Kategorie: Outer Game
Völker, Hört Die Signale. Oder: Merken, Dass Was Geht – Teil I.
9. November 2009

Volker, hör die Signale!
(anonym)
Er sagt: Ehrlich, ich check nie, wenn mich eine mag. Ich hör das immer erst hinterher von meinen Freunden, aber wenn ich frage, woher die das wissen wollen, dann können sie’s mir auch nicht genau sagen. Das sieht man halt, das war doch total klar, so wie die dich angeschaut hat … okay, okay, aber können die das nicht nächstes Mal ein bisschen früher erkannt haben? Damit ich vielleicht noch ne Chance hab, die Sache irgendwie in Gang zu bringen, bevor sie mit ihren Freundinnen weitergezogen ist?
Könnten sie. Wenn sie wüssten, wie.
Sie sagt: Ich wüsste echt nicht, was ich noch tun sollte, damit es einer checkt. Ich meine, ich guck ihm tief in die Augen, ich lache über den blödesten Witz und rücke auch noch total nah an ihn ran, als wir nebeneinander stehen. Ich meine, er hätte doch mal merken können, dass er mich mal küssen könnte! Oder nach meiner Nummer fragen. Herrgott nochmal. Stattdessen erzählt und erzählt er und irgendwann ziehen mich die Mädels weg und sagen, komm lass den doch, der kommt ja nie zu Potte. Und recht haben sie. Aber könnte mir mal einer verraten, wie ich das ändern kann?
Klar, wenn sie nur wüssten, wie.
Das “Merken, dass da was geht” gehört zu den schwierigsten Übungen. Für beide Geschlechter.
Abendelang mühen wir uns durch Gespräche, bei denen wir uns wahlweise fragen, ob das was möglich ist oder ob da mal was passiert. Die Signale, die Signale … welche waren das nochmal? Und waren sie das jetzt schon, oder irre ich mich? Kriege ich jetzt eine geknallt, wenn ich versuche, sie zu küssen? Denkt er, ich bin aufdringlich, wenn ich noch näher rücke? Oder … IST DA VIELLEICHT GAR KEIN INTERESSE???
Hinterher hören wir uns dann von unseren wohlmeinenden Freunden an, dass wir eine Situation total falsch eingeschätzt hätten. Vielleicht, als Krönung des Versagens, haben wir ihn oder sie noch vor Aufbruch von der Party mit einer anderen, an uns total nicht heranreichenden Unperson knutschen sehen. Na super. Dann nehmen wir uns fest vor, beim nächsten Mal etwas eindeutiger zu sein, etwas forscher, etwas mutiger und überhaupt, nächstes Mal nicht diejenigen zu sein, die allein nach Hause fahren. Wie wir das anstellen, wissen wir noch nicht, und bis zur nächsten Party haben wir die Frage auch geschickt verdrängt. Kann man ja eh nicht beeinflussen. Ist ja eh alles Schicksal. Und überhaupt.
Das stimmt natürlich nicht ganz.
Man muss es nicht gleich wissenschaftlich angehen, muss nicht untersuchen, ob sie besonders oft lächelt (will geküsst werden) oder beim Lachen die Zähne zeigt (will eher nicht geküsst werden), sich durch die Haare fährt (findet dich attraktiv) oder den Blick zwischen Augen und Mund hin und her wandern lässt (will sofort geküsst werden!).
Es gibt allerdings einige Fakten, die das Leben leichter machen.
Für euch, Jungs:
- Es wird euch keiner abnehmen, den ersten Schritt zu tun. Klar, wenn du lang genug wartest, und sie es denn unbedingt will, wird sie dich zuerst küssen. Aber sei dir dann darüber klar, dass sie sich nie unsterblich in dich verlieben wird.
- Wenn sie nicht weggeht, dann deshalb, weil sie gern in eurer Gesellschaft ist. DAS IST EIN GUTES ZEICHEN!
- Wenn sie wiederkommt, dann deshalb, weil sie gern in eurer Gesellschaft ist. Ja, auch das ist ein gutes Zeichen.
- John Wayne wusste es, Johnny Knoxville wusste es, und Superman sowieso: Den Mutigen gehört die Welt. Wer auf Nummer sicher geht, verpasst das Beste und wundert sich zum Schluss. Die sichere Nummer ist so sexy wie ein Besuch beim Steuerberater.
Für die Mädels:
- Wenn ihr immer wegschaut und nicht antwortet, wird er nie wissen, dass ihr an ihm interessiert seid. Es hilft, den Mund aufzumachen. Es hilft noch mehr, ihm dabei in die Augen zu schauen.
- Wenn er es nicht schafft, nach eurer Nummer zu fragen oder euch zu küssen, braucht ihr euch auch nicht die Augen auszuheulen wegen ihm. Wenn er das schon nicht hinbekommt, wird es auch sonst nichts mit ihm.
- Wenn ihr ihn haben wollt, gebt ihm doch auch die Gelegenheit dazu. Sich im Kreise der Freundinnen zu verstecken, hat noch keinen animiert, euch als die Traumfrau zu erkennen, die ihr selbstredend seid.
- Nein, ihr müsst nicht den ersten Schritt tun. Aber ihr könnt ihm den Weg zeigen. Spontane Berührungen, die Aufforderung, zusammen einen ruhigeren Ort aufzusuchen, das darf durchaus von euch kommen. Genauso wie der zweite oder dritte Schritt, nachdem der erste gemacht wurde. Niemand geht gern allein.
Jeder Schritt in eine bestimmte Richtung ist eine Reise auf unbekanntem Terrain. Keine zwei Menschen reagieren gleich. Was bei dem einen funktioniert, kann dem anderen sauer aufstoßen. Empathie und Hingabe, und zwar an die Situation im Hier und Jetzt, retten vor der befürchteten Karambolage. Wer genau hinschaut, kommt nicht vom Weg ab. Wer aber zu viel nachdenkt, stolpert.
Und wer sich in Ausreden vergräbt, wer seine Ängstlichkeit den Ausgang des Abends bestimmen lässt, muss sich nicht wundern, wenn er wieder und wieder allein nach Hause gehen muss.
Esperame.















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10. November 2009 um 01:03
word!
fakten die das leben leichter machen, so ist es.
paradoxerweise scheint es allerdings noch leichter und bequemer zu sein,
es sich nicht leichter zu machen
vor dem hier und jetzt darf man die augen nicht verschließen oder darauf warten bis man irgendwann von einer höheren macht gelenkt wird
Tu es…jetzt! =)
10. November 2009 um 07:37
Hey Esperame,
netter Text, aber ich finde er ist nicht weitreichend genug. Es gibt einige klare IOIs, du hast nen paar aufgezählt, aber es gibt mehr. Von beiden Seiten.
Und “oder beim Lachen die Zähne zeigt (will eher nicht geküsst werden)” … das hab ich ja noch nie gehört oder erlebt. Wie kommst du darauf? Ist das subjektiv?
Gruß Aegre Reminiscens