Kategorie: Esperames Ecke
Rotwein oder Totsein. Für und über den Rausch.
7. Januar 2010

Wer nicht liebt Wein, Weib, Gesang,
der bleibt ein Narr sein Leben lang.
Martin Luther
Wein, Gesang und Weib ist nur Zeitvertreib
ich geh jetzt – Nein! – okay, ich bleib.
Die Fantastischen Vier
Sex and drugs and rock and roll
is all my brain and body need
sex and drugs and rock and roll
is very good indeed
Ian Dury
Es gibt Menschen, die haben alles gern klar und übersichtlich. Das sind die Leute, die jeden Nachmittag ihren Schreibtisch komplett aufräumen, die ihr Adressbuch immer perfekt synchronisiert haben und ihre Steuererklärung spätestens im Februar gemacht.
Klar und übersichtlich hat viele Vorteile. Man verzettelt sich nicht, erlebt keine bösen Überraschungen, hat nie den Druck, irgendwas machen zu müssen und kommt ganz generell recht sauber durchs Leben.
Das sind allerdings auch die Menschen, die gern mal sagen: Man kann auch ohne Alkohol Spaß haben!
Ja, kann man. Wenn man Auto fahren muss, Medikamente nimmt oder schwanger ist.
Es gibt Menschen, die haben in ihrem Leben nie einen über den Durst getrunken. Die nehmen sich mal ein Gläschen Sekt vom Tablett, kichern zehn Minuten später leicht beschwipst und mit roten Bäckchen in sich hinein und trinken vor Schreck den Rest des Abends nur noch Orangensaft. Oder Cola Light.
Das hat viele Vorteile: keinen Filmriss, immer günstig nach Hause und am nächsten Tag ausgeschlafen und unverkatert. Ein Traum von einem Leben!
Für die, die es so mögen.
Denn der Rausch bringt etwas mit sich, was die Nichttrinker und Schnellbeschwipsten dieser Welt nicht kennen. Er benebelt den Moralisten in unserem Kopf, gibt dem Über-Ich eine Pause und lässt zur Abwechslung mal unser Es ans Tageslicht. Das ist die Seite, die ganz nach ihren Instinkten und Bedürfnissen handelt. Die unserem Ich sagt: Das brauchst du jetzt. Geh und hol es dir!
Das Es, das Tier in uns, ist ein Teil, mit dem wir nicht täglich hausieren gehen wollen, den wir aus gutem Grund nicht an der Oberfläche spazieren tragen, der nicht der erste ist, der einem neuen Menschen guten Tag sagt.
Das Über-Ich ist ein wachsamer Soldat. Den ganzen Tag drangsaliert und maßregelt es uns – und bewahrt uns vor größeren Schäden, keine Frage. Es sorgt dafür, dass wir mitten drin und nicht am Rande der Gesellschaft leben.
Doch ab und an, hin und wieder, ist es Zeit, sein Monster rauszulassen. Mit dem Es einen trinken zu gehen, kann ungeahnte Höhenflüge, nie gesehene Wünsche, eine ganz allgemeine Großartigkeit hervorzaubern, die uns sonst verwehrt blieben. Das Es lässt uns Sachen machen, die wir sonst nicht täten, die wir uns sonst verböten, für die wir uns schämten (und es oft genug auch tun, wenn der Rausch vorbei und die Vernunft wieder Oberhand gewonnen hat).
Ist das ein Grund zu verzichten?
Keineswegs.
Wer wären wir, wenn wir nicht mit einer bislang fremden Person einen Sonnenaufgang erlebt hätten, wo wären wir, wenn wir nicht in einem Stadtviertel aufgewacht wären, das uns vorher vollkommen unbekannt war, wer hätte uns zu all dem Unsinn verleitet, an den wir so gerne zurückdenken?
Es spricht nichts dagegen, schöne Dinge mit allen Sinnen wahrnehmen zu wollen. Sich vollständig erinnern zu können. Immer zu wissen, was man tut.
Doch wer sein Tier dauerhaft wegsperrt, hat vor allem Angst. Vor den eigenen Wünschen, vor dem, was man selbst nicht wahrhaben will zu sein und zu tun. Erst im Über-die-Stränge-schlagen kommt all das in uns heraus. Und gehört eben so zu uns, wie die vernünftige, gewissenhafte Person, die wir an den anderen 5, 6 Tagen in der Woche sind.
Manchmal sind es nur die ein, zwei Bier am Abend. Manchmal ein Glas Rotwein … und manchmal muss es auch eine ganze Flasche sein. Oder drei. Es gibt die Cuba-Libre-Abende und die Gin-Tonic-Nächte, es gibt die Tequila-Zeit und auch die Zeit für einen Whiskey on the rocks.
Was auch immer das Gift der Wahl ist – die Hauptsache ist, es zu genießen. Den Geschmack, den Geruch, die Wirkung, die es langsam aber stetig auf die Sinne hat. Die Veränderung des Hörens, des Sehens, des Denkens, diese großartigen Verschiebungen hin zu etwas völlig anderem. Der Mut und die Mutwilligkeit: Etwas einfach zu machen. Oder zu sagen. Völlig im Jetzt zu sein und nicht an das Morgen, vor allem aber nicht an das Gestern zu denken. Diesen Augenblick mit dieser Person zu erleben – auch wenn nicht alle Bruchstücke der Erinnerung später rekonstruierbar sind.
Wir wissen, es war gut. Und wir werden es wieder tun.
Esperame.
















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7. Januar 2010 um 22:06
Nett geschriebener Artikel.
Inhaltlich kann ich mich aber nicht ganz in deiner Meinung widerspiegeln.
Vorweg: Ja ich bin einer der “langweiligen Stillen Typen” auf ner Party. Und ja, wenn ich Alkohol trinke dann lockere ich auf und bin einigermaßen gesellig und spaßig.
Aber wenn man seine Hemmungen Herr über einen sein lässt, ist es dann nicht auf eine gewisse Art und Weise ein selbstausgestelltes Armutszeugnis?
Wenn ich ohne Alkohol nicht in Stimmung komme dann fühlt man sich damit doch à la “Toll ohne exogene Rauschmittel hättest du es nie in so eine Stimmung geschafft.”
Es gibt schließlich genug Leute die auch ohne Alkohol gute Stimmung aufbringen, wenn man das nicht ohne auch zusammenbringt halte ich das allerdings für etwas erbärmlich – da kann mans auch bleiben lassen und sich seiner Unfähigkeit stellen.
Jeden Abend sieht man Menschen in der U-Bahn, auf dem Weg zu ihrer Destination, mit ner Dose Bier vorglühen damit man ja nicht mit nem ‘Bad State’ ankommt.
Ich habe kein Problem damit wenn Leute aus Genuss ein Glas Wein oder ein Bier trinken, aber 95% der Menschen trinken ihn um die inneren Barrieren niederzureißen (siehe deinen Beitrag) ohne darüber nachzudenken ob man eigentlich “ich selbst” ist – ironischerweise ist man das sogar eher als mit den Barrieren. Allerdings nicht ohne Hilfe und das finde ich pathetisch.
Nur mit Alkohol Spaß zu haben ist wie wenn man einen Formel1 Grand Prix gewinnt bei dem man nur als Dummy im Fahrzeug sitzt und die Box steuert für einen – da hat man dann auch keinen Verdienst dran gewonnen zu haben.
Saa,
R.
7. Januar 2010 um 22:41
Du gehörst also in die Kategorie der gelegentlich Beschwipsten.
Das ist okay, wenn es dir reicht.
Ich empfehle allerdings, alles zumindest mal auszuprobieren – das hat nichts mit Unvermögen zu tun, sondern mit dem Mut, sich gehen zu lassen, ohne alles kontrollieren zu können oder zu müssen.
Nicht umsonst hat der Rausch in allen Kulturen und sogar im Tierreich eine besondere Bedeutung und wird gerade von kontrollierenden und einschränkenden Geistesrichtungen verteufelt.
Prost.
esperame
7. Januar 2010 um 23:48
Meinen Schreibtisch lieber nicht beachten; Die Leichtigkeit deines Textes gefällt mir, auch wenn er mir wie eine Selbstrechtfertigung scheint.
In uns allen schlummert Es und möchte heraus. Sei es bei dem Typen der uns die Vorfahrt geklaut hat oder derjenige der so unhöflich war und uns die Tür nicht aufgehalten hat. Es ist die Wut, es ist das Überschwängliche und andere Emotionen, die aus uns einen anderen Menschen. Es zeigt deinen wahren Charakter, doch du entscheidest wieviel du zeigen willst und wer was zu sehen bekommt. Manchmal übernimmt etwas anderes die Entscheidung – erleichtern, aber auch etwas beängstigend.
8. Januar 2010 um 22:49
“Trinken, trinken, trinken! Ist das alles, was du im Kopf hast?”
“Nein, aber es vertreibt die Zeit ganz gut. So wie jetzt.”
“Kannst du nicht auch nüchtern mit etwas fertig werden?”
“Schon, aber ich versuch’s lieber nicht.”
“Du willst dich nur drücken.”
“Das tut man mit allem. Golfspielen, Schlafen, Essen, Spazierengehen, Streiten, Joggen, Atmen, Ficken …”
(Bukowski)
8. Januar 2010 um 23:57
Esperame, der Text ist wirklich sehr schön geschrieben. Man erinnert sich gerne an die Taten im Rausch zurück und ja ES ist ein Teil von uns….
Daumen hoch!
Ciao,
TomBoy
9. Januar 2010 um 17:58
Ist doch Quark. Als ob ich nur dann ich wäre, wenn das Es das Über-Ich mal kraftvoll in den Hintern beißen darf.
Das Über-Ich versucht ja nicht grundlos, dem Es einen wenn auch nur dünnen gesellschaftlichen Firnis zu verpassen – und so erst ein Ich zu konstituieren. Das Es allein ist genauso wenig Ich wie das Über-Ich allein.
Denn das von der Leine gelassene Es ist vor allem häßlich. Das Es haut Anderen eins über die Rübe, wenn es sich schwach fühlt. Das Es kotzt vor Deine Füße und pinkelt an Hausecken, schmeißt seinen Müll auf die Straße und das gebrauchte Kondom in einen Briefkasten. Das männliche Es grapscht Dir an den Arsch und geifert in Deinen Ausschnitt.
Und das weibliche Es macht im besoffenen Zustand nur zwei Dinge: Erstens Damentoiletten einsauen, und zweitens alle um sich rum mit blödsinnig-selbstgerechtem Gesabbel tierisch nerven, eingeschlossen den Typen, der dann den – vielleicht sogar guten – Fick abstauben kann.
Uli
9. Januar 2010 um 18:02
@Uli: Na, deine Abende möchte ich nicht erleben … und dein Es auch lieber nicht kennenlernen.
Vielleicht tut es dir tatsächlich besser, sowas nicht von der Leine zu lassen : )
Allen anderen Kommentatoren vielen Dank und eine spannende Samstagnacht!
Esperame
9. Januar 2010 um 18:51
Keine Sorge, ich glaub, mein Es is ‘n Netten, nach allem, was mein Über-Ich so berichtet. Lass mein Es und meine Abende mal ruhig meine Sorge sein. Aber wenn Du hier so freigiebig Rat versprühst, sollte man Dich schonmal auf die Bandbreite der diversen real existieren Ese hinweisen dürfen.
10. Januar 2010 um 20:23
Hallo Annaprinzip,
bin ja begeistert das hier ein neuer Beitrag kommt. Schon sehr lange nichts mehr gehört. Das macht Hoffnung für das neue Jahr.
Viel Spaß und Erfolg wünsche ich
Milia
11. Januar 2010 um 13:20
Guter Beitrag:)
12. Januar 2010 um 20:12
Ich muss sagen, dass ich eure Texte Super finde, auch wenn dieser meiner Meinung nicht ganz zuende gedacht ist wie manch anderer Text hier.
Uli hat schon ein wenig recht und es wirkt ein wenig hochnäsig von dir, Esperame, wie du ihm gegenüber reagierst.
Das kann ich nicht verschweigen !
Nur weil er seine Wahrheit sagt und sie dir womöglich nicht gefällt. Was sagt es denn wirklich über Uli aus ?
Ich trinke gerne mal über den durst.
Als ich jünger war wurde ich dadurch aber eher traurig und eingeschüchtert und ruhiger.
Ich war ein Angsthase und Frustriert.
Doch vorallem kam mir irgendwann die Einsicht, dass ich mein Inneres besser kennen lerne und erst weil ich gelernt habe auf dieses zu hören konnte ich glücklicher werden.
Man sollte sich für nichts schämen !
Man sollte einfach zu dem stehen was man ist (ES und ICH und ES-ICH)
und auch das las ich hier bereits !
“ES” ist bestimmt nicht bestimmt nicht besonders mit Vernunft gesegnet aber es ist ehrlich
(Empfehlung:
Reinhard Mey – Wenn ich betrunken bin)
Daher sollten “ICH” und “ES” mehr miteinander kommunizieren und die innere Beziehung im gleichgewicht halten. Keiner von Ihnen soll zu kurz kommen. Klingt schizophren
.
Aber Frauen! fahrt den Bitchshield wenn einfach runter und trinkt ihn nicht kaputt.
Und keine Angst, etwas falsch zu machen.
Den Mutigen gehört die Welt !
Alkohol ist für mich nur eine empfehlenswerte Bewusstseinserweiterung, aber es geht auch ohne.
Das ist meine Meinung und schön das ich sie hier posten kann und es nicht einfach hinehmen muss.
Jetzt wird es zur Diskussion
Interessant
Danke euch und weiter so
-FXG
16. Januar 2010 um 16:06
Ich mag euren Blog wirklich sehr, aber das ist der mit Abstand schlechteste Artikel, für mich.
Ich trinke Alkohol, mal mehr mal weniger, mal gar nichts.
“Ich empfehle allerdings, alles zumindest mal auszuprobieren – das hat nichts mit Unvermögen zu tun, sondern mit dem Mut, sich gehen zu lassen, ohne alles kontrollieren zu können oder zu müssen.”
Das geht auch nüchtern und es kann mehr Qualität haben, nur es erfodert Mut, Mut an den es den meisten mangelt und so trinken sie Alkohol, um all das zu tun, wofür sie im nüchternen Zustand zu schwach, zu ängstlich sind. Somit ist der Trinker der ängstliche, er hat Angst vor den Ver- und Beutreilungen seiner Mitmenschen, Angst sich gehen zu lassen und er benutzt Alkohol als Mittel zum Zweck. Andersherum, wie beschrieben, geht es natürlich auch.
Hoch lebe der Alkohol und vollgekotzte U-Bahnen.
LG
25. Januar 2010 um 04:20
Das ist überhaupt nicht gut, was du über den Gebrauch von Alkohol schreibst:
Es ist ein ziemliches Armutszeugnis, wenn man Drogen braucht, um seine Ängste zu bekämpfen oder um “lockerer zu werden”. Bleib mal nüchtern auf einer Party und beobachte, wie “toll und mutig” sich plötzlich einige fühlen nach ein paar Gläsern und in Wahrheit nur ein armseliges Abziehbild ihrer selbst sind. Oder mach mal den Versuch, dass du dich nüchtern an eine Bar setzt. Viel Spass beim angesülzt werden von den “mutigen” angetrunkenen Herrn. Vielleicht wird dir auch einer mit seiner vollgesabberten Hand ziemlich schnell und “männlich” an die Wäsche gehen wollen. Oder eine angetrunkene “Lady” speichelt dich ununterbrochen mit leerem Gerede voll. Genieße es.
Auch ist es Unsinn, zu schreiben, dass in allen Kulturen Drogen und Alkohol eine besondere Bedeutung hätten. Rauschmittel haben fast ausschließlich bei einigen wenigen kulturellen Ereignissen eine Bedeutung und meist eine untergeordnete. Niemals haben sie dort die Funktion zur “Kommunikationserleichterung” zwischen den Menschen.
Wieviele Hunderttausende haben bei uns ein Suchtproblem und wieviele tausende Unschuldige sterben jährlich durch den Gebrauch von Alkohol und wieviel Leid wird in Familien durch Trinker gebracht? Und fast alle Alkohol- und Suchtkranke haben damit angefangen, dass sie sich durch Alkohol bei der Kontaktaufnahme zu anderen “lockerer und entspannter” fühlten. Viele haben nie gelernt authentisch zu sein und so wie sie sind auf andere zuzugehen. Sie sind einfach innerlich in jeder Situation “davongelaufen”.
Auf jeden Fall ist es ein wahnsinnig toller und wiederkehrender Kick wenn man lernt ohne den Gebrauch von Drogen seine Ängste zu überwinden. Es macht einfach tierisch Spass und man kann die Energien nüchtern voll und unverfälscht genießen. Und man weiss, was man tut oder nicht und ist das Gegenteil von einer spießerischen Spassbremse, da man authentisch ohne Angst ist.
Und zuletzt: Und Ficken mit einer(m) Angetrunkenen ist nicht unwesentlich besser als der Gebrauch einer Gummipuppe.
27. Januar 2010 um 17:51
“Es gibt Menschen, die haben in ihrem Leben nie einen über den Durst getrunken. Die nehmen sich mal ein Gläschen Sekt vom Tablett, kichern zehn Minuten später leicht beschwipst und mit roten Bäckchen in sich hinein und trinken vor Schreck den Rest des Abends nur noch Orangensaft. Oder Cola Light.”
Stände dort jetzt Cola statt Cola light, würde es sich um ein 1:1 Abbild handeln…..von mir!
Aber das war es dann auch mit den Gemeinsamkeiten.
Wenn es nämlich darum geht, unorganisiert zu sein, sich zu verzetteln und Dummheiten mit mal mehr, mal weniger heftigen Konsequenzen anzustellen, dann lasse ich sogar viele der Leute, die sich jedes Wochenende unter den Tisch trinken, problemlos hinter mir.
Nur gibt es einen bedeutenden Unterschied zwischen den letztgenannten und mir:
Ich habe nämlich keine “Entschuldigung” für mein Verhalten parat.
Aber glücklicherweise habe ich mittlerweile das Stadium erreicht, in dem ich keine Entschuldigungen mehr suche. Es ist halt einfach so und ich bin halt einfach so. Mitsamt all den Dummheiten die ich anstelle.
13. Februar 2010 um 23:09
Kann den Kommentar von Klaus zu 100% unterschreiben.
Ich habe beide Seiten erlebt. Früher immer gut besoffen unterwegs gewesen, man fühlt sich da toll, erlebt ne Menge krasse Sachen die man sich sonst nicht trauen würde oder die man nicht erleben würde.
Seit PU weiß ich jetzt dass alles was man sich vorstellen kann auch mit 0,0 geht. Wenn man einfach den Arsch zusammenkneift und es tut. Und hinterher fühlt man sich um Welten besser und entwickelt sich durch solche Aktionen extrem weiter. Man kann in den schönsten Momenten voll da und im Moment sein und mit allen Sinnen erleben.
Außerdem erlebt man jetzt erst wirklich wie assig manche Leute im Club überhaupt drauf sind, wie nervig besoffene Leute sind die sich für die Größten halten….
23. Februar 2010 um 22:47
Ich stimme da meinen Vorrednern zu, die meisten brauchen Alkohol doch nur als Ausrede für Sachen die sie mutwillig anrichten und für die sie sich im Nachhinein schämen.
Das Grundproblem ist einfach, dass viele Leute nicht das Rückgrat haben Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen und einen Persilschein für beschissenes Verhalten im Alkohol sehen.
Die selben Leute versuchen dann übermäßigen Alkoholkonsum als “Selbsterfahrungstrip” zu legitimieren. Sich einfach mal zusammenreißen und es durchziehen ist etwas, das ich nicht zuletzt durch Pickup und meine Zeit beim Militär gelernt habe.
26. Februar 2010 um 21:24
Hey Esperame,
das hier ist mein erster Kommentar in eurem Blog und ich muss sagen was ihr schreibt gefällt mir meist sehr gut und ist oft erkentnissreich.
Diesen Artikel finde ich aber inhaltlich fragwürdig. Klar alle beschriebenen Effekte treten ein aber ich denke beim PU geht es auch darum einige dieser Effekte dauerhaft zu erreichen. Zum beispiel das im Jetzt sein, dass wird doch von Dreamcatcher, Satsang,… rauf und runter geprädigt. Auch Tolle selber vereist darauf das viele Menschen nur trinken um mal ihre Gedanken los zu lassen. Das KANN aber auch ohne Alkohol und mit viel Mühe erreicht werden.
Früher war ich dauernd besoffen, zwei mal am Wochenende aber genau das hat mich einfach nicht weiter gebracht. Seit 3 Monaten trinke ich nun nichts mehr und vermisse nichts. Andererseits ist es vermutlich für HBs auch schwerer die Moral über Bord zu werfen als für Männer,…. das Böse Über-Ich halt
mfg
Reaven
26. Februar 2010 um 22:42
Ohje, so langsam finde ich mich hier in merkwürdig moralapostolischer Gesellschaft wieder. Pickup und Erweckungsbewegung haben ja offenbar mehr gemein, als ich dachte.
Tut mir leid, dass ich den Tanz der Sauertöpfe losgetreten hab, Esperame. Falls ich mich irgendwann bei einem Glas Wein entschuldigen kann, lass es mich wissen.