♂ | Looks don’t matter? Die Gretchenfrage im Game.
2. Oktober 2008

Egal, ob du unreine Haut hast, oder eine Zahnspange, egal ob du eine große Nase hast, oder die 1,70 Meter nur in Schuhen erreichst, oder ein kleines Bierfass unter deinem Hemd schmuggelst … du KANNST ES SCHAFFEN! Mit jeder Frau!
Das ist die Heilsbotschaft, die Pick Up für die optisch Geplagten dieser Welt hat.
Als Beweis werden einige Fotos herangezogen, von den großen Verführern. Einer ist alt, einer ist klein, einer ist hässlich, einer ist dick. Und sind sie nicht alle unheimlich erfolgreich?
Ja und Nein.
Ja, sie sind erfolgreich darin, dir den amerikanischen Traum zu verkaufen: Get any girl, any time.
Nein, wir wissen einfach nicht, wieviel davon Fakt ist und wieviel Fiktion.
Aber, schreien dann einige, ich kenne da diesen eher unspektakulären Typen, und der hat immer die heißesten Weiber!
Weißt du was, den kenne ich auch.
Deswegen ist das Problem auch etwas komplexer als die Binsenweisheit „Aussehen zählt” oder „Aussehen zählt nicht”.
Tatsache ist: Bestimmte Merkmale lassen auf eine günstige genetische Disposition schließen.
Gute Haut, ein symmetrisches Gesicht, ein bestimmter Quotient aus Schulter- und Hüftbreite. Ein knackiger Hintern. Ja, auch der – oder warum stehen Frauen sonst darauf …
Schön, im Modemagazin-Sinn des Wortes, machen diese Sachen noch nicht.
Dazu kommt, dass die Wahl eines Mannes für eine Frau immer eine Kompromisslösung darstellt. Zwischen dem, was sie will, und dem, was sie bekommen kann. Biologisch gesehen! Klar.
Tatsache ist auch: Nach klassischem Verständnis gutaussehende Männer haben es leichter. Das ist bei Frauen ja nicht anders. Dass ein bisschen mehr dazugehört, als hübsch auszusehen und abzuwarten, wissen wir aber auch. Denn auch das ist für beide Geschlechter gleich.
Kleiner Exkurs: Der schönste Mann, der einmal mein Bett beehren durfte, war auch zugleich der dümmste. Mag drastisch klingen, war in diesem Fall aber leider nicht anders zu beurteilen. Über den Rest muss zum Schutze zartbesaiteter Gemüter der Mantel des Schweigens gebreitet werden. Da zählt auch mein eigenes Gemüt dazu. Nur soviel: Die Binsenweisheit ist eine Milchmädchenrechnung.
Interessanterweise sind aber doch die weniger gutaussehenden Männer allzu oft die erfolgreicheren, wenn es um die Gunst der Frauen geht.
Wie kommt das?
Ganz einfach – sie mussten mehr dafür tun. Sich durchbeißen. Sich eine Persönlichkeit zulegen, eine Führungsfähigkeit, eine Dominanz, die sie von den Schönlingen abhebt. Dass das funktioniert, ist an jedem beliebigen Clubabend zu verifizieren.
Wer jetzt quengelt und sagt: Jaaaa, aber, was ich doch nur wissen will. KANN ICH DAS AUCH?!
Dem sei gesagt: Ja, du kannst das auch.
Frauen sind sehr gnädig, wenn sie Körpergröße gegen Ausstrahlung eintauschen, breite Schultern gegen Eloquenz, ein Sixpack gegen Führungsfähigkeit.
Frauen sind sehr ungnädig, wenn es um Mundgeruch, ungeschnittene Fingernägel, gelbe Zähne, schlechte Körperhaltung, Stinkesocken oder Wildwuchs geht. Klingt selbstverständlich, ist es aber nicht (fragt ruhig mal nach, jede hat da ihre persönlichen Horrorstories in petto).
Wo ich schon beim Phrasendreschen bin, eine letzte: Schönheit liegt im Auge des Betrachters.
Eine Frau, die ihm zugetan ist, sieht einen Mann anders. Er mag durchschnittlich sein, sie sieht in ihm den heimlichen Adonis. Zuneigung verzerrt unsere Wahrnehmung … andererseits: Wahrnehmung ist eine völlig virtuelle Angelegenheit, es kann also eigentlich nicht von Verzerrung gesprochen werden sondern eher von Veränderung.
Jeder kennt den Effekt: So lange uns jemand fremd war, spannend, nahmen wir ihn völlig anders wahr, als später, wo wir ihn kannten. Und noch später, nach vielleicht unangenehmen Vorfällen, ist derjenige von der Ursprungswahrnehmung so weit entfernt, als handelte es sich um zwei verschiedene Menschen.
Bringen wir es also nochmal auf den Punkt:
Frauen mögen schöne Männer.
Nur, was schön ist, liegt in ihrer ganz eigenen Wahrnehmung, und hat nichts mit einem objektiven Urteil zu tun.
Also, geht hin und macht auf allen Ebenen das Bestmögliche aus euch – wie Zan Perrion sagte: Be your best self, everyday.
Esperame.















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2. Oktober 2008 um 21:57
Gefällt mir sehr gute dieser Ansatz. Es stimmt aber wirklich das Frauen auch Sex mit Männern haben die von Gott weniger gnädig bedacht wurden als andere.
Ich kenne das aus meiner SChulzeit, ohne übertreibung, kann ich sagen das ich einer der weniger gutausseheneden war und trozdem hat es super geklappt weil ich einfach vieles hatte was die besser aussehenden nicht hatten.
Und man muss bedenken das war damals mit 15-16 jährigen Girls die gerade dafür bekannt sind das sie nur auf Aussehen achten.
Ausserdem kann jeder viel an seinem aussehen machen. Keiner ist mehr wirklich heftig wenn er ne geile Frisur, coole Schuhe, gute kleidung, gepflegte fFingernägel etc hat.
Raiser
3. Oktober 2008 um 02:38
Schön zusammengefasst.
Bei den ganzen Looks-don’t-matter-Geschrei bleibt leider das Entscheidende auf der Strecke: Kleidung, Körperpflege, Fitness, etc. sind Eigenschaften auf die wir Einfluss haben und deswegen ist es sinnvoll sich zu überlegen, wie man damit das Beste aus sich macht.
Wen aber die Natur nicht mit einem “schönen Gesicht” beschenkt hat, der kann daran nicht viel ändern (plastische Chirurgie einmal ausgenommen), deswegen bringt es auch nichts, sich darüber große Gedanken zu machen. Zumal ihr Frauen, wenn der Rest stimmt, da zum Glück viel gnädiger seid, als wir Männer.
29. Oktober 2008 um 03:01
Also erstmal finde ich die Beiträge bis jetzt wirklich gut und ich gebe zu ich hatte krasse vorurteile… “Frau?! PU?! Wasn das wieder fürn emanzenclub…!”
Aber nein, im Gegensatz zu Alice Schwarzer bekennt ihr euch nicht nur als “Frau” sondern auch zur von mir hochangepriesenen “weiblichkeit” (Passiv/Aktiv)
Leider ist dieser Beitrag weniger gelungen.
Aussehen ist fundamental.
Tut mir leid.
Wenn ich eine Frau optisch nicht anziehend finde, besteht keine Möglichkeit das ich zu ihr finde..
bye
29. Oktober 2008 um 09:01
@DannyOcean:
Danke für die Blumen
Der Beitrag richtet sich übrigens an Männer, wie du am Zeichen vor dem Titel sehen kannst … es geht also um EUER Aussehen, nicht um unseres. Und da bin ich ganz mit dir: Es kommt durchaus drauf an. Also einfach nochmal lesen, ne.
Esperame
25. November 2008 um 10:39
Hach ja… wie heißt es so schön:
Liebe macht BLIND.
In vielen Fällen auch TAUB, GERUCHSUNEMPFINDLICH, ZEHENNÄGELTOLERANT.
Und eine weitere Weisheit lautet: “Wo die Liebe hinfällt…”
Aber kurz & knackig auf den Punkt gebracht: Selbstvertrauen ist attraktiver als Aussehen. Und sich verändern um anderen gefallen zu wollen macht das Selbstvertrauen kaputt (ich bin [noch] nicht gut genug, blablabla…)
Aber das ist ein Problem der Konditionierung