Kategorie: Dogtown, Touch Game - Dogtown

The only aphrodisiac I need is your voice. Hearing you speak my name.
Beckoning me to answer. Telling me you want me.

Ich mag Sex. Und ich rede gerne. Ich denke oft an Sex. Und ich sage gerne, was ich denke. Ergo: Ich rede gerne über Sex. Mal durch die Blume, mal plakativ, mal platt, mal hintenrum, mal offensichtlich. Scheide, Muschi, Pussy, Penis, Schwanz, einäugige Riesenschlange – unendlich viele Worte, ein Thema: Sex.

Und sei er noch so alltäglich, der Umgang mit ihm – dem Sex – ist vielschichtiger denn je. Von erschrockenen Blicken, Aufforderungen, doch bitte die Stimme etwas zu senken bis hin zu aufregenden und spannenden Gesprächen in der U-Bahn – alles ist möglich. Ich muss nicht wie Charlotte Roche detailliert mit dem Holzhammer beschreiben, welche Löcher sich wofür eignen und wie man sich am besten auf diverse Penetrationsformen vorbereitet, aber ich setze doch gerne den filigranen Schraubstock an und formuliere, was mir Spaß macht. Und vor allem, was ich mir wie vorstelle, wo, weshalb, mit wem und überhaupt.

Über Sex zu reden ist wichtig. Sei es in einer Partnerschaft, mit dem gelegentlichen Bett- oder Küchenbodenpartner oder dem einmaligen Abenteuer. Denn nur wer dem anderen zu verstehen gibt, was er will, bekommt dies auch. Und nur, wer im Bett das bekommt, was er will, hat guten Sex.

Nun kommen wir aber zu jenen Zeitgenossen, die besonders gerne im Bett – vor, nach und beim Sex – das gemeinhin als Dirty Talk bekannte Werkzeug der Verführung einsetzen (wollen). Um den Sex besser zu machen. Um den Sex aufregender zu machen. Um den Sex abwechselnder zu machen. Aber wer hoch steigt, kann tief fallen. Und dies geschieht leider sehr oft in den oralen Gebirgslandschaften der Sexualität.

Gerade wir Frauen reagieren auf Worte. Wenn ihr uns erzählt, was ihr alles mit uns anstellen wollt, wie ihr uns verwöhnen wollt und vor allem wann und wie lange. Doch Dirty Talk ist eine Gratwanderung, bei der man schnell ausrutschen kann. Dann wird das Gesamtpaket träge, irritierend, skurril und vor allem eins: Lächerlich.

Ich lasse mich gerne auf Wortreisen ein. Aber sind sie zu offensichtlich, (NLP-) platt und einfallslos, reagiere ich mit Belustigung. Kontraproduktiv ist auch der direkte Checkgriff in mich hinein, ob den Worten feuchte Realitäten gefolgt sind.
Während „Hey Babe, ich will dein Badewasser saufen” noch positiv mit einem Schmunzeln von mir aufgenommen wird, stellen sich mir die Haare zu Berge bei deplatzierten Ansagen wie „Ja, du geile Schlampe, ich besorg’s dir jetzt so richtig, dass dir Hören und Sehen vergeht. Lutsch ihn bis zum Anschlag, und zeig mir wie geil du ihn findest, du feuchte Fotze.”
Wobei ein „Du bist so eine geile Sau, ich steh total auf dich und deinen Geruch” absolut nicht fehl am Platze ist.

Dirty Talk ist also eine subjektive Gratwanderung, über der stets das Damoklesschwert der Lächerlichkeit schwebt. Hier die richtige Mixtur an aufgeilenden und nicht abturnenden Worten zu finden, erfordert Feinfühligkeit und vor allem ein Einstellen auf den Bettpartner.

Was Nadine gefällt, schreckt Sabine ab.
Worauf Peter voll abfährt, irritiert Christoph zutiefst.

Ein langsames Herantasten an die richtige Wortintensität und Formulierung ist immer besser als ein brachiales „Ich fick dich durch die Wand”, weil „es Nadines Grotte zum Tropfen brachte und deshalb ja jeder gefallen muss!”

Reden – Beobachten – Reaktion aufnehmen – Eskalieren.

Weniger ist im Bett oft mehr. Am Küchentisch hingegen kann mehr oft Wunder wirken. Das entspannte Reden über die Sexualität lässt Grenzen verschwimmen, Hüllen fallen und Dinge möglich machen, von denen man bisher nur gewagt hatte zu träumen.
„Hättest du nicht mal Lust auf…”
„Wenn du das machst, dann finde ich…”
„Das könntest du länger…”

Auch hier ist langsames Rantasten, die ein oder andere sexuelle Anspielung nebenher oder der sexuelle Klaps auf den Po im Vorbeigehen förderlich. Nicht jede bekommt wie Bride bei den Worten Schwanz, Pussy, Analpleasureville, Strap-On, Liebeskugeln, Dreier, Vierer oder Fünfer leuchtende Augen und holt das Geschichten-Nähkästchen heraus.

Und vor allem: Lasst Worten Taten folgen!

You fucking me makes me bilingual.

The Bride

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11 Kommentare to “♂ | Ficken, Bumsen, Blasen – oder: Die sprachlichen Feuchtgebiete”

  1. annaprinzip hat kommentiert:

    was uns umbringt, macht uns auch high … oder: was uns high macht, kann uns auch umbringen.

    die dosis macht das gift, wie immer.
    thumbs up von mir, schwester!

    esperame.

  2. some guy hat kommentiert:

    hat bei dir wirklich schonmal ein typ versucht, ein nlp-pattern beim dirty talk zu benutzen? o.O

  3. Angel hat kommentiert:

    Wie immer mal wieder erfrischend direkt auf den Punkt gebracht. Dirty talk… ich liebe es! Warum nicht einfach mal auf der Fahrt zum Ort des Treibens die Vorfreude steigern und sich gemeinsam ausmalen was nach der Ankunft denn so alles passieren wird.
    Eines kann ich nur bestätigen: Einfühllungsvermögen und realistische Selbsteinschätzung sind das Ahhhh und Ohhhh – sonst wird das schnell zu einem “Ähhhm”

    Bussi,
    Angel

  4. Cornelius hat kommentiert:

    ich fick dich durch die wand :D
    das probier ich gleichmal aus^^

    jo, dirrty talk…wenn man 1x damit anfängt übertriebt mans leicht -.-

  5. Aurel hat kommentiert:

    Wo wir gerade dabei sind… habe gerade meiner Freundin die heutige Speisekarte beschrieben. Hatte ich schon gesagt, dass wir einen ganz speziellen neuen Koch haben?

    Heute gibt es:
    also als Vorspeise gibt es einen hübschen rücken, garniert mit heissen eingeölten Lavasteinen, die warm auf der Haut liegen und leicht einmassiert werden.
    Hier hat der Küchenchef eine besondere Methode, damit die haut ganz zart und geschmeidig gewärmt wird damit das Zungenerlebnis noch intensiver wird.

    Erster Gang ist dann eine tief dunkle Schokoladensauce, die auf der Brust aufgetragen wird und die sanfte Wölbung und die hervor blitzenden Knospen unterstreicht. Auch hier wird Wert auf die Wahrnehmung mit der Zunge gelegt, die sich sanft den Weg zwischen den sich langsam windenden Schokobächen sucht und an warmen Lippen um die Hügel schmiegt.

    Danach wird eine frisch rasierte Muschi serviert, bei der vom Bauchnabel abwärts feinste Honigkreationen hinab gleiten und den Kitzler umspielen, von wo aus man mit Eis die Flüssigkeit hart werden lässt, um den Leckgenuss noch zu verlängern.

    Ach ja… Sprache ist schon eine feine Sache!

  6. annaprinzip hat kommentiert:

    @Aurel: Und sowas erzählst du ihr an einem harmlosen Donnerstagvormittag?! Uiui.

    E.

  7. annaprinzip hat kommentiert:

    Ich möchte mich kurz wiederholen:
    Es ist ein schmaler Grat, der Dirty Talk…so schmal, dass man schnell mal zur Seite wegrutscht, Aurel ;-)

    Bride

  8. Aurel hat kommentiert:

    Und zur Seite wegrutschen will ja niemand. Vor allem wenn man nicht darauf vorbereitet ist und dann ganz schnell in Dinge reinkommt, die man so noch gar nicht hat kommen sehen…. :D

  9. patrik hat kommentiert:

    Und vor allem: Lasst Worten Taten folgen!!!! ALLERDINGS!!
    meiner erfahrung nach haben manche leute ein echtes problem damit, das klar zu machen was sie wollen…ich möchte das nich verallgemeinern, aber meine letzten 3 partnerinnen(bevor die frage aufkommt 24, 18, 21 in altern)hatte alle nen stock im arsch, es ist so schlimm einer feuchten frau aus der nase ziehen zu müssen das sie poppen will!! argh!! macht mich echt verrückt und sorgt dafür das ich dreist werde, nicht mehr frage was sie will und nur noch meine eigene befriedigung ersehene, is scheisse, weil es mich scharf macht wenn ihr gefällt was ich tue(männerego?? oder is das bei frauen ähnlich?) aber schon mal eine woche auf nen fick gewartet obwohl schon am ersten abend klar war das sie auf einen steht und auch nicht mehr als sex will? ich hab keien bock mehr, die nächste bei der klar is das ne beziehung nicht drin ist aber sex schon, wird nach 2 tagen vorn kopf gestossen, mehr körbe für mich, aber hab keinen bock mehr auf die rumeierei, ich musste 21 werden um mein erstes mal zu erleben(was im endeffekt nich schlimm war) dachte ich war verklemmt, komme unter die ficker und dann sowas, naja, zieht sich sehe ich gerade!! respekt an den artikel, charlotte roche FTW UND IMMER SCHÖN MIT GUMMI!!
    cya

  10. TryMe hat kommentiert:

    Taten folgen lassen…gemessen an meiner Erfahrung der wichtigste Punkt im Artikel, denn nirgendwo hab’ ich oefter enttaeuschende Wunder erlebt.
    Und wie enttaeuschend sie in jeder Hinsicht waren, denn auf Luegen und falsches Aufplustern stehe ich echt gar nicht.

    Viele Frauen fliegen im Chat, springen hoch und weit im Gespraech und gehen schnell, wenn es zur Sache geht. Schade.

  11. Sworn hat kommentiert:

    Dirty Talk ist ein riesiges Thema, welches man (aus meiner Erfahrung) am Besten mit zweideutigkeit (assoziation und spontanität ist hier ein Schlüsselwort) serviert wird. Aber auch hier ist die Einstellung auf das Schamgefühl sehr wichtig. (Gratwanderung)

    Gerade in meiner Altersumgebung (Ich bin 17) sollte man sich sehr langsam herantasten und nicht gleich zu zentriert auf den Sex anspielen. Schnell fliegt man aus einem prickelnden Flirt, wenn man zu “schroff” sagt was man mit der Dame erleben möchte.

    “Ach, du spielst Volleyball? Ich mag es wenn Bälle fliegen. aber ich spiel lieber Fussball, da hat man auch einen Kasten in den man treffen sollte…”

    Sie könnte jetzt denken:”Ach, er spielt Fussball – er ist sportlich” oder “Er mag Bälle …” Was deine Herzdame jedoch wirklich denkt sieht man ja doch an ihrer Reaktion.

    Lieber Patrik,
    schon mal daran gedacht, dass deine Partnerinnen es dir schon sagen, aber du nicht hin hörst? Vielleicht nicht mit der Sprache, aber vieles “sagt” man eben mit der Körper-Sprache.

    Meine letzte Eis-Prinzessin, hat mir auch nicht gesagt was ihr gefällt und doch merkst du es. Ob es ein aufgestellter Fuss ist, oder ein streicheln meines Arms … Aktion – Reaktion, wie reagiert meine Prinzessin wenn ich … mache? Bei der nächsten Begegnung baust du es in das Gespräch ein, “zufällig”.

    “Achja, ich mag Eis auch, am liebsten schlecke ich es langsam bis es schon fast flüssig wird. Hat es dir das letzte mal gefallen, das schlecken?”

    Möglicher Gedanke:”Mein Eis oder die Orgie die du da unten veranstaltet hast?” oder “Das Eis war gut, aber deine Zunge bringt jedes Eis zum Kochen.”

    Was sie nun wirklich denkt, siehst du an ihrer Reaktion. Mittlerweile lausche ich richtig nach einer Reaktion bei meiner Eis-Prinzessin.

    Best Regards,
    Sworn

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