Kategorie: Brides Beach
You’re the one that I want – und das mehr, als euch vielleicht lieb ist…
16. September 2008

“We take the pressure and we throw away, Conventionality belongs to yesterday
There is a chance that we can make it so far. We start believing now but we can be who we are…”
Während sich Sandy und Danny nach einigen Irrungen und Wirrungen doch noch glücklich bei der Hand nehmen und mit dem Auto in den Grease-Himmel entschwinden, fragt sich unsereins doch das ein oder andere Mal:
„Warum gerate ich immer an diese Art von Männern?”
„Warum stehen immer nur diese komischen Mädels auf mich?”
Ich denke, die meisten von uns fühlen sich bei diesen Sätzen ertappt und erinnern sich an die Mädelsrunde oder den Männerabend vor einiger Zeit zurück, als sie etwas in dieser Art fallen ließen.
Gerade, wenn wir beziehungstechnisch noch nicht so viel Erfahrung mit dem anderen Geschlecht gesammelt haben, wissen wir doch meist noch gar nicht so genau, was wir überhaupt wollen. Je öfter wir aber mit der anderen Seite der Sexmedaille interagieren, desto klarer wird uns, was wir nicht wollen: Keiner, der… Bitte keine, die… Erst recht nicht einer, der und sowieso keine, die…
Ist euch schon mal in den Sinn gekommen, dass die Menschen, denen wir begegnen – und ich spreche hier gerade von denen, mit denen wir eine engere Beziehung eingehen – genau die sind, die an dieser Stelle unseres Lebensweges richtig für uns sind? Und seien es noch die größte Arschlöcher, die hinterhältigsten Mädels, die naivsten Freundinnen und die unzuverlässigsten Freunde.
Ich bin der Meinung, dass man sich im Leben immer mit den Menschen umgibt, die man in diesem Moment braucht. Auch, wenn man es zu diesem Zeitpunkt bewusst vielleicht gar nicht klar sieht. So ist es z.B. Mr. Xs Aufgabe, Ms. Y genau die Gefühle erleben und durchleben zu lassen, die sie gerade hat. Seien es Verlustängste, mit denen sie sich auseinandersetzen und noch besser, sie aufarbeiten muss, oder seine Unselbständigkeit, die sie einfach zum Wahnsinn treibt, und die sie immer wieder dazu führt, ihn anspornen zu wollen.
Wichtig hierbei ist, dass man Mr. X für sein ständiges Flirten mit anderen oder seine Tendenz zum Gammeln keine Vorwürfe machen darf. Ms. Y ist diejenige, die mit Mr. X Zeit verbringt, die sich ihn als Freund ausgesucht hat.
Ihr seid diejenigen, die mit dem anderen Zeit verbringen, die ihn oder sie in euer Leben gelassen haben. Und das habt ihr ganz alleine für euch getan, nicht für Mr. X, nicht für Nadine aus dem Eiscafé, und auch nicht für jemand anderen. Nur für euch..
Ich selbst bin kein unbeschriebenes Blatt, was diese Thematik angeht. Ein weiser Mann mit dem Namen des Schurken, der zur Zeit mit Batman perfide Spiele spielt, sagte mir vor einigen Jahren nach meinem Jammern, warum ich immer „solche Männer anziehe”, dass ich die Verantwortung nicht abgeben darf.
„Anna, eins muss dir klar sein: Du gerätst nicht an die Männer, du suchst sie dir. Und das machst du aus Gründen, um genau mit diesen Gefühlen klarzukommen, die sie in dir auslösen.” In meinem Fall war es – wie könnte es anders sein - das Dominieren der Männer, das Entscheiden für sie, das Rummäkeln an ihnen. Hier können sicherlich einige Mädels ein Lied von singen.
Und im Nachhinein: Ja, er hatte so was von Recht!
Als mir diese Tatsache bewusst wurde, passte auf einmal alles ins Bild: Ich muss nicht an den Männern arbeiten, ich muss an mir und an meinen Gefühlen arbeiten, die diese Männer auslösen. Mich mit diesen Gefühlen beschäftigen und erkunden, warum es so ist. Ich hätte an dem Punkt meines Lebens keinen anderen Mr. X haben können, mit dem ich glücklicher gewesen wäre, mit dem ich leichter klargekommen wäre. Ich brauchte meinen Mr. X, um das „Drama” zu erleben, was ich durch ihn erlebt habe. Um mir selbst klar zu werden, an welchen Gefühlsbaustellen ich noch bohren möchte. Und, um es dann bei Mr. Z besser machen zu können…
Jeder hat einen Mr. X oder eine Ms. Y.
Versucht, herauszufinden, warum ihr sie habt – und regen sie euch noch so auf, und erlebt ihr auch noch so oft Unglück, weil sie in eurem Leben sind, es hat alles einen Grund. Es ist eure Verantwortung, nicht ihre.
“I got chills, they’re multiplyin’, and I’m losin’ control. Cause the power you’re supplyin’, it’s electrifyin’…”
The Bride















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17. September 2008 um 14:06
Wie zu erwarten, wieder mal ein Artikel auf gewohnt hohem Niveau.
Es gibt immer unzählige Kleinigkeiten die einen stören, der Partner der schonmal gerne tot müde einschläft wärend der andere noch Lust hat, der Mann der Geschichten mehrmals erzählt, die Frau die unzählige Geschichte gleichzeitig erzählt und geradezu kryptografische Fähigkeiten im verbinden von diversen Erzählsträngen erwartet, Frau friert und kuschelt -> Mann schwitzt und flieht… etc.
Eines haben sie alle gemein, das negative Gefühl zu den Dingen entsteht immer erst in einem selbst und ist seltenst bis nie vom Anderen beabsichtigt.
Ich habe in einem sehr interessanten Buch zum Thema “Akzeptiere was ist” von Byron Katie die These gelesen, daß alle Kritik am Partner eigentlich Kritik an sich selbst ist. Dies ist so zu verstehen, daß sie einem deutlich macht wo man Erwartungen an einen anderen Menschen hat, die nichts mit seiner Wirklichkeit oder auch einer objektiven Wirklichkeit zu tun haben. Sonder lediglich mit der eigenen Projektion von Erwartungen.
Sie sind gleichbedeutend mit einem von außen abhängigen Glücksgefühl wie ich fühle mich gut wenn er/sie…, ich bin glücklich sobald… anstatt ICH BIN GLÜCKLICH.
Sich von diesen Erwartungen zu befreien, bedeutet dann wirkliche Freiheit in einer zwischenmenschlichen Beziehung und auch im allgemeinen.
My 2 cents.
18. September 2008 um 15:56
Ich kann Kitejunkie voll zustimmen.
Sehr schöner Artikel, und auch ich habe sofort an Byron Katie gedacht. “Jeder Mensch dem du begegnest ist dein Lehrer. Alles was er tut ist eine Hilfe für deine Weiterentwicklung.”
28. Oktober 2008 um 16:12
Toller Artikel!
Genau so! Um den Kreis zu durchbrechen muss sich nur eines ändern: die eigene Einstellung. Und dann kommen andere ‘Arten’ von Männern / Frauen in Dein Leben. Aber auch diese sind wieder selbst gewählt…