Kategorie: Brides Beach

Und es hätte so schön sein können…

Es gibt Dinge im Leben, die passieren einem nur einmal. Dinge, die man sofort seiner besten Freundin erzählen muss. Und vor allem Dinge, von denen man glaubte, es gäbe sie nicht. Dinge, die etwas zerstören, das noch gar nicht angefangen hat – oder besser: uns vor weiteren Dingen bewahren.

Meine Freundin hat dieses eine Ding erlebt. Und mir erzählt. Und nun erzähl’ ich euch von den Dingen, die so passieren können. In der Datingwelt. Da draußen. Beim Kampf um Zuneigung, Zärtlichkeit und vor allem Zweisamkeit.

Es fängt an, wo so viele Dinge heute anfangen: Online in einem sozialen Netzwerk. Man erhält eine Nachricht, klickt beim anderen aufs Profil, denkt sich „ach, der sieht ja ganz nett aus, ich antworte mal.” Und dann schreibt man und antwortet, und schreibt wieder und antwortet wieder und macht letztlich irgendwann ein Treffen aus. Der andere könnte ja…und vielleicht findet er mich… und wenn es nur ein zwangloser netter Abend…

Und man ist erstaunt, dass es wirklich so ist, wie man sich vorgestellt hat. Der andere ist tatsächlich nett, er erzählt lustige Geschichten, er scheint einen zu mögen, er landet zu Hause neben einem auf dem Sofa – und letztlich auf einem. Auf dem Sofa, Boden, Teppich oder Bett. Im Prinzip ist das der Gang, den die Dinge so gehen.

Aber natürlich reitet man nach dem ersten Date mit dem Prinz seiner Wahl nicht über eine Blumenwiese in den roten Sonnenuntergang – das wissen wir alle. Meine Freundin hatte allerdings das Glück, dass aus dem Prinz ein Plapperer, aus der Blumenwiese eine blattlose Wüste und aus dem roten Sonnenuntergang der Schrecken ihres Datinglebens wurde.

Der Abend plätscherte locker vor sich hin, Körperkontakt und Körperreibereien inklusive. Aus dem Nichts dann die Frage: „Und? Könntest du dir eine Beziehung vorstellen?”
Flow weg, Panik da. Wer, wie, was? Beziehung? Sofort? Nach zwei Stunden kennen lernen? Hat er schon einen Ring gekauft? Namen unserer Kinder tätowiert?
Panik bei meiner Freundin und Entsetzen bei mir.
Aber als sei diese verbotene Frage – diese unmoralische Datingwaffe vom Kaliber einer Atombombe – nicht schon beinah dafür verantwortlich gewesen, dass meine Freundin die Männerwelt für immer verflucht und eine Reise zur Venus bucht; der Gute hat noch einen Trumpf im Ärmel, den er aber erst am nächsten Morgen ausspielen wird. Denn meine Freundin ist umgänglich und liebenswürdig, und schmeißt die Onlinebekanntschaft nach diesem Satz nicht sofort aus der Wohnung, sondern sieht großmütig darüber hinweg und versucht, den Rest des Abends beim gemeinsamen Lästern über das TV-Programm angenehm ausklingen zu lassen.
So weit, so gut.

Kennt ihr das Gefühl, das man hat, wenn man sich beobachtet fühlt? Richtig. Und mit genau diesem Gefühl wacht meine Freundin am nächsten Morgen verschlafen auf dem Sofa auf. Vor sich ein Augenpaar, dass sie liebevoll betrachtet. An diesem Augenpaar die Onlinebekanntschaft von gestern, die nun zum finalen Schlag ausholt:
„Schatz, du siehst so süß aus, wenn du schläfst!”




Stille. Erneut Panik. Staunen. Selbsterhaltungstrieb. Schatz?? Süß?? Hat der Alkohol eine Blitzhochzeit noch gestern Nacht in Vergessenheit geraten lassen?
Nein. Der Gute hat einfach die Gabe, alles falsch zu machen, was er falsch machen kann. Und weil meine Freundin eben gutmütig ist, schreibt sie auch heute noch mit ihm. Und weist ihn zurecht, wenn er mal wieder fragt, ob sie sich vorstellen könne, ihn mal wieder zu treffen. Oder ob sie sich irgendwann möglicherweise mal wieder sehen werden. Denn er ist ja ganz nett…

Aber mittlerweile hat meine Freundin einen anderen kennen gelernt. Beim Sport. Eigentlich gar nicht ihr Typ. Aber es ist einfach so passiert. Und er fragt nicht, ob sie sich eine Beziehung vorstellen kann. Und er nennt sie auch nicht Schatz. Eher geile Sau. Und wenn er sie sehen will, dann fragt er auch nicht, ob sie eventuell ganz vielleicht morgen oder übermorgen, aber es muss auch nicht, womöglich Zeit hätte, sondern fährt zu ihr, kocht vielleicht auch und nimmt sie dann nach allen Regeln der Kunst auf dem Weg ins Schlafzimmer direkt in der Küche. Jung und ungestüm, aber selbstbewusst und stark.

Das sind die Dinge, die so passieren. Was ihr hiervon mitnehmt, könnt ihr selbst entscheiden.

Meine Freundin nimmt in jedem Fall schon mal ein paar Kölsch mehr beim Einkaufen mit. Denn ihre neue Bekanntschaft könnte ja später vor der Tür stehen…

The Bride

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15 Kommentare to “No Use for a Name – Oder: Schatz, du siehst so süß aus, wenn du schläfst!”

  1. luthien hat kommentiert:

    So gut, so wahr!

  2. 1024x786 hat kommentiert:

    Geht uns Männern genauso. ;)

  3. Mr. Mint hat kommentiert:

    Da hat er Recht!
    Mir schon selber so ähnlich passiert.
    Schlimme Sache! ;)

    Sollte eigentlich klar sein, das dass mal gar nicht geht.

  4. Sebastian hat kommentiert:

    Was nicht eigentlich alles klar sein sollte… und es doch nicht ist ;)

    Das Thema Beziehung nach 2 Stunden ist natürlich eine sehr böse Falle. Sowas hab ich auch schon mehrfach erlebt. Sehr uncool und der Flow geht dabei definitiv verloren.

    Das “Schatz” finde ich dagegen lustig. Hier kommt es natürlich sehr auf den Kontext und den Vibe an. “Prinzesschen” mit einem Augenzwinkern ist auch toll ;)

  5. Jo_Hannes hat kommentiert:

    Die Onlinebekanntschaft lässt schon am ersten Abend die Leichen im Keller aufblitzen – absolutes NoGo! Ich war auch mal so;-)

    Echt nette Anekdote Mädels! Das kann man(n) sich zu Herzen nehmen.

  6. one hat kommentiert:

    So läufts eben… Manche Männer sollten einfach nicht zu viel TV gucken.

  7. Experience hat kommentiert:

    Im Prinzip, in der Theorie, bin ich auch vollkommen dieser Meinung.
    Jedoch ist vor Kurzem bei meiner Freundin genau das Gegenszenario eingetreten – er im Achterbahntempo viel Love und Zuneigung gezeigt, worauf sie total abfährt. Man sieht: Man kann eben doch nicht alle Frauen über einen Kamm scheren!

  8. Antiarbusto hat kommentiert:

    Oh Mann,

    tja, sowas gibts halt immer noch !

    Gruselig, oder ?

    Wobei, es gibt ja einige wenige Frauen, die sehen das genauso, und gehen sogar davon aus, das man fest zusammen ist, wenn man in der Disko nur mal rumgeknutscht hat! … alles schon erlebt!

    Also .. auf beiden Seiten lernbedarf !

    Und dann gibt es natürlich auch das Gegenteil, wo Frau genau das toll findet, wenn sie so schnell in einer Beziehung landet. Ob Frau da den Kopf ausschaltet oder einfach nur übermäßig beziehungstechnisch bedürftig ist, weiss ich nicht.

    Gruß Antiarbusto

  9. Stefan hat kommentiert:

    Das erste Date. Das Spiel des Lebens oder Mensch ärger Dich nicht?

    Der Ort der Wahrheit ist nicht immer direkt ersichtlich. Manchmal liegt sie zwischen ihren Beinen, manchmal irgendwo zwischen Herz und Verstand. Beim ersten Abend gibt es keine Erwartung, keinen definierten Ablauf, keine schriftlich fixierten Regeln. Vielmehr werden die Spielregeln im Verlauf verbal und nonverbal ganz automatisch ausgetauscht. Sind sie sich einig, spielen sie das Spiel des Lebens. Häufig kommt es jedoch anders. Sie legt die Herzdame auf den Tisch in der Hoffnung er zieht mit dem Herzbuben nach. Gespannt versucht sie Ihm in die Karten zu schauen. Er holt groß aus. Selbstsicher knallt er Ihr ein Royal Flush hin mit der Absicht das gleiche mit ihr zu tun. Strippoker. Game over. You loose. Man sollte sich selbst durchleuchtet haben bevor man versucht durch andere hindurchzusehen. Die Wertigkeit eine Situation zu erkennen, ist wie eine Schatztruhe. Öffne sie – ohne rosa gefärbte Brille – und Du weißt, ob sie süße Liebe, heißen Sex oder blanke Ernüchterung enthält.
    Dabei gibt es viele Falschspieler. Klar. Manche mogeln bewusst die Herzkarte unter, um ein Schiff zu versenken. Manche ziehen sich aus um Wärme zu finden. Davon bleibt keiner gefreit.

    Aber das macht ja auch gerade den Reiz des Dates aus und ist definitiv spannender als ne Partie Mensch ärger Dich nicht.

  10. Mario hat kommentiert:

    haha sehr geil!!! ist mir zum glück noch nie passiert..

  11. Otis hat kommentiert:

    Lol, und dann beschwehrt ihr euch wieder, bzw. wundert euch, wenn ER sich drei Tage lang nicht meldet weil ER ein Saufgelage mit nen paar Kumpeld vom Sportverein hatte und mit nem Sack dreckiger Wäsche vor der Tür steht, oder eben nicht erst fragt ob er ein anderes mal zurückrufen kann weil ihm eine Fernsehsendung wichtiger ist

    Ihr knüpft Bedingungen an Kennenlernrituale, welche ihr später nicht mehr haben wollt und wundert euch dass die Beziehung plötzlich nicht mehr funktioniert.

    => Euch Frauen ist echt nicht mehr zu helfen.

  12. annaprinzip hat kommentiert:

    @Otis:
    Also ich persönlich beschwer mich eigentlich über nichts dergleichen. Laß mir aber gerne helfen. Aber dann bitte in andere Dingen. Bauchnabel abwärts ;-)
    LG Bride

  13. Otis hat kommentiert:

    Mag sein das Du dich da nicht beschwehrst, ich bezog meine Anmerkung auf den Beitrag “Die Netten Jahre sind vorbei” deiner Kollegin, in welchem diverse Fehlverhalten aufgeführt werden.

    Der zweite Mann welche deine Freundin jetzt neu hat, ist genau dieser Typ Mann welcher bevorzugt solche Fehlverhalten hat. Dieser Typ Mann fragt eben nicht bevor er handelt, macht sich keine Gedanken darum wie es Dir als Frau geht und welche Gefühle er verletzt wenn er mit anderen Frauen flirtet, oder eben nicht zurückruft.

    Wie auch immer, viel Spass beim Helfen lassen ;)

    LG Otis

  14. annaprinzip hat kommentiert:

    @Otis:

    Dir ist hoffentlich klar, dass ich hier nicht 1 zu 1 aus meinem Leben erzähle, lieber Otis.
    Wie immer sind genannte Fälle aus dem Leben gegriffene Beispiele, nicht aber zwingend meine eigenen.
    Zudem wäre es schön, wenn du unter dem Beitrag kommentierst, den du meinst.

    PS: Ich beschwere mich nicht, ich stelle fest.

    Herzlichst, Esperame.

  15. Otis hat kommentiert:

    @Esperame:
    Ja das ist mir bewust, ich wollte auch gar nicht auf bestimmte Personen abzielen (man beachte das ich von “Typ” Mann gesprochen habe).

    Im Gegenteil, meine Anmerkung war ein typisches allgemeines Beispiel dafür, dass gewisse spontane Eigenschaften als attraktiv gelten, aber später zu den erwähnten Nebeneffekten führen.

    Die Unterstellung “…und da beschwert ihr euch…” war lediglich Stilmittel des Satzbaus und nicht persönlich gemeint. Mit “ihr” habe ich verallgemeinernd von “euch Frauen” gesprochen.
    Ich hofft du verzeihst mir diesen offenbar nicht ganz geglückten Beitrag. Ich möchte hier niemanden vor den Kopf stossen :)

    LG
    Otis
    (Ferien ich komme!! *wink*)

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