Kategorie: Inner Game

I’ve got a crush on you, sweetie pie
All the day and night-time give me sigh
I never had the least notion that
I could fall with so much emotion

Wenn du unabhängig vom Ergebnis bist, kann dir nichts passieren. Dein Game ist immer superklasse, wenn es dir egal ist, wie das Spiel ausgeht.

Mehr Optionen, größere Gelassenheit, mehr Selbstvertrauen. Eine gesunde Mischung, um sich unbehelligt durch den Dschungel der Zwischenmenschlichkeiten zu bewegen. Ruft die eine nicht an? Egal, solang ich 10 aktive Nummern im Handy habe, kann die machen, was sie will. Kommste heut nicht, kommste morgen. Kommste morgen nicht, ist der Zug abgefahren. Manchmal hält er dann nie mehr in diesem Bahnhof, und es soll sogar Fälle gegeben haben, da wurde der ganze Bahnhogf stillgelegt. Hier hält nichts mehr.

Ergebnisunabhängigkeit ist ein Segen, wenn man zu der Sorte gehört, die sich gern in Gedanken verliert. Was wäre wenn, und was mache ich, wenn das wirklich passiert?

Wir neigen dazu, uns vereinnahmen zu lassen. Erst verliebt man sich, irgendwie, und dann gewinnt die Sache eine Eigendynamik, plötzlich sind wir abhängig von diesem Gefühl, von den Gedanken an einen Menschen … von den Möglichkeiten. Die vielleicht nie passieren.
Also lernen wir, uns unabhängig zu machen. Wir stellen fest, dass alles viel einfacher ist, wenn wir unsere Gedanken und unsere Gefühle auf mehrere Menschen zugleich verteilen.
Auch das kann eine Eigendynamik entwickeln: Geht eine Tür zu, geht eine Tür auf.

Was wir allerdings verlieren, ist dieses Kribbeln.

War es früher ein deutliches Zeichen, dass bald sehr viel schief gehen würde (oder zumindest könnte), dass bald einige Taschentücher vollgeheult werden oder einige Flaschen Whiskey vernichtet … ist es jetzt eher so, dass wir es ein bisschen vermissen.

Aus Unabhängigkeit ist Beliebigkeit geworden. Ein Date ist wie das andere, die Erlebnisse verschwimmen in der Erinnerung, und wie hieß die Kleine nochmal … und welcher Typ war das, der kein Bier mochte? Erst schaffen wir uns Optionen (und nichts ist einfacher, wenn man einmal damit angefangen hat), dann ermüdet uns ihre Vielzahl.

Sicher, keiner kann uns mehr was. Aber genau da liegt der Hund begraben: Es kann uns keiner was. Nichts Schlechtes, aber auch nichts Gutes.

Es schadet nicht, sich unabhängig zu machen von der Meinung anderer. Es schadet überhaupt nichts, seinen Selbstwert nicht aus den Reaktionen seiner Umwelt abzuleiten. Es ist absolut richtig, nicht länger als notwendig in oder an einer Situation zu hängen. Sich nicht von Zweifeln und Unsicherheiten auffressen zu lassen.

Aber es kann ungemein befreiend sein, wenn sich einem mal wieder der Magen umdreht vor Nervosität. Wenn man merkt, dass man zwar eine Menge gelernt hat über die Dynamik zwischen Mann und Frau, einen das aber nicht von vollkommen irrationalen Gefühlen abhält – man nach wie vor imstande ist, das zu fühlen. Und es sogar irgendwie genießen kann. Auch wenn es verunsichert, auch wenn es einen wahnsinnig macht und einen nicht schlafen lässt. Viel zu schnell kann es auch wieder vorbei sein. Warum also nicht genießen, was einen die eigene Körperchemie so alles fühlen lässt? Unabhängig. Im Sinne von frei – nicht im Sinne von abgeklärt.

But you had such persistence
you wore down my resistance
I fell and it was swell

Esperame.

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9 Kommentare to “Die Unerträgliche Leichtigkeit des Unabhängigseins.”

  1. ksena hat kommentiert:

    tiefe verneigung, hut ab – ich bin echt beeindruckt und begeistert.

    … und ich stimme zu in allen punkten!

    liebste grüße
    ksena

  2. teQui hat kommentiert:

    Ich liebe eure Texte! Find mich da echt oft wieder.
    Das ist momentan auch meine größtes Aufgabe, keine Frau kann mich wirklich mehr “berühren”.

  3. TomBoy hat kommentiert:

    Sehr schöner Text…ich stimme dir zu, dass du bei mit mehreren Optionen besser fährst, aber auch dieses eine starke Gefühl für eine Person verlierst.

    Mach weiter so!

    Ciao,
    TOm

  4. Luyin hat kommentiert:

    wundervoller Beitrag, stimme zu 100% zu!

    Frohe Weihnachten

    Luyin

  5. Andi hat kommentiert:

    super Beitrag, klar und auf den Punkt gebracht!

    Frohe Weihnachten,

    Andi

  6. Eleonora hat kommentiert:

    DANKE für diesen wundervollen Beitrag!!!

    Nach Wochen mit fast unerträglichem Bauchkribbeln und schlaflosen Nächten etc. habe ich ein entültiges NEIN erhalten was mich in tiefer Trauer und Entäuschung versinken lässt.

    Dank diesem Text verstehe ich wieder wieso es sich trotz allem lohnt sich zu abundzu so richtig zu verlieben, auch wenn daraus nichts wird.
    Man weiss, dass man lebt :-) !

    “guete Rutsch is 2009 us de Schwiez”

    Eleonora

  7. longer hat kommentiert:

    wow eine Milan Kundera-Kennerin, eine gebildete Frau die weiss was sie will, ich glaub ich hab mich verliebt. das buch kann ich jedem empfehlen auch die sexuellen Abenteuer des Protagonisten sind interessant…

  8. Dar(jee)ling hat kommentiert:

    Hallo Annas,
    irgendwie kenn ich das Kribbeln im Bauch gerade wieder. Frühlingsgefühle…
    Was meint ihr? Ich würde es ungefähr so ausdrücken:

    Hallo Du,
    würdest du bitte aus meinem Kopf rausgehen?
    Ich finde dich da etwas anstrengend und aufreibend. Auch dieses ständige Kribbeln im Bauch. Du bist also noch wesentlich lästiger, wenn du nicht da bist, als wenn du da bist. Statt dass wir reden und lachen, hängst du aufdringlich in meinem Kopf rum und machst Faxen oder läßt deine Launen und manche Gedanken wie die Wolken am Himmel über dein Gesicht ziehen. Und stell doch bitte diese Vakuumpumpe in meiner Umgebung ab, wenn du weg bist. Ach, bitte geh da doch raus, aus meinem Kopf meine ich oder – noch besser – komm etwas dauerhafter in mein Leben. Dann darfst du auch gern in meinem Kopf bleiben. Und mein Herz hätte es auch etwas leichter.

  9. The Fogger hat kommentiert:

    Meiner Meinung nach schliesst das eine das andere nicht unbedingt aus.

    Nur weil ich sage, das Ergebnis ist mir egal, meine ich damit nicht, dass ich alle Gefühle, die auf dem Weg dorthin entstehen, ignoriere oder als unwichtig betrachte.
    Ich kann sagen, dass es mir egal ist, ob ich ihre Nummer bekomme oder nicht. Dadurch gewinne ich an Selbstsicherheit und Gelassenheit. Über ihre Witze kann ich trotzdem lachen und ein gewisses Kribbeln bleibt bei Berührungen natürlich auch.

    Wenn du mit “Kribbeln” natürlich den sich anbahnenden Tobsuchtsanfall meinst, wenn ne Nummer mal wieder falsch war (und der daraus resultierende Frauen-Hass-Post in einem beliebigen PU-Forum), dann gebe ich dir Recht. Wenn mir das Ergebnis egal war, kann ich mich auch nicht drüber aufregen.

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