Kategorie: Inner Game

Relax, take it easy. For there is nothing that we can do.
Relax, take it easy. Blame it on me or blame it on you.

Während er die Augen verdreht und wohl mal wieder in sich hineinlächelt, zuppelt und zerrt sie immer noch an sich herum. Sie liegt zwar, aber die Decke unten an ihren Füßen ist noch nicht perfekt umgeschlagen. Und oben guckt auch noch ein Stück Arm heraus. Und eigentlich könnte sie doch noch eine zweite Decke über die Füße…? Und das Kopfkissen sollte auch noch mal kurz aufgeschlagen werden. Hier ist irgendetwas verdreht. Ach mist, jetzt ist auch noch ihr T-Shirt hochgerutscht und irgendwas sitzt beim Slip auch nicht richtig…
Er legt sich hin, zieht die Decke über sich und…liegt. Ganz einfach.

Genauso im Kino. Hinein in den Saal, Reihe gefunden, Plätze ausgemacht, hinsetzen.
Es könnte so einfach sein. Ist es aber nicht. Zumindest nicht für sie.

„Hältst du mal eben mein Popcorn, ich muss meine Jacke ausziehen…” – Irgendwie schafft er das auch ohne ihr seine gesamten Habseligkeiten in den Arm zu drücken.
„Kannst du mal den Ärmel von meiner Jacke hinten hochziehen? Dann kann ich mich in meine Jacke einmummeln; es könnte ja gleich doch etwas kühler werden, dann hab ich sie direkt um die Schultern.” – Kalt? Er sitzt im T-Shirt und überlegt schon, ob er den Film ohne Schweißausbrüche und Wasserinfusion überleben kann.
Als sie zu Ende gewuselt hat und endlich still sitzt, fällt ihr ein, dass sie ja doch ihre Hand auf seine …oder auf den Oberschenkel? Oder doch am Arm? Irgendwie doch ungemütlich. Kann man hier nicht die Armlehnen hochklappen? Nee, das ist nicht so bequem…
„Duhuu…du könntest ja deine Hand hier so auf meinen Oberschenkel und ich halte das Popcorn?” - Worum geht es in dem Film überhaupt? Er weiß es nicht, denn das Wiesel neben ihm hat ihn bisher die ganze Zeit abgelenkt.

Frauen wuseln gern. Männer manchmal auch. Aber wir müssen zugeben: Meist sind Wiesel doch eher weiblich.

Doch was hat es auf sich, mit dem Wieseln und Wuseln?
Wer wuselt, findet schwer Ruhe. Es gibt immer etwas besseres, gemütlicheres, perfekteres. Das, was man gerade hat, könnte anders sein. Besser? Schlechter? Vor allem anders. Und natürlich in der Zukunftsvision des Wiesels doch immer besser als schlechter. Dem Wiesel fällt es schwer, Entscheidungen zu fällen und sich mit der Wahl zufrieden zu geben. Denn das andere könnte doch eher zu uns passen, perfekter sein.
Die Hand auf dem Oberschenkel ist sicher gemütlicher als auf dem Arm…
Die Decke kuschelt sich sicher besser einen Zentimeter höher an uns heran als so, wie sie gerade liegt.
Eins haben alle Wiesel gemeinsam: Es fällt ihnen schwer, das Un-perfekte anzunehmen – es so zu akzeptieren, wie es ist. Die Situation so hinzunehmen, wie sie ist und nicht zur Seite zu schielen, weil es dort besser sein könnte. Auf diese Weise wird der Ist-Zustand nie richtig wahrgenommen, denn der angestrebte Perfekt-Zustand ist der, an dem unsere Gedanken kleben.
So, wie es ist, kann auch das Unperfekte genau richtig für uns sein. Doch wir stecken unsere Energie nicht in das Auffassen und Genießen dieses unperfekten Ist-Zustandes, sondern ins Wuseln und Wieseln nach dem angestrebten Perfekt-Zustand.
Warum nicht einfach mal hinnehmen, dass die Decke da unten ein wenig schief liegt und die Jacke, an der wir lehnen, an einer Stelle verdreht ist?

Wuseln ist anstrengend. Für uns und für unsere Mitmenschen.
Wiesel werden immer wuseln. Aber wer – auch wenn es nur bei Kleinigkeiten ist – einmal das Wuseln verringert zugunsten des Annehmens der Situation, so wie sie ist, gewinnt im Gegenzug Stärke. Stärke über sich selbst und Stärke, das Jetzt klarer wahrzunehmen.

Wiesel aller Länder vereinigt euch und zeigt dem Wuseln, was eine Harke ist!
…oder wie niedlich ihr gucken könnt, wenn ihr denn Mann neben euch mit exzessivem Wuseln mal wieder zur Weißglut getrieben habt.

The Bride

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10 Kommentare to “Wer rastet der rostet? Oder: Wuseln für Fortgeschrittene”

  1. Sebastian hat kommentiert:

    Herrlich amüsant geschrieben :)

  2. jon29 hat kommentiert:

    Muß ich mir jetzt Sorgen machen, weil ich als Mann immer wusel und die Frauen genervt sind? Niedlich gucken hat bei mir irgendwie nicht geholfen :-)

  3. magnus hat kommentiert:

    Was soll der Quatsch?
    Bist du Mario Barth oder warum schreibst auch so unlustige sexistische Scheiße?
    Es ist frustrierend mit anzusehen wie sich Frauen selbst in ihr eigenes Frauenfeindbild drücken. Dein gegebenes Beispiel erzeugt bei mir Würgreize. Auch wenn das ganze mit der entsprechenden, von mir auch wohl verstandenen Ironie geschrieben ist, finde ich das nicht lustig. Es wird genug Männer geben, á la Mario Barth Fan, die so etwas für bare Münze nehmen und das auch auf ihre Freundin/Frau anwenden.

  4. annaprinzip hat kommentiert:

    Du hast wirklich Nerven, in einem einzigen Kommentar die Wörter Sex, Männer und Würgreiz einzubauen, und von barbusig will ich gar nicht erst anfangen! …Immer dieses verdammte NLP! Jetzt werde ich heute ein böses, böses Mädchen sein und frauenfeindliche Gedanken haben müssen…ob Mario Barth sich die gerne mal anhören würde…?

    Lieber Magnus,
    liebe Mario Barth Fans,

    alles, was ihr lest, enstpricht zu 100% der Wahrheit. Frauenfeindbilder – Frauenbilder – Frauenabbilder mit eingeschlossen. Ich bin ein Wiesel. Ein süßes Wiesel. Und ich wusel gern. Mal mehr mal weniger. Und das beste: Ich bin mir dessen bewußt, erforsche meine Mardergene und freue mich über jedes Wuseln, dass ich absetzen und dafür die Ist-Brille aufsetzen kann. Achja, fast vergessen…ich bin ein brillentragendes Wiesel, das aber noch nie in Nussloch war!

    Liebe Grüße,
    Wusel-Bride

    P.S. Handtaschen habe ich trotzdem zu viele…

  5. magnus hat kommentiert:

    Viel Spaß beim böse sein, es sei dir gegönnt.
    Vielleicht ist das Anzetteln einer Diskussion in einem Webblog nicht unbedingt das schlauste, wenn die Betreiberin schon im nächsten Kommentar schreibt, dass sie das alles gerechtfertigt findet, ihre humorvoll beschriebenen “Macken” der Frauen, und weiterhin über den lustigen Mario kichert.
    Herzlichen Glückwunsch zur Brille und zu den Handtaschen.

  6. annaprinzip hat kommentiert:

    lieber magnus,
    du bist das beste beispiel dafür, dass die emanzipation nicht nur geglückt ist, sondern quasi übererfüllt wird.
    schön, dass wenigstens die männer sich um das richtige frauenbild kümmern, wenn schon die frauen es nicht mehr für nötig halten …

    schwester bride ist übrigens wirklich ein schrecklich wuseliges wiesel, wenn also jemand darüber berichten darf, dann sie.

    esperame

  7. orion hat kommentiert:

    Ich als Dude, find es manchmal erschreckend, mit welcher Gelassenheit ich mein “Beziehungswusel” (in den im Text beschriebenen Situationen) hinnehme ohne an die Decke zu gehen. Ich bin einfach der Meinung, dass manche Wuseletten also Frauen, sind einfach nicht ignorant genug, um hinzunehmen, dass es in der Höhle beim Feuer schauen nur ein Programm gibt. Um es mal auf einen simplen Vergleich runterzubrechen.

    best greets orion

  8. alp hat kommentiert:

    herrlich amüsant geschrieben…und so wahr

  9. The Fogger hat kommentiert:

    Bride und esperame, eure Art zu schreiben wird mir immer sympathischer.

    Ich muss zugeben, dass ich dieses wuseln zeitweise auch sehr süß finde, man kann die Frauen so leicht damit aufziehen, ärgern, zum Lachen bringen, …
    Man(n) muss ja nicht nur immer die schlechten Seiten hervorkehren, nicht wahr? ;)

  10. miedziana hat kommentiert:

    Toller Text! Besonders in der Kino-Situation habe ich mich wiedererkannt! ;-)
    Mittlerweile beschränke ich meine Wuselei nur noch auf mein neu erworbenes Hobby – das Heimwerken. In Zwischenmenschlichem genieße ich immer öfter den Ist-Zustand ;-)

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