Kategorie: Brides Beach
Wie man sich bettet, so liegt man. Oder: Sind zwei einer zuviel?
13. Januar 2009

„Die Bettkante ist nicht der bequemste Ort zum Schlafen”
…sagte einmal ein Mann zu mir. Und jeder, der schon einmal mit einer einnehmenden Schlafpersönlichkeit das Bett geteilt hat, wird ihm zustimmen. Auch ich.
Doch was nimmt man nicht alles in trauter Zweisamkeit auf sich, um das gemeinsame Einschlafen inklusive Kuscheln, Füße wärmen und doch noch etwas Sex – Heute? Noch mal? Ja! – erleben zu können.
Die Nacht präsentiert sich meist nicht mehr so harmonisch wie das Einschlafen.
Aber fangen wir doch von vorne an: Schon das Einschlafen mit 2 Personen verteilt auf 1,40m gestaltet sich zum Teil nicht mehr ganz so harmonisch wie das daran denken.
Der, der früher einschläft, hat seine Sache noch ganz gut gemacht. Der Wachgebliebene hat nun mit einem mehr oder weniger schweren Schlafberg zu kämpfen, der mehr oder weniger laut vor sich hin atmet/schnarcht/durch die Nase singt.
Wir Frauen schlängeln uns gerne um die Beine des Partners – auch wenn wir tief schlafen -, denn die Füße sind generell erstmal kalt. Besonders gut lassen sie sich am Oberschenkel des Liebsten wärmen – an dieser sensiblen Stelle gerne schmerzhaft für ihn und gerne so schön angenehm warm für uns. Diskussionen über die weiblichen zu wärmenden Körperpartien und die männlichen Ersatzheizungskörperteile gehen sanft in feuchte Träume über.
Warum feucht?
Nun kommen wir zur Nacht, der eigentlichen Herausforderung nach dem Einschlafen.
Feucht, nicht wegen der unterschwelligen sexuellen Energie, die das Bett mit den beiden Partnern teilt, da sie gerne mit möglichst wenig bekleidet aneinandergekuschelt um die ein bis drei Bettdecken (je nach Kälteempfinden der Dame) kämpfen, sondern feucht wegen des männlichen Schweiß’, der sich schnell aufgrund der Hitze, die unter diesen ein bis drei Decken herrscht, bildet.
Der eine friert, der andere schwitz. Das Ying und Yang des Bettes.
Kämpft sich der schwitzende Part – meist männlich – vom frierenden Part – meist weiblich – los, rutscht der schlängelnde Part – meist weiblich – nach und hat somit erfolgreich wertvolle Zentimeter des Bettes für sich gewonnen.
Und sind sie noch so grazil und leicht, die weiblichen Wesen; schlafend im Bett gleichen sie eher einem Steinbeißer, der sich durch nichts und niemanden, vor allem nicht durch den zwischen Wand und Partner(in) eingezwängten Mann, zur Seite bewegen lässt. Da hilft kein Piecken, Schubsen oder Rütteln. Stein bleibt Stein. Und natürlich steht auf der Bettseite des Steinbeißers auch das Wasser. Also poltert man über den Berg rüber – „Mist, das war ihr Arm, das hat sicher weh getan” -, um in der Schlaflosigkeit und schweißgetränkt wenigstens einen Schluck Wasser trinken zu können… den die Liebste natürlich nicht übrig gelassen hat – denn sie hat schlaftrunken nicht mal gemerkt, dass sie alles ausgetrunken hat.
Schlaflosigkeit
Rücken- oder Nackenschmerzen
Blaue Flecken
Schwitzen
Frieren
Durst
…was erdulden wir nicht alles, um die Nächte mit der Person zu verbringen, die uns so viel bedeutet.
Aber wir nehmen es gerne auf uns, denn wir möchten die Nächte mit der Person verbringen, die uns so viel bedeutet.
Denn dann werden wir mit Nähe, Wärme oder Kühlung, Kopf kraulen, Rücken streicheln, dem geliebten Blowjob am Morgen, dem kurzen verschlafenen sexuellen Zwischenspiel mitten in der Nacht und dem erschöpften gemeinsamen Einschlafen nach ausschweifendem Sex am Abend belohnt.
Goodnight, sweetheart, goodnight.
Und für mich auch immer gern zu zweit.
The Bride















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13. Januar 2009 um 16:41
Spricht mir aus dem Herzen. Mein Leben hat sich eindeutig verbessert, seit ich ein 2m Bett habe…
13. Januar 2009 um 16:58
Ohja, das erinnert mich an die vergangenen Zeiten der 140 Matratze
Wie wurde sie von den Damen gehaßt…
13. Januar 2009 um 17:40
Deswegen schicke ich die Frauen nach dem Sex gleich wieder nach Hause damit ich in ruhe Pennen kann
13. Januar 2009 um 18:36
Ach ja.
Das lässt alte Erinnerungen aufleben.
Ob die jetzt allerdings gut sind kann ich auch gerade nicht sagen.
Toller Text!
Gruß,
Mr. Mint
13. Januar 2009 um 19:52
Wie wahr, wie wahr. Vor allem die Umschreibung mit dem Steinbeißer. Frauen entwickeln, was das kontinuierliche hinterher rutschen betrifft, eine Penetranz die seinesgleichen sucht.
13. Januar 2009 um 20:17
Hehe, was passiert erst wenn sich drei Leute ein 1,40m-Bett teilen?:D
Vor allem, wenn man in der Mitte liegt und die links und rechts haben einen schlafenderweise in die Zange genommen…man sich also keinen Zentimeter mehr bewegen kann…Herrlich;)
Eine der erholsamsten Nächte meines Lebens
13. Januar 2009 um 20:31
Wichtiger Punkt fehlt noch: eingeschlafene Arme weil die Dame draufliegt
13. Januar 2009 um 20:54
Word!
Es ist schon erstaunlich was Gravitation so alles anrichten kann.
Sag mal kann es sein, daß Du mit meiner Freundin gesprochen hast bevor Du den Artikel geschrieben hast?
Manchmal kommt mir bei dem, meist vergeblichen, Versuch mir doch etwas Platz zu verschaffen auch die Metapher gestrandeter Wal in den Kopf
Wie immer sehr schöner Artikel.
Cheers,
Kitejunky
15. Januar 2009 um 01:03
ich hab schon damals mehrere nächte zu zweit in einem 70cm-bett verbracht. bis gerade eben waren 140cm das optimum. da werde ich mal die 2m versuchen müssen.
19. Januar 2009 um 17:09
2m sind perfekt! In den Weiten von zwei matrazen ist es für jeden so, als ob er alleine schlafen würde, obgleich die Schönen Dinge des Zusammenschlafens immer noch gleich ein Paar Zentimeter weiter sind! Kann ich nur empfehlen, für mich ist ein 2m-bett ein Traum, denn ich mir einer Tages (in einer größeren Wohnung) erfüllen werde. Egal wie sehr Sie klagt *fg*.
22. Januar 2009 um 22:09
Hehe ach mit 140 gehts doch noch, ich kämpfe hier im Studentenwohnheim mit 80cm. Die meisten genannten phänomene treten dann garnicht auf weil garkein Platz zum Bewegen ist, besonders wenn man so breite Schultern hat wie ich. Aber irgendwie geht es dann doch immer
25. Februar 2009 um 09:39
Ah comme je vous adore!!!
einfach zu gut die texte!
ach ja und versucht das ganze doch bitte mal mit 3 leuten auf ner 90 matratze….ja das wird lustig;)
wobei ich herausgefunden habe, dass zwei frauen nebeneinander gut harmonieren;)
4. März 2009 um 18:58
danke ich musste herzhaft lachen!