Beziehungen … das ganze Ding. Aus unserer Sicht. Aus Frauensicht, aber auch aus Pickupsicht.
Und das ist selten genug, wie wir feststellen durften.
Das Annaprinzip war nicht die lauteste Frauenpräsenz auf der RMC – es war Amy.
Amy, die sich falsch verstanden fühlte, die glaubte, einstehen zu müssen für das Recht der Frauen … Amy, aus einem anderen Jahrhundert.
War ihr erster überraschender Bühnenauftritt noch ganz erfrischend – eine lautstarke Aufforderung an die ASA-Jungs, ihre Theorien jetzt doch mal bitte am lebenden Objekt vorzuführen, waren ihre folgenden Auftritte nur noch kontraproduktiv.
Es zeigte sich das Bild einer Frau, die Angst hat.
Angst, manipuliert zu werden. Angst, etwas zu tun, was sie nicht tun möchte. Angst, in etwas zu geraten, was sie nicht überschauen kann.
Dabei ist es doch so: Man hat immer die Wahl, etwas nicht zu tun.
Attraction ist nicht erzwingbar, niemand kann dich dazu manipulieren, jemanden zu küssen, den du unattraktiv findest. Er kann dich nur verführen, ihn zu küssen obwohl du ihn unattraktiv finden WILLST. Und das ist ein großer Unterschied.
Am nächsten Morgen holt Sebastian Drake Amy auf die Bühne. Sie sitzen nebeneinander am Bühnenrand, und Sebastian führt spielerisches KINO vor. Er boxt sie leicht in die Seite. Amy findet das kindisch.
Trotzdem: Es funktioniert. Man sieht deutlich, wie diese intellektbestimmte Frau selbst die Anziehung bemerkt. Auch wenn sie nicht will. Aber warum eigentlich nicht? Weil sie beschlossen hat, dass Pickup böse ist. Weil sie der Meinung ist, der Typ neben ihr sei auch nur so ein Aufreisser.
Aber Attraction lässt sich nur schlecht vom Verstand lenken. Mag sein, dass sie Sebastian doof findet – aber er sieht gut aus, er ist witzig, er ist charmant, gelassen … und er fasst sie an. Und obwohl ihr Verstand nein sagt, macht es BÄM, und alle können es sehen, sogar noch von oben, auf der Galerie, wo es sich die Annas gemütlich gemacht haben.
Da sitzen wir und staunen, wie weit wir uns schon selbst von der gängigen Frauenmeinung entfernt haben.
Weil wir keinen Krieg gegen Männer führen wollen.
Die Annas lieben Männer. Und das sagen sie auch, gefühlte hundert Mal an diesem Wochenende.
Wir wollen Verständigung und wir wollen Verständnis. Wir wollen kein Wir gegen Sie, wir wollen ein Miteinander.
Die großartige Marie Forleo schreibt so treffend in ihrem Buch: WHAT YOU RESIST PERSISTS. Wogegen du ankämpfst, das bleibt.
Und genau das erleben wir hier: Amy kämpft gegen Machotum, und ihr begegnen auf dieser Konferenz nur Machos, Männer, die sie nicht ernstnehmen, Männer, die sich verteidigen wollen, Männer, die einen Machtkampf mit ihr ausfechten. Weil sie es so will.
Die Annas begegnen den Teilnehmern und Rednern anders. Auf Augenhöhe, mit Verständnis und Wohlwollen – und genau das wird ihnen entgegengebracht.
In dem Moment, wo du dein „falsches”, d.h. überkommenes Weltbild nicht mehr auf deine Umgebung projizierst, löst es sich in Luft auf. Diese Männer wollen uns nichts Böses, sie wollen einfach nur besser zurechtkommen, mehr Liebe, mehr Sex, ein gutes Leben. Und wer will das nicht?
Ein Typ aus Dänemark fragt uns: “Wie kommt ihr hier zurecht, wie findet ihr das, all diese Männer mit den etwas speziellen Interessen?”
Und ich antworte: “Welche speziellen Interessen … das ist ja wohl das gängigste, üblichste Interesse, das man so haben kann.”
Wir lachen.
Deshalb hier nochmal an alle Männer dieser Konferenz: Danke. Für die tollen Gespräche, die lustigen Anekdoten, die interessanten Kontakte.
Danke für euer Interesse an unserer Sicht, und danke für’s Nachfragen. Wir haben viel gelernt – von den Rednern im Saal genauso wie von Euch im Foyer.
Esperame.
Make love, not war. Amy-concept versus Annaprinzip at the RMC.
“And what exactly are you guys doing here?”
This is probalby the question we’ve been asked most frequently during the last weekend at the Real Man Conference.
„Are you journalists?”
No.
„So you try to pick up women?”
No, not either.
„But what the hell are you doing here, then?”
We have a blog.
We are writing about seduction, men, women, pick up, relationships … the whole game. From our view, a female view, but a pick up view as well.
And this seems to be quite rare, as we were about to experience.
Annaprinzip were not the loudest women present at the RMC – it was Amy.
Amy who felt misunderstood, who felt she had to fight for womens rights … Amy from another century.
Whereas her first appearance on stage was quote refreshing and fun – a challenge addressing those ASA guys to just demonstrate their theory on a living woman -, the rest of her performance was rather poor if not counterproductive.
We were shown the picture of a women in fears.
Fear of being manipulated. Fear of doing something she doesn’t want to. Fear of getting into somethink she can’t overlook.
And yet: You always have the choice to not do something.
Attraction can’t be forced, noone can manipulate you into kissing someone you are not attracted to. But perhaps he can seduce you to kiss him even though you DECIDED to find him unattractive. And this is a big difference.
The next morning, Sebastian Drake invites Amy on stage. They sit next to each other and Sebastian shows playful KINO to the audience. He is boxing her lightly. Amy says, this is too childish.
But still: It works. You can easily see that this intellectually based woman recognizes attraction herself. Even though she doesn’t want to. But why? Because she decided pick up is evil. Because she thinks the guy next to her is a bad womanizer.
But you can’t influence attraction with your mind. Sure, she thinks Sebastian is a dumbass – but he’s good looking, funny, charming, relaxed … and he touches her. And even though her mind says no, it goes BAM, and everyone can see it, even from above, from the balcony where the Annas made themselves comfortable.
Here we are, sitting on the balcony and wondering how far we already went from the usual female perspective.
Because we don’t want to fight against men.
The Annas love men, as they said over and over again, perhaps a hunderd times that weekend.
We want understanding and we want appreciation. We don’t want US against THEM, we want Cooperation.
As said the amazing Marie Forleo in her book: WHAT YOU RESIST PERSISTS.
And this is exactly what we experience here. Amy is fighting against machism, and she only meets men at the RMC, who are this way: machos, men who don’t take her seriously, men who try to defend themselves, who struggle for power. Because she wants them to.
The Anna-approach is differently. They meet participants and speakers at eye level, with understanding and favour – and this is what they experience too.
The very moment you stop to project your „wrong”, that is your old world view onto your environment, it vanishes. These men don’t have bad intentions, they just want to get along better, more love, more sex, a good life. But in the end, who doesn’t?
A guy from denmark asks us: “How do you get along with all these men with their special interest?”
And I answer: “What special interest … I think it’s the most common interest you can have.”
We laugh.
So to all men at the conference: Thank you. For great conversations, funny incidents, interesting acquaintances.
Thank you for your interest in our view, and thank you for asking.
We learned a lot – from the speakers on stage, but from talking to you guys as well.
Esperame.















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26. September 2008 um 13:50
Ich glaube nicht, daß besagte “Amy” die gängige Frauenmeinung wiedergibt. Sie ist ja einzelne Frau gewesen, die extra zu dieser Tagung fuhr. Den meisten wäre es die Mühe gar nicht wert.
Ansonsten wirkt PU wirklich auf den ersten Blick manipulativ und sexistisch. Wie bei vielem, muß man sich eben genauer mit der Materie beschäftigen, um zu erkennen, daß das nicht stimmt.
Dennoch: Ihr repräsentiert durchaus eine neue Stufe der Emanzipation. Nachdem in vergangenen Jahrzehnten alte Strukturen erfolgreich aufgebrochen wurden, geht es jetzt eben darum, wie man sich in diesen neuen Strukturen positioniert, ohne die Besonderheiten von Mann und Frau zu vergessen. Die größte Gleichberechtigung ist doch, daß wir alle “manipulieren” dürfen, oder besser gesagt jede/r zu seinem Vorteil handeln darf. Jedes Geschlecht auf seine Weise. Mit Pu erkennen wir das und sehen, daß letztendlich eine gleiche Stärke besteht. Nur unterschiedlich im Ausdruck.
26. September 2008 um 17:50
Amys Blog ist übrigens unter dasaliceprinzip.net zu erreichen…. ò_Ó