Kategorie: Catcity, Outer Game - Catcity

Where have all the good men gone. And where are all the gods?
Where’s the street-wise Hercules´. To fight the rising odds?

„Hey, mach dir nichts draus. Sei froh, dass es vorbei ist, bevor es angefangen hat. Stell dir mal vor, du hättest erst nach einigen Monaten Beziehung herausgefunden, wie der Gute wirklich tickt.“
So oder so ähnlich kennt jede den Satz, den man zu Aufmunterung der Freundin immer wieder rezitiert, das ganze mit bildhaften Beispielen untermalt und mit ihr zusammen immer wieder neue Visionen einer grauenhaften Zukunft  zeichnet – mit der Wussyzwiebel (Wussy = Feigling, Weichei, aus den englischen Wörtern „wimp“ und „pussy“ entstanden)
Die Wussyzwiebel ist männlich und macht sich die einzelnen Schichten, die ihr von Geburt an gegeben sind, geschickt zu Nutze.

Doch fangen wir am Anfang an. Wo man sie kennen gelernt hat, spielt im Prinzip keine Rolle. Aber man ist begeistert von ihr und sicherlich auch ein wenig verliebt. Verguckt hat man sich, in die Wussyzwiebel. Und schön redet man sich alles, das mit ihr im Zusammenhang steht: Aussehen, Charakter und Verhalten.

Er meldet sich nicht mehr? Er hat sicherlich viel zu tun.
Er lässt dich alles entscheiden? Das ändert sich sicherlich bald.
Er sagt bei Datevorschlägen von dir zwar zu, aber zeigt keine Initiative. Naja, wenn er nicht an mir interessiert wäre, würde er sich ja nicht mit mir treffen, oder?

Während man begeistert durch diese rosa Welt lustwandelt und die positiven Seiten hervorhebt – er ist eben eine Herausforderung, der Sex war doch einfach so schön, man kann stundenlang mit ihm quatschen, er ist so lustig… – schält sich schon die erste Schicht der Zwiebel ab. Das Wussy der Zwiebel liegt im Kern versteckt, nach außen hin durch zahlreiche Verteidigungsschichten abgeschottet. Je mehr Schichten freigelegt werden, desto verblichener wird das rosa bis es irgendwann wieder zu neutralem weiß geworden ist.

Er mag noch so interessant, sexy, angenehm und einfach toll sein. Handelt es sich bei dem Liebsten deiner Wahl um eine Wussyzwiebel, entdeckst du erst nach dem Abschälen der einzelnen Schichten, was wirklich in dem Guten steckt… nämlich ein Wussy.
Werte Herren, das mag jetzt hart klingen, aber so ist es. Und im Prinzip wisst ihr das auch.

Um eine Wussyzwiebel zu erkennen, sollte man sich nicht allzu schnell hinter der rosa Brille verstecken, wenn’s ab und an immer mal wieder brennt. Das Brennen ignorieren hat nur zur Folge, dass es – je länger die wie geartete Beziehung auch immer zu einer Wussyzwiebel andauert – noch mehr schmerzt. Denn das große Erwachen gehört beim Schälen jeder Wussyzwiebel dazu. Kurz und schmerzlos lautet auch hier wie so oft die Devise. Denn dann kann man der Freundin getrost glauben, dass sie Recht hat, wenn sie sagt „Sei froh, dass du es jetzt schon weißt“.

Die Wussyzwiebel zeichnet sich dadurch aus, erst begeisternd, dann schnell ernüchternd zu wirken. Rosa wird schnell zu weiß, indem die weibliche Initiative auf männliche Ignoranz stößt. Auch kommunikative Beteuerungen der Wussyzwiebel, man fühle sich so wohl mit dem Gegenüber, sollen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Initiative dieses Exemplars nicht kommen wird. Denn sie ist tief vergraben. Hinter Angst, Schüchternheit, Trägheit und nicht genug Interesse.
So hart die Wahrheit auch klingt, verehrte Damen, wer an das Exemplar der Wussyzwiebel gerät, der sei geraten, möglichst schnell weiter zu ziehen. Auch wenn es schmerzt. Denn brennen wird es immer – auch, wenn man meint, sich mit den besten Hausmittelchen noch so gut davor schützen zu können. Das Erwachen, wenn man zum Kern der Zwiebel vorgedrungen ist, bringt man also lieber in den ersten Phasen des Kennenlernens hinter sich. Und nicht erst nach einer langen Beziehung, in der man sich immer wieder vorgaukelt, die Zwiebel sei doch eine starke Kartoffel, ein dicke Möhre oder eine saftige Aubergine. Sie ist es nicht.

Wussyzwiebel bleibt Wussyzwiebel – mit Schichten und vor allem ohne.

I need a hero. I’m holding out for at hero ’till the end of the night
He’s gotta be strong. And he’s gotta be fast. And he’s gotta be fresh from the fight.

The Bride

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12 Kommentare to “♀ | Was tun, wenn’s brennt? Die Wussyzwiebel und ihre Schichten.”

  1. Lady hat kommentiert:

    Die Wussyzwiebel ist mir zwar wohlbekannt, allerdings wäre ich niemals auf diese Wortschöpfung gekommen. Es lebe das Annakreativteam! :)

    Etwas Postives hat die Wussyzwiebel m.M.n jedoch an sich:
    ja, es brennt während man sie schält, aber wenn sie erst fein gehackt in der Pastasauce vor sich hin schmort, hat man schon beinahe vergessen, dass sie je existierte.
    Also nach 10 Zwiebelminuten und ca. 3 Menschentagen 😉

  2. Gunbot hat kommentiert:

    Es ist immer wieder interessant diese Seite zu lesen. Vor allem bekommt man als Mann endlich mal mit, was für verschiedenartige Konstrukte sich die Damenwelt so erschafft. Man muss halt nur aufpassen vor lauter Schmarn nicht den Blick fürs Wesentliche zu verlieren.

  3. Spades hat kommentiert:

    Ich finde es unglaublich krass!
    Wie Kerle, die im Grunde – ja – Wussys sind, es aber mit aufgesetzten oder eben erlernten Charakteratributen schaffen, wirklich tolle Frauen zu täuschen. Solche Gaukler kann ich auf den Tod nicht ab.

    Ich wünsche es jedem Mädel, solche Kerle sofort richtig zu verstehen.

  4. Cameleon hat kommentiert:

    Kurze nicht-jubelnde Kommentare:

    (1) Lustige Wortschöpfung, eine nette Idee, und das Bild einer leicht „brennenden“ Enttäuschung. Eine charmante femme fatale dünstet die Wussys und warnt die Damenwelt. Gut.

    (2) Aber: wann fällt beim Häuten der Zwiebel denn auf, ob ein Wussy drin steckt oder nicht? Wo sind die trennscharfen Kriterien (so relativ das Ganze immer ist)? Dass er mal ignorant, mal desinteressiert, mal bequem ist, dass wird immer mal wieder passieren – bei jedem Mann, ob PUA oder Natural oder was auch immer… In anderen Worten: ab wann ist ein Wussy ein Wussy? Die Frage bleibt offen und so ist das Learning für Sie einfach nur „Pass auf, leg die rosa Brille ab…“ und für ihn vielleicht ein larmoyantes „Schau in den Spiegel“.

    (3) Und genau das enttäuscht mich gerade: weil es doch bestimmt noch Genaueres dazu zu sagen gäbe. Oder aber: Du, liebe The Bridge bist ein Glückspilz und kennst die Wussys nur aus Beobachtungen der Beziehungen Deiner (entfernteren) Freundinnen. Allein, mir fehlt der Glaube….

    Viele Grüße – und weiter viel Erfolg!
    C.

  5. Spades hat kommentiert:

    Würde im Text angesprochen, zwar indirekt, aber es gibt die Bedingungen für für die Lösung deiner Kritik.

    Wenn der Kerl von einer zur anderen Minute „anders“ ist (also bspw. nicht mehr mit Selbstdarstellung trumpft, trumpfen können und andere ausdenken lässen oder sich aus Situationen über Ausflüchte fern hält, die sein vorher demostrierte Mutigkeit/Stärke/Überlegenheit in frage stellen)

    Ab da lässt sich der Schluss fassen: ist wohl Sorte Wussy.
    Das hast du richtig erkannt, Cameleon. Auch ist die Erfahrung nötig.
    Wir Kerle, die meisten wohl eher rationaler, sind nun leicht um Stande solche Typen zu durchschauen, aber verliebt rede ich meinen Mädels auch mal mehr Selbstvertrauen und Gefühlsvolligkeit zu, als sie denn haben. So blenden Emotionen, deswegen fakten/keine rosa Brille. Also mit dem Artikel kann ich was anfangen.

  6. Arrg hat kommentiert:

    „Ab da lässt sich der Schluss fassen: ist wohl Sorte Wussy.
    Das hast du richtig erkannt, Cameleon. Auch ist die Erfahrung nötig.
    Wir Kerle, die meisten wohl eher rationaler, sind nun leicht um Stande solche Typen zu durchschauen, aber verliebt rede ich meinen Mädels auch mal mehr Selbstvertrauen und Gefühlsvolligkeit zu, als sie denn haben. So blenden Emotionen, deswegen fakten/keine rosa Brille. Also mit dem Artikel kann ich was anfangen.“

    Du GLAUBST ihn zu durchschauen, weil du nicht so bist. Du GLAUBST er spielt das, da deine Vorstellungskraft nicht ausreicht über deinen Horizont zu denken. Das zeigt mir, dass du noch nicht so weit bist. Wichtig ist, mit diesem krankhaften abschätzen anderer aufzuhören und endlich auf die eigenen Reaktionen und Aktionen zu blicken. Wie glaubt ihr haben Sharkk, Fastlane und Andere gearbeitet? Mit, den durschaue ich? Damit baut man sich eine völlig kapputte und unrealistische Realität auf. Was gesagt wird, sollte man annehmen und damit im Gespräch arbeiten. Ob der Typ dadurch deine Großmutter flachlegen will, ist in dem Moment egal. Sollange man selber klar denkt, wird nichts gegen deinen willen geschehen. HÖRT AUF mit ewiger Kontrolle und „den durchschaue ich“. Dann wirds interessant. Sorry, jetzt hats gerade dich getroffen. Vielleicht rüttelts irgendwen wach. Ansonsten Mädels, viel Spaß beim Schälen.

  7. annaprinzip hat kommentiert:

    Hey Cameleon,
    ja, wo fällt beim Häuten auf, dass es sich um eine Wussyzwiebel handelt? Habe ich im Artikel geschrieben… dann, wenn er sich inkongruent verhält. Wenn er dir versichert, sich mit dir treffen zu wollen, es aber aus Gründen x, y und z nie schafft. Wenn er nicht führen kann, keine Ansagen machen kann, wenn alles so belanglos dahinplätschert und du das Gefühl bekommst, selbst alles regeln und organisieren zu müssen. Ein Wussy ist vor allem eins: nicht dominant.

    Ich kann dir versichern, dass die Braut – nicht die Brücke -, also ich, diese Wussys nicht nur aus Beobachtung kenne. Den ein oder anderen durfte ich schon kennenlernen und habe früher oder später Reißaus genommen. Da glaubst du also schon ganz richtig…

    LG Bride

  8. Gunbot hat kommentiert:

    „..das Gefühl bekommst, selbst alles regeln und organisieren zu müssen“

    wenn er also keine Lust mehr hat sie wie ein kleines Kind an der Hand zu führen isser also ne „Wussy“ ..verstehe -_-„

  9. annaprinzip hat kommentiert:

    …nein, du versteht glaub ich nicht. Es geht vor allem darum, die Rolle des Mannes zu übernehmen. Das heißt nicht, wie ein dominantes Arschloch alles bestimmen zu wollen, um zu vermeiden, sie wie Papas kleines Mädchen zu behandeln. Es heißt für mich aber schon, eben nicht alles zu hinterfragen, ihr bei allem die Inititative zu überlassen („Sehen wir uns mal wieder?“ statt „Laß uns morgen spazieren gehen“ oder „Nein, ich möchte dich wirklich sehen, aber ich bin so zu mit Terminen“ und sich dann nie melden statt „Hey, ich hab zwar wenig Zeit, aber ich ruf dich gleich kurz an“, etc…) und halt einfach mal die Zügel in die Hand zu nehmen. So wie es sich gehört für den Mann, den ich möchte – und das ist kein Wussy.

    Bride

  10. Daniel hat kommentiert:

    *Hmmm…besser spät als nie…*

    Ich denke schon, dass Gunbot verstanden hat. Für mich klingt es nämlich auch nach High Maintenance Frauen, die sich in der Beziehung einfach meinen zurücklehnen, und den Mann in die Pflicht nehmen zu können. Nach dem Motto: So, du Kasper. Tanz für mich.

    Das passt aber so gar nicht mehr in das Bild einer emanzipierten Frau. Wieder ein typischer Fall von: wir picken uns das raus, was uns gefällt.

  11. löwenmähne hat kommentiert:

    Dieser Artikel hat mir grad unheimlich geholfen, da ich genau einen solchen Mann kennengelernt habe und auf dem besten Weg war, mich Hals über Kopf zu verlieben. Beinahe wörtlich habe ich sein Verhalten darin wiedergefunden.
    Eine Seite ist stark, humorvoll, intelligent und souverän, die andere panisch wie ein kleines Kind, unter dauerndem Termindruck und Hang zur Vergeßlichkeit (vergißt den zugesagten Anruf bei mir).
    …und nein, ich habe nicht immer die Möglichkeit, ihm diesen Anruf „abzunehmen“ – und selbst wenn, ich WILL es nicht.
    Zeit zu stehlen gehört sich nicht, egal in welcher Beziehung man zueinander steht.

    So plätschert unsere Bekanntschaft schon seit über 2 Monaten vor sich hin und er geht einen Schritt auf mich zu und gleich wieder zwei zurück. Neee, darauf hab ich echt keine Lust mehr. Der soll mal fertig werden… gg Ich hab mir das jetzt lange genug angeschaut und ihm Signale gesendet. Aus die Maus.

    Ich laß sofort meine rosarote Brille neu einfärben :)

    Weiter so und lieben Dank

  12. No Use for a Name – Oder: Schatz, du siehst so süß aus, wenn du schläfst! | annaprinzip

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