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	<title>annaprinzip &#187; Esperames Ecke</title>
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		<title>Rotwein oder Totsein. Für und über den Rausch.</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Jan 2010 19:13:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>annaprinzip</dc:creator>
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		<description><![CDATA[
Wer nicht liebt Wein, Weib, Gesang,
der bleibt ein Narr sein Leben lang.
Martin Luther
Wein, Gesang und Weib ist nur Zeitvertreib
ich geh jetzt &#8211; Nein! &#8211; okay, ich bleib.
Die Fantastischen Vier
Sex and drugs and rock and roll
is all my brain and body need
sex and drugs and rock and roll
is very good indeed
Ian Dury
Es gibt Menschen, die haben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="/wp-content/uploads/esperame-artikel.bmp" alt="" width="86" height="93" /></p>
<p><em>Wer nicht liebt Wein, Weib, Gesang,<br />
der bleibt ein Narr sein Leben lang.</em><br />
Martin Luther</p>
<p><em>Wein, Gesang und Weib ist nur Zeitvertreib<br />
ich geh jetzt &#8211; Nein! &#8211; okay, ich bleib.</em><br />
Die Fantastischen Vier</p>
<p><em>Sex and drugs and rock and roll<br />
is all my brain and body need<br />
sex and drugs and rock and roll<br />
is very good indeed</em><br />
Ian Dury</p>
<p>Es gibt Menschen, die haben alles gern klar und übersichtlich. Das sind die Leute, die jeden Nachmittag ihren Schreibtisch komplett aufräumen, die ihr Adressbuch immer perfekt synchronisiert haben und ihre Steuererklärung spätestens im Februar gemacht.<br />
Klar und übersichtlich hat viele Vorteile. Man verzettelt sich nicht, erlebt keine bösen Überraschungen, hat nie den Druck, irgendwas machen zu müssen und kommt ganz generell recht sauber durchs Leben.</p>
<p>Das sind allerdings auch die Menschen, die gern mal sagen:<em> Man kann auch ohne Alkohol Spaß haben!</em><br />
<strong>Ja, kann man. Wenn man Auto fahren muss, Medikamente nimmt oder schwanger ist.</strong></p>
<p><span id="more-900"></span>Es gibt Menschen, die haben in ihrem Leben nie einen über den Durst getrunken. Die nehmen sich mal ein Gläschen Sekt vom Tablett, kichern zehn Minuten später leicht beschwipst und mit roten Bäckchen in sich hinein und trinken vor Schreck den Rest des Abends nur noch Orangensaft. Oder Cola Light.<br />
Das hat viele Vorteile: keinen Filmriss, immer günstig nach Hause und am nächsten Tag ausgeschlafen und unverkatert. Ein Traum von einem Leben!</p>
<p>Für die, die es so mögen.</p>
<p><strong>Denn der Rausch bringt etwas mit sich, was die Nichttrinker und Schnellbeschwipsten dieser Welt nicht kennen. Er benebelt den Moralisten in unserem Kopf, gibt dem Über-Ich eine Pause und lässt zur Abwechslung mal unser Es ans Tageslicht.</strong> Das ist die Seite, die ganz nach ihren Instinkten und Bedürfnissen handelt. Die unserem Ich sagt: <em>Das brauchst du jetzt. Geh und hol es dir!</em></p>
<p>Das Es, das Tier in uns, ist ein Teil, mit dem wir nicht täglich hausieren gehen wollen, den wir aus gutem Grund nicht an der Oberfläche spazieren tragen, der nicht der erste ist, der einem neuen Menschen guten Tag sagt.<br />
Das Über-Ich ist ein wachsamer Soldat. Den ganzen Tag drangsaliert und maßregelt es uns &#8211; und bewahrt uns vor größeren Schäden, keine Frage. Es sorgt dafür, dass wir mitten drin und nicht am Rande der Gesellschaft leben.<br />
Doch ab und an, hin und wieder, ist es Zeit, sein Monster rauszulassen. <strong>Mit dem Es einen trinken zu gehen, kann ungeahnte Höhenflüge, nie gesehene Wünsche, eine ganz allgemeine Großartigkeit hervorzaubern, die uns sonst verwehrt blieben.</strong> Das Es lässt uns Sachen machen, die wir sonst nicht täten, die wir uns sonst verböten, für die wir uns schämten (und es oft genug auch tun, wenn der Rausch vorbei und die Vernunft wieder Oberhand gewonnen hat).</p>
<p>Ist das ein Grund zu verzichten?<br />
Keineswegs.<br />
Wer wären wir, wenn wir nicht mit einer bislang fremden Person einen Sonnenaufgang erlebt hätten, wo wären wir, wenn wir nicht in einem Stadtviertel aufgewacht wären, das uns vorher vollkommen unbekannt war, wer hätte uns zu all dem Unsinn verleitet, an den wir so gerne zurückdenken?<br />
<strong>Es spricht nichts dagegen, schöne Dinge mit allen Sinnen wahrnehmen zu wollen. Sich vollständig erinnern zu können. Immer zu wissen, was man tut.<br />
Doch wer sein Tier dauerhaft wegsperrt, hat vor allem Angst. </strong>Vor den eigenen Wünschen, vor dem, was man selbst nicht wahrhaben will zu sein und zu tun. Erst im Über-die-Stränge-schlagen kommt all das in uns heraus. Und gehört eben so zu uns, wie die vernünftige, gewissenhafte Person, die wir an den anderen 5, 6 Tagen in der Woche sind.</p>
<p>Manchmal sind es nur die ein, zwei Bier am Abend. Manchmal ein Glas Rotwein &#8230; und manchmal muss es auch eine ganze Flasche sein. Oder drei. Es gibt die Cuba-Libre-Abende und die Gin-Tonic-Nächte, es gibt die Tequila-Zeit und auch die Zeit für einen Whiskey on the rocks.<br />
<strong>Was auch immer das Gift der Wahl ist &#8211; die Hauptsache ist, es zu genießen. </strong>Den Geschmack, den Geruch, die Wirkung, die es langsam aber stetig auf die Sinne hat. Die Veränderung des Hörens, des Sehens, des Denkens, diese großartigen Verschiebungen hin zu etwas völlig anderem. Der Mut und die Mutwilligkeit: Etwas einfach zu machen. Oder zu sagen. Völlig im Jetzt zu sein und nicht an das Morgen, vor allem aber nicht an das Gestern zu denken. Diesen Augenblick mit dieser Person zu erleben &#8211; auch wenn nicht alle Bruchstücke der Erinnerung später rekonstruierbar sind.</p>
<p><strong>Wir wissen, es war gut. Und wir werden es wieder tun.</strong></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><br />
<strong>Esperame.</strong></span></p>


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		<title>Frühstück im Grünen &#8211; Outdoor für Anfänger</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Apr 2009 16:16:51 +0000</pubDate>
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Die Vier haben es sich im Halbschatten gemütlich gemacht, eine Decke am Flussufer zwischen den Bäumen ausgebreitet, einen Picknickkorb mitgebracht. Eine der beiden Frauen kommt gerade aus dem Fluss gewatet, die beiden Männer sind ins Gespräch vertieft, die andere Frau hat sich in der Abgeschiedenheit bereits ihrer Kleider entledigt und lauscht ihren beiden Begleitern.
Friedlich wirkt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><img style="border: 3px solid black;" src="/wp-content/uploads/esperame-artikel.bmp" alt="" width="86" height="93" /></span></p>
<p><em>Die Vier haben es sich im Halbschatten gemütlich gemacht, eine Decke am Flussufer zwischen den Bäumen ausgebreitet, einen Picknickkorb mitgebracht. Eine der beiden Frauen kommt gerade aus dem Fluss gewatet, die beiden Männer sind ins Gespräch vertieft, die andere Frau hat sich in der Abgeschiedenheit bereits ihrer Kleider entledigt und lauscht ihren beiden Begleitern.<br />
Friedlich wirkt diese Szene, ganz und gar nicht anzüglich, dieses Frühstück im Freien.</em></p>
<p>Trotzdem war der Skandal, den das <a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/fc/%C3%89douard_Manet_-_Le_D%C3%A9jeuner_sur_l%27herbe.jpg">Bild</a> von Édouard Manet auslöste, nicht unbeträchtlich. Ein Picknick! Nackt!<br />
Heute hingegen ist es Gang und Gäbe, dass Menschen sich in verschiedenen Bekleidungsstadien zusammenfinden, um gemeinsam zu essen, zu grillen, zu sonnen &#8230;<span id="more-610"></span></p>
<p><strong>Sei es im Freibad, am Flussufer oder im Park &#8211; kaum bleibt es für ein paar Tage warm und sonnig, heißt es für uns wintererprobte Mitteleuropäer raus aus der Bude, raus aus den Klamotten. Schließlich weiß man nie, wie lange das Vergnügen währt und ob auf einen sonnigen April auch ein sonniger Mai folgen wird &#8230;</strong></p>
<p>Über die Ästhetik von weniger bis un-bekleideten Essern kann man nun streiten.<br />
Wer schon einmal das Vergnügen hatte, einen FKK-Camplingplatz zu besuchen, weiß, wie schnell Nacktheit zur Selbstverständlichkeit werden kann und Ästhetik zum raren Gut.</p>
<p>Auch deshalb ist für das zweisame Frühstück im Freien, das Picknick mit Option auf mehr, das Sonnenbad mit Vollverpflegung zum einen ein dezentes Plätzchen zu empfehlen, zum anderen spricht nichts gegen eine gewisse Grundbekleidung.</p>
<p>In einem (nicht ganz ironisch gemeinten) Ratgeberkochbuch für Frauen mit Heiratsabsichten wird davon ausgegangen, man habe das gemeinsame unbekleidete Spaghettiessen mit einem Herren bereits hinter sich (es scheint der Autorin zufolge für die Eheanbahnung hinderlich zu sein).<br />
<strong>Empfehlenswert ist jedenfalls, es auch nicht auszulassen.</strong></p>
<p>Die Sonne scheint also, der freie Tag lockt nach draußen, die Verabredung ist getroffen.</p>
<p>Nur, was mitnehmen?<br />
Und, wohin soll es gehen?</p>
<p>Beide Punkte sind nicht zu unterschätzen.</p>
<p>Die<span style="color: #00ff00;"> <strong>Ortswahl</strong></span> hängt Grad der exhibitionistischen Veranlagung beider Parteien ab &#8211; vom überfüllten Freibad bis zum verschwiegenen Plätzchen am Flussufer ist theoretisch alles möglich. Wer sich nicht gerade zu den zeigefreudigen youporn-Fetischisten zählt, sorgt besser für ein wenig Privatsphäre. Wer wird schon gern vom Bademeister in flagranti erwischt &#8230;</p>
<p>Als wichtigster Begleiter für das Frühstück im Freien gilt die richtige <strong><span style="color: #00ff00;">Unterlage</span></strong>. Nichts gegen eine Picknickdecke mit wasserabweisender Unterseite &#8211; aber eine zusätzliche Decke zum Unterlegen oder Zudecken kann keinesfalls schaden. Schließlich friert niemand gerne, und Damen sind da bekanntermaßen besonders empflindlich.</p>
<p>Die <span style="color: #00ff00;"><strong>Getränkewahl</strong></span> orientiert sich natürlich an den eigenen Vorlieben sowie daran, ob einer der Beteiligten später noch fahren muss. Etwas Kaltes, am Besten mit und ohne Alkohol, Profis packen auch eine Thermoskanne Kaffee mit ein.</p>
<p>Zu <span style="color: #00ff00;"><strong>Essen</strong></span> nichts Kompliziertes, nichts zu stark Gewürztes, nichts zu Schweres. Kleinigkeiten, die sich mit den Fingern essen lassen, am Besten auch ohne Teller. Schließlich trägt es sich dann auch leichter und hinterher muss man nichts aufräumen, nur eine Tüte packen und weg damit.<br />
Zudem spielt das Essen hier ja nur eine kleine Nebenrolle und kann bei Bedarf auch ganz aus dem Skript gestrichen werden.</p>
<p>Niemals gestrichen werden dürfen dagegen die notwendigen <strong><span style="color: #00ff00;">Verhütungsmittel</span></strong>. Auch eine Packung <span style="color: #00ff00;"><strong>Taschentücher</strong></span> kann gute Dienste leisten und ihr Fehlen schmerzlich vermisst werden. Der Könner packt hier noch ein <strong><span style="color: #00ff00;">Handtuch</span></strong> mit ins Gepäck &#8211; <em>&#8220;falls man Lust hat, schwimmen zu gehen&#8221;</em>, ja, ja.</p>
<p>Immer gern gesehen sind Sonnenauf- oder untergänge, plätschernde Flüsschen, sandige Seeufer, hoppelnde Häschen, blühende Blümchen, was die Natur eben so zu bieten hat. Sonst könnte man ja auch gleich zuhause bleiben, wo Kühlschrank und Kissen nicht weit sind und man bei Bedarf ein Badezimmer aufsuchen kann.</p>
<p><strong>Könnte man?<br />
Könnte man keinesfalls.<br />
Die laue Brise um sonst sicher verborgene, verschnürte und verpackte Körperteile ist jeden Ausflug ins Grüne wert.</strong></p>
<p>Frohe Ostern!</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Esperame</strong></span></p>


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		</item>
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		<title>Birds do it, bees do it &#8230; oder: Moral ist, was ihr draus macht.</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Sep 2008 22:22:44 +0000</pubDate>
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Als er ihr schreibt, weiß er ganz genau, dass er gerade Mist baut. Egal, er tut es trotzdem: SENDEN.
Puh.
Sie weiß, sie sollte es nicht tun, nicht schon wieder, nicht der &#8230; ausgerechnet. Und dann lässt sie es fließen &#8230; dann lässt sie es passieren &#8230; schaltet den Kopf ab. Genießt.
Als er aufwacht, allein in seinem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img style="border: 3px solid black;" src="/wp-content/uploads/esperame-artikel.bmp" alt="" width="86" height="93" /></p>
<p><em>Als er ihr schreibt, weiß er ganz genau, dass er gerade Mist baut. Egal, er tut es trotzdem: SENDEN.<br />
Puh.</em></p>
<p><em>Sie weiß, sie sollte es nicht tun, nicht schon wieder, nicht der &#8230; ausgerechnet. Und dann lässt sie es fließen &#8230; dann lässt sie es passieren &#8230; schaltet den Kopf ab. Genießt.</em></p>
<p><em>Als er aufwacht, allein in seinem Bett, ist er erleichtert. Nochmal Glück gehabt. Nichts geschehen &#8230; nichts von Relevanz jedenfalls. Oder fast nichts. Er hat noch einen Nachhall des Kribbelns im Bauch. Alle Möglichkeiten offen &#8230; und Küsse, die mehr versprechen, als er sich heute morgen vorstellen will.</em></p>
<p><em>Weißt du, sagt sie, ich gehe jetzt. Ist besser so.</em><span id="more-155"></span></p>
<p><em>Und was wird dein Freund sagen?, fragt er. Darüber denk ich jetzt nicht nach, murmelt sie. Außerdem ist das ihre Sache, fügt sie im Stillen hinzu. Geht ihn nichts an &#8230; soll er lieber über seine Freundin nachdenken, die jetzt zuhause auf ihn wartet. Zu der er gleich gehen wird &#8230; Minuten, gestohlene Zeit.</em></p>
<p><strong>Moral, sagt der gesellschaftliche Konsens, geht so: Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein. Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu.</strong><br />
Oder wie der unvergleichlich verknöcherte Moralist Immanuel Kant verlangte: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.&#8221; Der kategorische Imperativ.</p>
<p><strong>Moral, sagt die gesellschaftliche Praxis, geht so: Tu, wonach dir ist, aber lass dich nicht erwischen. Moral ist, was ihr draus macht.</strong></p>
<p>Liebe, Treue und Ehrlichkeit, das sagt uns jede Kontaktanzeige eines beliebigen Stadtmagazins, stehen ganz hoch im Kurs in Beziehungsdingen. Jeder will sie, kaum einer kann sie garantieren.<br />
Während unsere Gesellschaft in der Realität bereits in der Post-Postmoderne angelangt ist, leben wir moraltechnisch in einer Art revitalisiertem Biedermeier, wünschen uns die Heile Welt, die schon damals nur theoretisch existiert hat.</p>
<p>Sehen wir mal von unseren biologischen Zwängen ab, die uns nach dem genetisch besten Kindsvater suchen lassen (Frauen), bzw nach der größtmöglichen Verbreitung der Gene (Männer), gibt es noch einen anderen Grund, das zu tun, wofür uns Kant eins über die Rübe geben würde: Es macht Spaß, und es ist spannend.</p>
<p>Binsenweisheit gefällig? <strong>„Ehemänner sind vorallem dann gute Liebhaber, wenn sie ihre Frauen betrügen.&#8221;</strong><br />
Da ist natürlich was dran.<br />
Ehe-Routine-Sex kann niemals mithalten mit den heimlichen, verbotenen, erschlichenen Momenten zwischen zwei Menschen, die eigentlich nicht dürfen, was sie da tun.</p>
<p>Eigentlich.<br />
Aber was heißt schon dürfen?<br />
Wahrscheinlich wäre die Menschheit längst ausgestorben, wenn alle immer nur das täten, was sie einander versprochen haben. Vielfalt, Diversität entsteht in den Grauzonen des Zusammenkommens &#8230; nicht im Scheinwerferlicht.</p>
<p>Für den einen ist Fremdknutschen schon ein Drama. Der andere hat im Prinzip kein Problem damit, jahrelang der Geliebte einer vergebenen Frau zu sein &#8230; und bekommt erst Gewissensbisse, als der andere Mann sie heiraten will. Die nächste würde zwar gerne, aber nicht mehr, als seine Freundin schwanger wird. Moral ist, was ihr draus macht.</p>
<p><strong>Letztendlich geht es immer um den Moment.</strong> Was gestern war, ist schon geschehen. Was morgen sein wird, kann keiner sagen. Das Jetzt entscheidet, im Jetzt muss sich das, was man tut, gut anfühlen.<br />
Ändert das etwas an unserem Handeln? Vielleicht. Ändert es etwas an unseren Gefühlen? Ganz sicher.</p>
<p>Vielleicht klingt das abgeklärt, vielleicht klingt es zu hart für eingeschworene Romantiker. Aber es ist das, was in der Realität passiert. Und ist es nicht besser, mit klarem Verstand über die Dinge urteilen zu können? Absehen zu können, was geschehen wird, irgendwann, vermutlich zwangsläufig &#8230; das mag unromantisch sein, hat aber einen Vorteil: Man fällt nicht irgendwann aus allen Wolken. Über das eigene Tun, das des Partners, das der Menschen im eigenen Umfeld &#8230;</p>
<p><em>Als sie aufwacht, ist es früher Morgen. Der Mann neben ihr ist ihr einen Moment fremd, es ist nicht ihrer. Es ist der beste Freund ihres Freundes. FUCK. Denkt sie, und einen Moment lang zieht sich ihr Magen zusammen &#8230; wenn ihr Freund das erfährt. Verdammt, verdammt.<br />
Dann fallen ihr die Ereignisse der Nacht wieder ein und ihre Züge entspannen sich &#8230; jaaaa &#8230; es war zu gut, um es nicht zu tun. Es war klar, sie würden es irgendwann geschehen lassen &#8230; und vielleicht würde es nochmal passieren, vielleicht auch nicht.</em></p>
<p><strong>Alles ist gut so, wie es ist.<br />
Bereue nur das, was du nicht getan hast.</strong></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><br />
</span></p>
<p><span style="color: #ff0000;">Esperame.</span></p>


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		<title>Alice im Wunderland. Emanzipation revisited.</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Aug 2008 13:51:22 +0000</pubDate>
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Die Gretchenfrage für Cats. Wie hältst du&#8217;s mit der Emanzipation? 
Darf eine Frau kochen, backen, staubsaugen für ihren Mann? Oder läuft sie damit Gefahr, auf dem feministischen Scheiterhaufen verbrannt zu werden?
Tatsächlich eine Gratwanderung, die nicht etwa darin begründet liegt, dass es keinen Spaß machen würde, sich im Haus zu betätigen (okay, nicht jeder findet Erfüllung [...]]]></description>
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<p><strong>Die Gretchenfrage für Cats. Wie hältst du&#8217;s mit der Emanzipation? </strong></p>
<p>Darf eine Frau kochen, backen, staubsaugen für ihren Mann? Oder läuft sie damit Gefahr, auf dem feministischen Scheiterhaufen verbrannt zu werden?</p>
<p>Tatsächlich eine Gratwanderung, die nicht etwa darin begründet liegt, dass es keinen Spaß machen würde, sich im Haus zu betätigen (okay, nicht jeder findet Erfüllung beim Abwaschen, aber auch sowas soll es geben). Was uns vielmehr aufregt ist die Erwartungshaltung, die immernoch an uns gestellt wird, und der wir mit Vorliebe nicht entsprechen.<span id="more-106"></span></p>
<p>Ich persönlich koche gern. Ich sorge gern für meine Lieben. Und ich empfinde es tatsächlich als sehr befriedigend, einen Mann bekochen zu können, für meine Freundinnen Kuchen zu backen und &#8230; hey, jede Frau, die ihrem Liebsten schonmal einen Apfel kleingeschnitten hat, <em>weiß wie schön es sein kann, einem Klischee zu entsprechen.</em><strong> </strong></p>
<p><strong>Allerdings hasse ich es, wenn sowas von mir erwartet wird. Am besten noch mit dem Zusatz: Wieso, du bist doch eine Frau?</strong></p>
<p>Ich hatte einmal einen Freund, der dachte tatsächlich, dass ich in seiner Abwesenheit seine Wohnung putzen würde. Sicher, ich war bei ihm zu Gast, und das für länger als nur ein Wochenende. Aber seit wann wird erwartet, dass Gäste den Feudel schwingen?<br />
Ich habe nichts gegen Beteiligung im Haushalt. Mitunter macht es ja auch Spaß, dem arbeitenden Gastgeber etwas abzunehmen, ihm eine Freude zu machen, ihm den Alltag zu erleichtern. Aber doch bitte nicht als Verpflichtung!</p>
<p>In diesem Fall hat uns die Auseinandersetzung jedenfalls nicht einem gemeinsamen Haushalt näher gebracht. Und schlussendlich war ich eben auch nicht bereit, das zu tun, was bislang seine Mutter für ihren dreißigjährigen Sohn erledigte: Wäsche waschen, Bad putzen, einkaufen und kochen. Als Teil meiner weiblichen Rolle in seinem Leben.</p>
<p><strong>Ein großer Teil unseres Games besteht darin, mit seiner Weiblichkeit im Reinen zu sein. Dazu gehört auch, Dinge, die als typisch Frau gelten, auszuführen &#8211; mal mit vollem Ernst, aus Freude an der Tätigkeit, mal mit ironischer Brechung, aus Freude am Klischee. Beides kann sehr schön sein und ermöglicht es dem männlichen Part, sich auch so zu verhalten: Wie ein Mann. Und genau das wollen wir doch auch.</strong></p>
<p>Sicher. Ich kann eine Bohrmaschine benutzen, ich habe meine komplette Küche selbst zusammengebaut, und wenn ich Möbel bei Ikea kaufe, lasse ich sie einfach liefern, anstatt einen meiner männlichen Freunde zu bemühen &#8211; und zwar aus Höflichkeit gegenüber arbeitenden Menschen, die samstags sicher besseres zu tun haben als stundenlang mit mir in einer Möbelhauswarteschlange zu stehen, damit ich endlich ein neues Sofa bekomme.<br />
Genauso gerne lasse ich mir solche Arbeiten aber auch abnehmen, wenn ich damit jemandem eine Freude machen kann. Ich bitte nicht darum &#8211; aber wenn es mir angeboten wird, sage ich nicht Nein. Und zwar, weil ich dem jeweiligen Mann das Vergnügen gönne, mir geholfen zu haben.</p>
<p>Es ist kein Fehler, etwas zu tun, wofür Alice Schwarzer einem den Hals umdrehen würde.<br />
Denn Emazipation kommt von Innen, nicht von Außen. Wenn ich selbst mich nicht mehr über das definiere, was ich tue, sondern über das, was ich bin, kann ich auch innerhalb freiwillig und gern verrichteter „Frauenarbeit&#8221; gleichwertig und kompetent fühlen.</p>
<p><strong>Es ist also alles wie immer: Wenn aus dem Muss ein Kann wird, wenn aus dem indirekten Befehl eine direkte Bitte wird, dann kommen wir der Sache ein ganzes Stück näher.</strong></p>


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		<title>Die Crux mit der Libido &#8211; oder: meine Secret Society, Teil 1.</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Aug 2008 22:09:47 +0000</pubDate>
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Mein Haus in der Secret Society hat sieben Zimmer und nen Pool.

Dass Sex eine der besten Sachen ist, die man mit seinem Körper (und seinem Geist) anstellen kann, brauche ich eigentlich niemandem zu erzählen. Von Beginn des ersten kleinen Erwachsenwerdens an circa bis wir in die Grube gehen dreht sich für die allermeisten von uns [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img style="border: 3px solid black;" src="/wp-content/uploads/esperame-artikel.bmp" alt="" width="86" height="93" /></p>
<p><strong>Mein Haus in der Secret Society hat sieben Zimmer und nen Pool.<br />
</strong></p>
<p>Dass Sex eine der besten Sachen ist, die man mit seinem Körper (und seinem Geist) anstellen kann, brauche ich eigentlich niemandem zu erzählen. Von Beginn des ersten kleinen Erwachsenwerdens an circa bis wir in die Grube gehen dreht sich für die allermeisten von uns (die paar wenigen Asexuellen und katholische Ordensgemeinschaften nehme ich mal aus) das Leben um Sex: <em>Wie wir ihn kriegen, wie oft wir ihn kriegen &#8211; und ganz allgemein: Wie er so ist.</em><span id="more-51"></span></p>
<p>Die letzten paarhundert Jahre war die gängige Ansicht, <strong>Männer hätten viel Sex zu wollen, Frauen hätten keinen Sex zu wollen, das sei der Lauf der Dinge,</strong> man trifft sich mehr (Männer) oder weniger (Frauen) freiwillig irgendwo in der Mitte, und ganz grundsätzlich vor allem der Fortpflanzung wegen.<br />
Diese Ansicht ist wohl teils in dem Mysterium begründet, wie genau das mit dem Enstehen von Kindern zu tun hat, und wer bitteschön der wirkliche Vater der lieben Kleinen ist &#8230; alles höchst enigmatisch vor der Erfindung der Biologie, und zuletzt des Vaterschaftstests. <em>Wir können uns vielleicht einigen, dass heute Gleichstand herrscht</em>: Männer wissen, auf welche Art sie Vater werden, und wie sie nachprüfen können, ob sie auch wirklich an der Produktion beteiligt waren. Und Frauen dürfen ganz offiziell Lust auf Sex haben.</p>
<p>Oder sie sollen es sogar.<br />
Anders lässt sich nicht erklären, dass ab und an ein Viagra für Frauen im Gespräch ist: Mangelnde Libido als pathologischer Zustand.<br />
Die immer willige, immer geile, immer phantasievolle, immer bereite Frau als Idealtypus der Bettpartnerin. Nur, äh &#8230; bitte nicht zu viel davon. Und bitte nicht zu öffentlich: Denn die Kehrseite der Medaille heißt &#8211; Schlampe.<br />
<strong>Gut, wir wissen alle, dass sie „a lady in the street and a bitch in the bed&#8221; sein soll. Der Knackpunkt ist: Gemeint ist nur sein Bett. Promiskuität ist nach wie vor eine Männerdomäne.</strong></p>
<p>Und hier beißt sich die Katze in den Schwanz (und das ist das einzige, was damit passiert, wenn sich in diesem Punkt nicht was verändert). Wie kann ich einerseits als Mann für mich in Anspruch nehmen, möglichst oft und möglichst viele Frauen beglücken zu wollen, und andererseits von den Frauen verlangen, dass sie zurückhaltend sind bei der Wahl ihrer Bettpartner?</p>
<p><strong>Als Frau habe ich drei Möglichkeiten.</strong><br />
Ich halte mich an diese Doktrin und habe Sex nur in Beziehungen.<br />
Ich habe so viel Sex, wie es mir Spaß macht, und lüge aber über die wahren Ausmaße der Angelegenheit.<br />
Ich habe so viel Sex, wie es mir Spaß macht. Und ich stehe dazu.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Esperame</span></p>


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