Kategorie: Inner Game
Attraction is not a Choice – sich ihr hingeben schon.
18. November 2008

Eine Frauensicht.
Ich sitze am Tresen in meiner Lieblingsbar und trinke ein Bier. Da steht plötzlich dieser Typ neben mir und reicht so mir nichts dir nichts über mich hinweg, um sein Bier vom Kellner entgegenzunehmen. Ich bin entrüstet. Und werde aufmerksam. Ich schaue ihn an. Schlecht sieht er nicht aus. Auch nicht gut. Aber er hat was. Ausstrahlung. Diese Ausstrahlung, sich einfach zu nehmen, was er möchte. Heute sein Bier. Ob ich dort sitze oder nicht. Und ob ich will oder nicht, es zieht mich an.
Beim Hinübergreifen hat er ganz selbstverständlich seine Hand auf meine Schulter gelegt. Er berührt mich mit einer Bestimmtheit, die mich denken lässt: “Ja, berühr mich bitte noch mal – und dann an ganz anderen Stellen.”
Er spricht mich an und hält den Blickkontakt, während ich ihm erkläre, warum ich eine besondere Anna bin und nicht nur eine Anna von vielen. Ja, ich weiß, mein Name ist häufig. Es macht Spaß, sich mit ihm zu unterhalten, denn er ist witzig, kreativ und lässt sich von mir nicht in die Enge treiben. Ich schaue, wie weit ich gehen kann und werde etwas zickig. Er sagt „Fräulein, gute Manieren gehören wohl nicht in die Annawelt, ich geh jetzt erstmal wieder zu meinen Kumpels und später schauen wir mal, ob du auch sonst ein böses Mädchen bist.” Ich schmelze. Er geht.
Während ich durch sein dominantes, aber auch offenes Verhalten absolut angeturnt bin, lässt er meinen heißgelaufenen Motor erstmal auskühlen. Skandalös! Und beeindruckend. Ich beobachte ihn aus dem Augenwinkel mit seinen Freunden. Männer und Frauen. Frauen, die er berührt, die ihn berühren. Eben hat er mir noch erzählt, wie wichtig ihm das Abschalten beim Laufen im Wald ist. Abschalten will ich jetzt auch einiges, wenn ich seinen Po so betrachte. Nämlich meinen Verstand. Er zwinkert mir zu und deutet auf die Tanzfläche.
Irgendetwas in mir wehrt sich dagegen, ihm zu folgen wie ein braves Hündchen, aber er lässt mir einfach keine andere Wahl. Ich muss wissen, was der Abend noch bietet und vor allem, was er mir noch bietet. Er führt mich – und das nicht nur beim Tanzen. Auf der Tanzfläche schaut er mir in die Augen, und alles in mir schreit danach, seine Lippen auf meinen zu spüren. Diese Anspannung, die sich seit der scheinbar zufälligen Berührung auf meiner Schulter aufgebaut hat, will endlich entladen werden. Sein Gesicht ist zum Greifen nah, und ich kann seine Lippen fast schon spüren – da grinst er mich an und sagt „Ich glaub, mit dir kann man eine Menge Spaß haben. Da haben wir etwas gemeinsam. Lass uns Spaß haben!” , greift meine Hand und zieht mich nach draußen.
Raus aus der Bar, raus aus der Blase, die sich um uns gebildet hat und raus aus den gesellschaftlichen Konventionen und Bedenken, die nun gar nicht die Chance haben, sich in meinem Kopf einzunisten.
Er strahlt diese Dominanz aus, die es mir gar nicht möglich macht, mich dagegen zu wehren, dass er mich draußen gegen ein Auto drückt, meine Hände festhält und mir einen Vorgeschmack dessen gibt, wozu sein Mund fähig ist.
Ich greife ihn an der Hüfte und drehe ihn so, dass er zwischen Auto und Anna steht. Beide stehen. Er genießt meine Berührungen und schließt die Augen. Ich möchte einen Mann, der selbstbewusste Frauen schätzt. Der Werte hat, die ihm wichtig sind. Der mich gamen kann. Der mich führen kann. Der sich fallen lassen kann. Und das kann er.
Im Spiel der Berührungen werfen wir uns die Bälle zu, mal fängt er, mal fange ich. Dass der Ball am frühen Morgen in meiner Wohnung landen wird, daran habe ich keinen Zweifel…
„Warte kurz” , sagt er und ist schon wieder verschwunden! Nerven hat der Gute. Mich hier so stehen zu lassen. Gehe ich? Ich könnte einfach gehen… Aber dann würde ich ihn nie wieder sehen. Oder doch? Ich bin hin- und hergerissen. Zwischen meinem Stolz und meiner Gier nach mehr. Aber er hat mich. Ich muss einfach wissen, wie es weitergeht. Weibliche Neugier gepaart mit dem unbändigen Verlangen, das er in mir auslöst. Auf einmal steht er wieder neben mir, nimmt wieder meine Hand, grinst und sagt „Ich musste nur kurz meinen Leuten tschüß sagen, lass uns gehen”. Und das machen wir.
Verschlafen wache ich auf. Er ist weg. Mist, jetzt habe ich ihn gar nicht nach seiner Nummer gefragt. Und wie heißt er überhaupt? Was war das jetzt für ihn? Steht er auf mich? Hat er Pläne mit mir? Werde ich ihn wieder sehen? Diese Unsicherheit macht mich rasend! Verrückt! So schnell ist er aus meinem Bett in meinen Kopf gestiegen. Rasend vor Unsicherheit und rasend vor Verlangen. Ich quäle mich aus dem Bett und gehe in die Küche.
Auf meinem Küchentisch steht die Bierflasche, die wir uns auf dem Nach-Hause-Weg geteilt haben. Als ich die letzten Tropfen in die Spüle schütte, sehe ich, dass auf dem Etikett mit Edding steht: „Ich hatte recht. Du bist ein böses Mädchen. Ich stehe auf böse Mädchen. Bis Bald, Anna. Genieß den Sonntag.”
Bis Bald… Ich lächele.
The Bride















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18. November 2008 um 16:43
Eine Frau, die Frauen versteht
18. November 2008 um 20:22
*rrr* Wir Frauen lieben es, so verführt zu werden.
19. November 2008 um 13:25
anna ich ahb dir doch gesagt schrieb die geshcithe ne din den blog, ich ahsse es so in der öffneltichkeit zu stehn
ne, echt sehr schöner eintrag geworden!
lg
19. November 2008 um 13:33
Cornelius mein Guter, you wish
Lese und lerne…
Bis dahin,
so long!
Liebe Grüße,
Bride
20. November 2008 um 17:19
Wie ich schon auf meinem Blog schrieb, sehr schöner Eintrag
Und da “Anna” mich so schön darum gebeten hat:
http://www.k-mode.ch/blog/2008/11/19/annaprinzip-und-wie-mein-game-sich-darin-spiegelt/
So far, K
23. November 2008 um 19:44
Schöner Beitrag. Bestätigt meine Sicht der Dinge
23. November 2008 um 20:59
Wo wir wieder bei dem Grundthema sind,Frauen wollen geführt werden.Meiner Meinung nach das Fundament allem. Schön es nun auch mal subjetiv bestätigt zu bekommen.
Hansi mit und aus H
1. Januar 2009 um 17:57
Sehr schöner Blog, besonder gefällt mir die Überschrift … is not a choice