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	<title>annaprinzip &#187; Inner Game</title>
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	<description>2 Annas - 2 Frauen - 2 Verführungsstile</description>
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		<title>An Jedem Anfang Steht Ein Fallender Meister.</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Oct 2009 19:35:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>annaprinzip</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;I made the mistake of not having sex until I was 23! &#8230; My advice to you is to never chase love. It will find you when you least expect it. Have fun, have lots of safe sex and enjoy your sexuality. Be proud of who you are.&#8221; Elton John Ich habe nie geraucht. Einfach, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><img style="border: 3px solid black;" src="/wp-content/uploads/esperame-artikel.bmp" alt="" width="86" height="93" /></span></p>
<p><em>&#8220;I made the mistake of not having sex until I was 23! &#8230; My advice to you is to never chase love. It will find you when you least expect it. Have fun, have lots of safe sex and enjoy your sexuality. Be proud of who you are.&#8221;</em><br />
Elton John</p>
<p>Ich habe nie geraucht. Einfach, weil ich nie damit angefangen habe. Hätte mich im passenden Alter, sagen wir mal, mit 12, 13 &#8230; jemand dazu überredet, wäre es wohl einfach so gekommen. Nicht anzufangen war keine bewusste Entscheidung, es war purer Zufall.</p>
<p>Hätte mich im passenden Alter nicht jemand einfach geküsst, dann wäre es vielleicht auch nie dazu gekommen. Von mir aus hätte ich das nie angefangen, es war keine bewusste Entscheidung, purer Zufall: <strong>Wir waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort, ich schüchtern, er nicht, und so ging es damals los</strong>.<strong><span id="more-837"></span></strong></p>
<p>Doch was passiert, wenn nicht irgendwann jemand daher kommt, zu einer Zeit als man noch gar nicht darüber nachdenkt, dass es vielleicht nicht geschehen könnte: Dass man nicht geküsst wird, dass man keinen Sex hat, nie eine Beziehung. Es ist wie mit dem Rauchen. Es wird immer unwahrscheinlicher.</p>
<p>Doch während man sich bei Zigaretten irgendwann von selbst abwendet, bewusst, willentlich, und erkennt, dass das eine unangenehme, unhygienische und ungesunde Angewohnheit ist, liegt die Sache bei Intimitäten ganz anders.</p>
<p>Wer sie nicht kennt, wünscht sich nichts mehr. Und es kommt ihm nichts ferner vor, als sie irgendwann zu erleben.<strong> Das, was nie (per Zufall) passiert ist, wird so stark aufgeladen mit Bedeutung, Bewusstheit, dass ein natürliches Eskameinfachso nahezu unmöglich wird.</strong></p>
<p>In einem <a href="http://www.askmen.com/celebs/entertainment-news/elton-john/elton-johns-sex-regret.html">Brief an sein 16jähriges Ich</a> schreibt Elton John, dass er bereut, nicht früher einfach angefangen zu haben mit den Liebesdingen. Bis 23 gewartet zu haben, weil er sich zwar ständig verliebt aber nie getraut hatte. Und dabei einiges verpasst zu haben. Das Einfache, die Leichtigkeit. Sein Rat: <em>Have fun, have lots of safe sex and enjoy your sexuality.</em> Für Menschen, die genau das nicht haben, klingt diese Weisheit allerdings reichlich absurd.</p>
<p>Was dabei häufig vergessen wird, ist die unrühmliche Tatsache, dass Intimitäten in dem Alter, in dem die meisten von uns ihre ersten Erfahrungen machen, selten romantisch, ausgefeilt oder irgendwie erfreulich sind. <strong>Im Gegenteil &#8211; der Anfang ist nicht nur im Sprichwort schwer.</strong> Das erste Küssen eine komische, nasse, merkwürdige Angelegenheit: Zu nah, zu ungewohnt. Der erste Sex macht sie Sache nicht besser &#8230; Knutschen ist jetzt kein Thema mehr, aber was genau wo hin soll und wie man die ganze Chose so über die Bühne bringt, dass sich niemand weh tut, schwanger wird oder vor Scham im Boden versinken muss? Sowas übersteht eine ohnehin wacklige Teenagerpsyche quasi nebenher, ein Erwachsener hingegen muss schon ein Sebstbewusstsein wie ein Preisboxer mitbringen &#8230; oder eine Menge Humor. Und eben die Einsicht, dass man auch nicht Laufen gelernt hat, ohne hinzufallen. Oder Radfahren, ohne blaue Flecken zu kriegen.</p>
<p><strong>Aber wer nie riskiert, zu stolpern, hinzufallen, kommt auch nie in den Genuss, einen langen Strandspaziergang zu machen oder einen Berg zu besteigen.</strong> Bis dahin muss man nämlich auch mal um die ein oder andere schmuddelige Hausecke gebogen sein oder sich durch dunkle Gassen getraut haben. Vielleicht war es staubig, steinig, steil. Vielleicht saß man mal knietief im Morast oder es war einfach zu heiß, um auch nur noch einen Schritt weiterzugehen. Aber: Als Marathonläufer ist niemand geboren. Und wer nicht anfängt zu gehen, sondern darauf wartet, dass seine Beine per gutem Zureden und redlichem Hoffen ganz von selbst tun, was die da im Fernsehen bei der Olympiade machen, der kann ewig warten. Wunder gehören zum Katholizismus, nicht zur Realität zwischengeschlechtlicher Beziehungen.</p>
<p><strong>Wie so oft ist der letzte Satz übrigens der wichtigste: <em>Be proud of who you are.</em></strong></p>
<p>Sei eine interessante Persönlichkeit. Stehe zu dir. Sei stolz auf dich.</p>
<p>Menschen ohne Erfahrungen neigen dazu, ihr Licht unter den Scheffel zu stellen. Sie sagen: Ach, wie sie/ er aussieht, ist mir nicht wichtig. Und meinen damit: Ich kann es mir sowieso nicht aussuchen. Ich bin so ein Versager, dass ich mich glücklich schätzen kann, wenn sich überhaupt jemand mit mir abgibt. Und wenn derjenige doof und hässlich ist.</p>
<p>Kommen dann allerdings die Doofen und Hässlichen, sind sie doch nicht gut genug. Wer schon so lange wartet, will sich ja nicht an jemanden &#8220;verschwenden&#8221;, der insgeheim als unpassend empfunden wird. Und hier beisst sich die Katze in den Schwanz und der einsame Mensch bleibt einsam. Weil er nicht zu sich steht, weil seine Ansprüche zwischen Minderwertigkeitskomplexen und Phantasiebildern unhaltbar werden, den Bezug zur Wirklichkeit verlieren.</p>
<p><em>&#8220;Soll man sich denn völlig verstellen und &#8230; die Anna spielen, um jemanden zu finden?&#8221;</em></p>
<p><strong>Der erste Schritt ist, jemand zu sein, auf den man selbst stolz ist. Immer. Egal, was einem im Leben fehlt, sei es zwischenmenschlich, sei es beruflich. Irgendwo muss man anfangen, und dann heißt es, offen zu sein für die Dinge, die passieren. Sei stolz und habe keine Angst.</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong><span style="color: #800000;">Esperame.</span></strong></p>


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		<title>♀ &#124; Where The Kids Have No Name.</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Sep 2009 19:14:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>annaprinzip</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><img style="border: 3px solid black;" src="/wp-content/uploads/esperame-artikel.bmp" alt="" width="86" height="93" /></span></p>
<p><em>Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts.<br />
(Victor von Hase, 1854)</em></p>
<p><span style="color: #800080;">Das Kind muss, sagt sie, keinen Namen haben. Wir mögen uns doch, das weiß ich, das weiß er &#8211; und ich weiß, dass er es weiß. Reicht das nicht? Warum es zerreden? Warum irgendwo Stress machen, wo wir auch einfach weitermachen können wie bisher, wer weiß wo es uns hinführt, wer weiß schon was in einem halben Jahr ist? Wozu es irgendwie nennen, sagt sie, wozu Beziehung sagen oder Affäre, sowas gibt doch nur Ärger und am Ende &#8230;</span><span id="more-796"></span></p>
<p><span style="color: #333399;">Sie hat gesagt, dass es okay so ist, sagt er. Sie weiß doch, dass wir nicht zusammen sind, wir werden es nicht sein, das muss sie doch wissen. Gut, wir haben nicht drüber geredet, wozu auch, es war ja immer alles klar zwischen uns, wir mögen uns, das muss doch reichen um eine gute Zeit miteinander zu haben! Wozu alles zerreden, wozu sagen, das ist nur eine Affäre, was heißt denn nur, als ob ich meine Zeit mit irgendwem verbringen würde &#8230;</span></p>
<p>Manchmal kann es so einfach sein.<br />
Man sagt: Go with the flow. Man sagt: Das Kind muss keinen Namen haben. Man sagt: Wir mögen uns schließlich, das reicht doch.</p>
<p><strong>Wir kennen sie fast alle, und manche befinden sich permanent in ihnen: Die Nicht-Beziehung. Die Schweige-Beziehung. Die Beziehung, die keinen Namen haben darf, weil sie sonst einen der Beteiligten (seltener: beide) in bindungsängstliche Existenzkrisen stürzt.</strong><br />
Und weil wir so unheimlich cool, so unheimlich tough, so unheimlich abgeklärt sind, macht es uns gar nichts aus, nicht zu wissen, woran wir sind. Hey, wir leben uns doch nur aus! Hey, wir wollen uns doch selber nicht festlegen! Hey, es stört uns ÜBERHAUPTNICHT, dass der andere niemals thematisch anschneidet, was das jetzt eigentlich ist zwischen uns, und es liegt GANZ SICHER nur an unserer eigenen Entspanntheit, dass die Wörter den Hals einfach nicht verlassen mögen, wenn uns selbst die Frage auf den Lippen brennt: Was ist das da eigentlich zwischen uns.</p>
<p>Also sind wir lieber nicht sauer, wenn der angekündigte Anruf nicht kommt, reagieren gelassen-leicht, wenn wir mitbekommen, dass der andere seinen Urlaub ohne uns plant, sind völlig entspannt, wenn wir uns eben nicht sehen, denn hey, das erlaubt uns doch alle Freiheiten, oder? ODER??</p>
<p>Manchmal kann man es sich so einfach machen, und dabei so schwer.<br />
Wenn man das Feststecken in einer ungewollten Situation als Flow bezeichnet, Tatenlosigkeit und Passivität als Entspanntheit, wenn man den ständigen Wechsel von einer Nicht-Beziehung und die nächste mit sexueller Selbständigkeit, mit Emanzipation begründet.</p>
<p><strong>Doch was ist eigentlich so schwer daran, ab und an auch mal zu sagen JA ICH WILL? </strong>Man steht ja schließlich selten vor dem Altar dabei, meist muss man es sich nur im Stillen selbst sagen. Wichtig ist, dass es der eigene Kopf, das eigene Herz hört, niemand sonst.<br />
<strong>Wir müssen nicht immer unheimlich cool, toll und eigenständig sein. Oder ja, das sind wir sowieso, aber das sollte uns nicht daran hindern, zu wollen, was wir wollen. Statt zu wollen, was wir sollen.</strong></p>
<p>Wir lassen uns hinhalten, wir lassen uns emotional auf ein Spiel ein, das wir nicht gewinnen können. <strong>Aus dem Kind ohne Namen ist noch selten ein Kind mit Namen geworden. In Beziehungsdingen gibt es keine späte Taufe. </strong>Wenn es nicht im Embryonalstadium benannt wird, muss es wahrscheinlich anonym bleiben. Und wird irgendwann vergessen, denn an Kinder ohne Namen erinnert sich später niemand mehr.<br />
Von der Exfreundin wird immer mal erzählt. Fluchend, lobend, nostalgisch &#8230; Aber von der Exaffäre? Von der Bekannten, mit der ich mich damals öfter mal getroffen habe? Von Bettina, mit der ich damals dieses Dings, na ihr wisst schon, die was von mir wollte?</p>
<p>Das soll nun nicht heißen, dass wir die Knie fest zusammendrücken sollen und auf den Ritter mit dem weißen Sportwagen warten. Es soll auch keine Aufforderung sein, sich an den nächst passenden Kerl zu kletten, damit man sich endlich mal Diefreundinvon nennen darf.<br />
<strong>Es soll vielmehr eine Erinnerung sein, dass es einen Grund gibt, den Dingen einen Namen zu geben. Damit man weiß, woran man sich halten kann, damit man einen gemeinsamen Weg finden kann, statt nur zufällig und aus reiner Sympathie mal ein Stück lang nebeneinander her zu laufen. Und weil es unheimlich befreiend sein kann, ab und an zu dem zu stehen, was man denkt und fühlt. Coolness hin, Emanzipation her.</strong></p>
<p>Wir sind schließlich auch nur Mädchen.<br />
Nur? Nein, nicht nur. Aber eben auch.</p>
<p><span style="color: #800000;"><strong>Esperame.</strong></span></p>


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		<title>1+1=3 – Oder: Du, ich und die Klobrille</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Sep 2009 14:10:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>annaprinzip</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Me and you and you and me No matter how they toss the dice, it has to be. „Können wir bitte meine alte Klobrille aus meiner Wohnung mitnehmen? Die in der neuen Wohnung ist eklig und sowieso vorher schon von den anderen benutzt.“ „Du willst deine Klobrille abschrauben, die in der neuen Wohnung montieren und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img style="border: 3px solid black;" src="/wp-content/uploads/bride-artikel.bmp" alt="" width="86" height="93" /></p>
<p><em>Me and you and you and me<br />
No matter how they toss the dice, it has to be.</em></p>
<p>„Können wir bitte meine alte Klobrille aus meiner Wohnung mitnehmen? Die in der neuen Wohnung ist eklig und sowieso vorher schon von den anderen benutzt.“</p>
<p>„Du willst deine Klobrille abschrauben, die in der neuen Wohnung montieren und dann umgekehrt dasselbe noch mal, damit dein Nachmieter kein blankes Klo vorfindet?“</p>
<p>„Ähem&#8230;ja&#8230;.?“</p>
<p>„Dir ist schon klar, dass der Akt des Abschraubens tatsächlich ekliger ist als das Desinfizieren der Klobrille in der neuen Wohnung, oder?</p>
<p>„Ähem&#8230;ja&#8230;.?“</p>
<p><span id="more-788"></span></p>
<p>Und er macht es doch. Er schraubt mir die alte Klobrille ab und montiert sie in der neuen Wohnung. Wenn irgendwas Liebe ist, dann das. Er weiß, dass mich das glücklich macht – und deshalb schraubt und montiert er, flucht und hämmert er, bis die alte Klobrille dort sitzt, wo sie mich glücklich macht: Auf dem Klo in der neuen Wohnung. Bereit, von mir besessen zu werden.</p>
<p>Und „besessen“ ist genau das richtige Stichwort; besessen vom Chaos und Wahnsinn eines Umzugs rettet uns eigentlich immer nur der eine Grund. Die einzige Basis, warum wir uns noch nicht mit dem Hammer attackiert, mit dem Schraubenzieher erdolcht oder mit der Säge skalpiert haben: <strong>Die kleinen Kleinigkeiten, die wir für den anderen auf uns nehmen, weil wir wissen: Es macht ihn glücklich.</strong></p>
<p>Sei es das Eingeständnis, eine Blume weniger auf den Badewannenrand zu stellen, die Bettseite zu nehmen, die eben nicht die beste ist oder eben die Klobrille als Wanderpokal mit umziehen zu lassen.</p>
<p><strong>Wir machen das, weil der Konsens stimmt.</strong></p>
<p>Und so übel romantisch das jetzt klingt, und so übel schleimig es sich anhören mag:<strong><br />
Wir machen das, weil wir uns lieben.</strong></p>
<p>Und eben genau deshalb schauen wir uns nach dem dritten Nervenzusammenbruch (weiblich) und der vierten Fluchtirade (männlich) an, nehmen uns in den Arm und lächeln. <strong>Weil wir den Schritt gewagt haben, es jetzt einfach zu tun.</strong> Was tun? Uns tapfer dem Wahnsinn zu stellen, innerhalb von zwei Tagen zwei Wohnungen aufzulösen, zu putzen und zu schrubben, zu schleppen und zu schnaufen, zu planen und zu verwerfen, zu desinfizieren (weiblich), Briefkastenschlösser aufzubrechen (männlich) und zusammen einen Berg Kisten anzustarren, deren Inhalt sich jetzt langsam aber sicher vermischen wird.<span style="color: #ff0000;"><strong> Skeptisch (weiblich) und optimistisch (männlich) betrachten wir die Dinge, die kommen mögen – aus den Kisten und in der Zukunft.</strong></span></p>
<p>Während er die Sackkarre vergisst und sie mit ihren Schätzen den Keller in der Größe einer Großstadtkanalisation bis oben hin zustapeln kann, denken beide daran, dass sie ab jetzt jede Nacht ins selbe Bett steigen werden. Dass sie ab jetzt dem anderen sagen werden, wenn sie später nach Hause kommen. Und, dass sie ab jetzt seinen Rasierer neben ihrer Zahnbürste liegen haben wird.</p>
<p>Komisch und aufregend zugleich.</p>
<p>Und deshalb sagen sich beide, dass es ja nicht jede Nacht sein muss, die sie miteinander verbringen. Es stehen ja immer noch Dienstreisen und Pyjamapartys, Saufgelage und durchquatschte Nächte an. In denen ist der andere ja alleine zu Hause und bekommt ein kleines Stück seiner bisher so heilig festgehaltenen Freiheit auf dem Kopfkissen wieder.</p>
<p>Aber auch wenn diese Dienstreisen und Pyjamapartys nie stattfinden werden, auch wenn Saufgelage und durchquatschte Nächte schon Jahre her sind – <strong>im Prinzip ist es ihnen egal.</strong> Das wollen beide nur nicht wirklich zugeben. Brauchen sie auch nicht. Denn beide wissen es. <strong>Weil</strong> <strong>sie sich lieben.</strong></p>
<p><em>So happy together.</em></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>The Bride</strong></span></p>
<p><img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/807ba5f2d24145bab28843cca1da5262" width="1" height="1" alt=""></p>


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		<title>Don&#8217;t tell me – Vom Wissen und Nichtwissen</title>
		<link>http://www.annaprinzip.de/2009/06/dont-tell-me/</link>
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		<pubDate>Fri, 19 Jun 2009 08:39:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>annaprinzip</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ach sag ruhig, Jonas und ich erzählen uns alles. Julia und ich haben keine Geheimnisse voreinander. Ich weiß alles über meinen Partner. Sie kommen in jeder Form und Farbe daher, Lippenbekenntnisse in der Partnerschaft, die dem anderen zeigen:  Wir gehören zusammen, wir bilden eine Einheit. Wir hier drinnen, du da draußen. In Form von Geheimnissen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="file:///C:/DOKUME%7E1/Zafiris/LOKALE%7E1/Temp/moz-screenshot.jpg" alt="" /></p>
<p><img style="border: 3px solid black;" src="/wp-content/uploads/bride-artikel.bmp" alt="" width="86" height="93" /></p>
<p><em>Ach sag ruhig, Jonas und ich erzählen uns alles.<br />
Julia und ich haben keine Geheimnisse voreinander.<br />
Ich weiß alles über meinen Partner.</em></p>
<p>Sie kommen in jeder Form und Farbe daher, Lippenbekenntnisse in der Partnerschaft, die dem anderen zeigen:  Wir gehören zusammen, wir bilden eine Einheit. Wir hier drinnen, du da draußen. <strong>In Form von Geheimnissen, die wir mit dem Partner teilen, schaffen wir Vertrauen.</strong></p>
<p><span style="color: #ff0000;">Sei es eine Geheimnis über seine Vergangenheit</span> <em>(Ich hatte vor dir noch nie eine Freundin).</em><br />
<span style="color: #ff0000;">Sei es ein Geheimnis über die Gegenwart </span><em>(Ich habe nachts Angst allein im Bett).</em><br />
<span style="color: #ff0000;">S</span><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;">ei</span> es ein Geheimnis über die Zukunft </span><em>(Ich werde meinen Job kündigen).</em><span id="more-749"></span></p>
<p><strong> Geheimnisse schweißen zusammen. Geheimnisse bleiben geheim. In der Partnerschaft.</strong></p>
<p>Die besten Freundin erzählt uns von ihrem neuen Freund und sagt: <em>„Erzähl das aber bitte nicht weiter, ich bin mir noch nicht so sicher mit ihm“</em> &#8211; kein Problem, der Partner gehört ja in den erhabenen Kreis der Geheimnisträger; er zählt nicht. Ihm können wir das natürlich erzählen.</p>
<p>Der beste Freund bekommt ein Kind und sagt: <em>„Ich werde Vater, aber behalt es bitte noch für dich, bis ihre Eltern es wissen“</em> &#8211; kein Problem, die Freundin darf es sofort erfahren, wir gehören ja zusammen.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Geheimnis bei mir = Geheimnis bei uns.</strong></span></p>
<p><strong>Doch was, wenn der Partner selbst Geheimnisse vorm anderen hat?</strong> Wir ahnen es, aber sprechen es eigentlich nie an. <span style="color: #ff0000;"><strong>Wir wissen, es ist wichtig, dass auch in einer Partnerschaft Geheimnisse bleiben.</strong></span> Dinge, die man nicht anspricht. Dinge, über die man nicht redet. Dinge, die nur einem selbst gehören.</p>
<p><strong>Die Einschätzung dieser Geheimnisse ist es, die das Enthüllen eben dieser in eine Überraschung oder Verletzung packen.</strong> Wir haben das verpackte Geheimnis vor uns. Das Paket liegt schon seit Ewigkeiten in einer Ecke. Wir nehmen es zur Kenntnis; wir wissen, das es da ist, aber es stört und nicht. Wir lassen es dort liegen und erkennen, dass es besser ist, es nicht anzufassen.</p>
<p>Doch was, wenn wir eines Tages nach Hause kommen und uns das zerrissene Geschenkpapier schon im Flur auffällt? Wir schauen in die Ecke, und da liegt es: Das Geheimnis, das bisher so gut verpackt war – jetzt frei zugänglich für uns. Doch das, was wir sehen gefällt uns gar nicht. Denn die zerrissene Verpackung hat etwas ans Licht gebracht, das wir eigentlich gar nicht sehen wollten.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Sei es, dass unser Partner gar nicht verabredet ist, sondern allein spazieren geht.<br />
Sei es, dass unser Partner heimlich raucht, unsere Reaktion aber meiden will und es deshalb nicht anspricht.<br />
Sei es, dass unser Partner nicht Schuhe sondern Schwangerschaftsbücher kaufen geht.</span></p>
<p><strong>Die Art des Geheimnis ist es, die uns beim Enthüllen im Inneren trifft.</strong></p>
<p><em>Warum hat der Partner es mir nicht gesagt?<br />
Vertraut der Partner mir nicht?<br />
Was hält er eventuell noch geheim?</em></p>
<p>Wir erfahren Dinge über den Partner – durch Zufall oder Absicht -, die wir eigentlich nicht wissen sollten. Dieses Wissen kann uns erst verletzen. Aber es ist die Art und Weise, wie wir damit umgehen, die unser neues Wissen in eine engere Bindung an den Partner münden lassen kann können.</p>
<p>Sicher gibt es Geheimnisse, die – wenn aufgedeckt – so zerstörend wirken, dass sie uns in unseren Grundfesten erschüttern und einen Abstand zum Partner hervorrufen – sei es zeitlich begrenzt oder für immer.</p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Es sind die kleinen Geheimnisse, die wir zwar wahren, aber auch in einer Partnerschaft nicht ansprechen, weil sie unser Eigenes sind, die als Katalysator für ein näheres Zusammenrücken dienen können.</strong> </span>Die ein ehrliches Gespräch auslösen können. Die uns Grenzen in der Partnerschaft abstecken lassen können. Und die uns als eine Basis für Vertrauen zu Gute kommen.</p>
<p><em>In der Freundschaft vertraut man ein Geheimnis an, in der Liebe entwischt es einem.</em><br />
<em>(Jean de La Bruyère)</em></p>
<p><span style="color: #ff0000;"> The Bride</span></p>
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		<title>All The Small Things – Oder: Du und ich und die Zahnpasta</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Jun 2009 10:11:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>annaprinzip</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das, was mir wichtig scheint, hältst du für Kleinigkeiten. Das, was mich ärgert, hat bei dir nichts zu bedeuten. (Johann Wolfgang von Goethe) Irgendwann im Laufe einer Beziehung (meist später als früher) fallen uns an dem anderen Dinge auf, die wir vorher nicht wahrgenommen haben &#8211; sei es durch die Abschirmung der eigenen rosaroten Brille [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img style="border: 3px solid black;" src="/wp-content/uploads/bride-artikel.bmp" alt="" width="86" height="93" /></p>
<p><em>Das, was mir wichtig scheint, hältst du für Kleinigkeiten.<br />
Das, was mich ärgert, hat bei dir nichts zu bedeuten.<br />
(Johann Wolfgang von Goethe)</em></p>
<p><strong>Irgendwann im Laufe einer Beziehung (meist später als früher) fallen uns an dem anderen Dinge auf, die wir vorher nicht wahrgenommen haben &#8211; sei es durch die Abschirmung der eigenen rosaroten Brille oder die Mühe des Partners,  sich möglichst perfekt darzustellen.<br />
</strong></p>
<p>Sei es die Art, wie er geht.<br />
Sei es die Art, wie sie isst.<br />
Sei es die Art, wie er Auto fährt.<br />
Sei es die Art, wie sie ihre Schuhe anzieht.</p>
<p>Und diese Dinge finden wir manchmal süß (der positive Fall), oder wir finden sie einfach nur nervig (der negative Fall).<span id="more-689"></span></p>
<p>Wir sehen ihn, wie er so neben uns geht und fragen uns, warum er denn nicht wie jeder andere auch einfach einen Fuß neben den anderen setzen kann und warum er denn nicht wie jeder andere auch einfach gerade gehen kann ohne diese komischen Schlenker.<br />
Wir sehen sie, wie sie ihren Apfel schält und dabei immer diese Stelle in der Mitte ausspart; wie sie den Apfel isst und dabei so komisch kaut und fragen uns, warum sie denn nicht wie jeder andere auch einfach den Apfel nehmen, reinbeißen und essen kann &#8211; ganz normal.<br />
<strong>Ohne, dass es in uns ein drängendes Herzklopfen auslöst. Ohne, dass wir den Drang haben, laut aufzuschreien, das Gegenüber anzufahren und einfach die Frage zu stellen, die in uns pocht und unsere Nerven bis zum Zerreissen spannt:</strong> <strong><em><span style="color: #ff0000;">„Kannst du bitte damit aufhören?! Ja?&#8221;</span></em></strong></p>
<p>Doch das stellen wir uns nur vor. Wir stellen diese Frage nicht. <strong>Denn wir ahnen schon, dass es nicht diese Kleinigkeiten sind, die uns stören.</strong> Das kann die Art sein, wie er sitzt; das kann die Art sein, wie sie redet. <strong><br />
Das, was uns nervt, ist so austauschbar wie Platz 15 oder 30 bei einem Wettlauf.</strong> Das einzige, was zählt: Wir sind nicht auf Platz 1.<br />
Wir beobachten den anderen und stellen fest, dass sein Verhalten dieses brodelnde Gefühl auslöst, das an unseren Nerven zerrt und uns diesen Gesichtsausdruck der völligen Unzufriedenheit aufs Gesicht zaubert. <strong><span style="color: #ff0000;">Mit diesem Ausdruck schauen wir dann den Partner an. </span></strong></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong><span style="color: #000000;"><span style="color: #ff0000;">Lieber sollten wir in uns selbst schauen,</span> </span></strong></span><strong>denn meist stehen die Kleinigkeiten, die uns auf einmal am Partner stören, nicht für einen Konflikt in der Beziehung, sondern für einen Konflikt in uns selbst.</strong><span style="color: #ff0000;"><strong> </strong></span>Wer schon ein paar Beziehungen geführt hat, wird feststellen, dass sich ab einem gewissen Zeitpunkt oft dieses Gefühl des Genervtseins einstellt &#8211; meist hervorgerufen durch die lange Zeit, die zusammen verbracht wird. Manchmal sind es auch die Kleinigkeiten, die wir am Anfang sexy oder süß fanden, die uns jetzt bis zur Weißglut treiben können.</p>
<p>Die zermürbenden Kleinigkeiten sind die Reflektion unserer eigenen Gedanken. Um die Hürde, die diese Gedanken aufbauen, zu überwinden, müssen wir an uns selbst arbeiten, nicht am anderen. <strong>Denn im Prinzip ist der Partner austauschbar. Er reflektiert das Gefühl, das  mit der Zeit in einer Beziehung in uns selbst auftritt.</strong> Er ist Träger der Emotionen, die wir in ihn gepackt haben. Der Groll, die Unzufriedenheit, die Ungeduld und das Genervtsein.<br />
Den Partner können wir nicht verändern. Wir sollten ihn nicht bitten, anders zu kauen. Wir sollten ihn nicht auffordern, anders zu stehen. Es wird die Situation nicht wandeln. Die Situation, die wir uns selbst ausgesucht haben.<br />
Und nun sind wir unsicher. Wir wägen ab. Natürlich nicht bewusst. Aber unbewusst zeigen uns die störenden Kleinigkeiten am anderen, dass da etwas ist, mit dem wir nicht zufrieden sind. <strong>Unbewusst suchen wir einen Ausweg aus der Langzeitbeziehung.</strong> <em>Kann es das schon gewesen sein? Ist das mein Partner für immer?</em></p>
<p><strong><span style="color: #ff0000;">Aus Verliebt sein wird Liebe, aus Ausgehen wird Zusammen leben. Wir tauschen die Aufregung gegen Vertrautheit, die Neuentdeckungen gegen Erfahrung ein.</span></strong></p>
<p>Wir könnten unsere Beziehung beenden und uns irgendwann auf einen neuen Partner einlassen. Aber das Problem lösen wir damit nicht. Wir verdrängen es. Und nach einer Zeit wird es auch in der neuen Beziehung auftreten.</p>
<p>Stattdessen können wir uns bewusst werden, dass <a href="http://www.annaprinzip.de/2008/12/jaeger-und-sammler/" target="_blank">die Kirsche, die wir ausgesucht haben, genauso saftig ist, wie die in Nachbars Garten.</a><br />
<strong>Wir können uns auf die neuen Gefühle einlassen</strong>, die genauso schön sein können wie die beim ersten Kennenlernen. Sicher sind es nicht dieselben Gefühle &#8211; sie sind eine Entwicklung, die uns zu einem weiteren Kaptitel bringen. <strong><br />
Und diese Gefühle lohnen sich, entdeckt zu werden.</strong></p>
<p><em>Die Liebe lebt von liebenswürdigen Kleinigkeiten.<br />
(Theodor Fontane)</em></p>
<p><span style="color: #ff0000;">The Bride</span></p>
<p><img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/6392e8e70e31461aaba065e5743ce521" width="1" height="1" alt=""></p>


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		<title>The Air You Breathe &#8211; Luft Oder Liebe?</title>
		<link>http://www.annaprinzip.de/2009/05/the-air-you-breathe-luft-oder-liebe/</link>
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		<pubDate>Sun, 24 May 2009 21:35:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>annaprinzip</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ach ich lebe gerade nur von Luft und Liebe &#8230; sagen wir, und meinen damit, dass wir fast nichts brauchen. Die Liebe allein reicht uns schon und dann noch ein bisschen Sauerstoff &#8230; Wie kommt es dann, dass wir uns gegenseitig genau das nehmen? Das sich Luft und Liebe offenbar mal so gar nicht vertragen? [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><img style="border: 3px solid black;" src="/wp-content/uploads/esperame-artikel.bmp" alt="" width="86" height="93" /><br />
</span></p>
<p><em></em><br />
<em>Ach ich lebe gerade nur von Luft und Liebe</em> &#8230; sagen wir, und meinen damit, dass wir fast nichts brauchen. Die Liebe allein reicht uns schon und dann noch ein bisschen Sauerstoff &#8230;</p>
<p>Wie kommt es dann, dass wir uns gegenseitig genau das nehmen? Das sich Luft und Liebe offenbar mal so gar nicht vertragen? Ist Emotion im Spiel, nehmen wir uns die Luft &#8211; können wir frei atmen, leidet die Liebe &#8230; <span id="more-664"></span></p>
<p>Frag mal eine beliebige &#8220;zufriedene Singlefrau&#8221; deines Umfelds. Sie wird sagen: <em>Ach, im Moment hätte ich eh gar keine Zeit für einen Freund.</em><br />
Hat sie den dann aber doch, den Freund, braucht sie auf einmal keine Zeit mehr für irgendwas oder irgendwen sonst. Und er, bitteschön, soll auch keine Zeit für jemand anderen als sie brauchen. Schließlich kann man die Luft doch auch gemeinsam atmen, wenn man sich liebt, oder?</p>
<p>Und bei den Herren bietet sich ein ähnliches Bild. Kaum hat der vormals &#8220;glückliche Single&#8221; (Zitat <em>&#8220;endlich hab ich mal genug Zeit für meine Jungs!&#8221;</em>) eine Dame seiner Wahl an der Angel, fühlt er sich ungeliebt, wenn sie mal nicht direkt ans Telefon geht oder &#8211; Gott bewahre &#8211; einen Tag keine Zeit hat. Klar, sie arbeitet bis spät abends und muss am nächsten Tag früh raus, aber das ist doch alles kein Grund, oder? Schließlich geht es darum, Zeit mit IHM zu verbringen, und das ist doch Glück und Gnade genug, dass er ihr seine Aufmerksamkeit widmet.</p>
<p>Es ist wie die Sache mit den zwei Seelen. <strong>Einerseits wünschen wir uns den Freiraum, brauchen ihn dringend und vermissen ihn schmerzlich, wenn er uns genommen wird. Andererseits nagt es genauso an uns, wenn ein anderer sich genau diesen Freiraum nimmt.</strong><br />
Einerseits fühlen wir uns bedrängt, wenn der andere bereits Urlaube für übernächstes Jahr plant, andererseits fühlen wir uns vernachlässigt, wenn er uns nicht fragt, ob wir ihn nächste Woche zu dieser oder jener Veranstaltung begleiten wollen.</p>
<p>Am Ende läuft es darauf hinaus: Wenn wir es uns aussuchen könnten, würden wir alles bekommen und nichts geben müssen. Keine Verantwortung übernehmen und zugleich in den Genuss aller Vorzüge kommen.<br />
Aber so läuft das Spiel nicht, und wenn wir ehrlich sind, haben diese Wünsche nur den Ursprung unserer eigenen, uneingestandenen Kleinlichkeit. Irgendwann haben wir nämlich gelernt, dass Aufmerksamkeit zu bekommen gleichbedeutend ist mit einem gewissen Wert, den wir innehaben. Wird uns diese Aufmerksamkeit (scheinbar) entzogen, sehen wir unseren Wert sinken und reagieren verschnupft. Wie kann er nur. Warum ist sie eigentlich immer so.</p>
<p><strong>Dabei gibt es wenig Angenehmeres, als ohne Gewissensbisse dem nachgehen zu können, was man gerade gerne machen möchte.</strong> Aufmerksamkeit nicht zu schenken, weil man muss oder sich unter Druck gesetzt fühlt (Stichwort: Gute-Nacht-SMS, anfangs noch eine liebe Geste, irgendwann eine so unverzichtbare wie unbedeutende Alltäglichkeit), sondern einfach, weil man möchte. Sich zu sehen, weil man Lust hat, sich zu sehen, nicht weil man denkt, es sei jetzt wieder an der Zeit. Sich zu küssen, weil man Lust hat, den anderen zu spüren, nicht weil es zum Automatismus geworden ist. &#8220;Ich liebe dich&#8221; zu sagen, weil man es gerade so empfindet, nicht weil es die gewohnte Abschiedsfloskel am Telefon ist.</p>
<p>Doch der erste Schritt zum Atmen ohne Reue ist, den anderen atmen zu lassen, ohne sich selbst unbeachtet zu fühlen oder diese Gefühle auch noch zu vermitteln.<br />
Man kann niemanden ändern, nur sich selbst, heißt es. <strong>Deshalb liegt der Schlüssel zu Luft UND Liebe auch bei uns selbst, nicht beim anderen, der doch endlich mal müsste oder nicht immer sollte oder &#8230; </strong></p>
<p>Den Partner zu zwingen, sich etwa zu melden, in dem man ansonsten unleidlich wird, oder zu Sanktionen greift, ihn auf Entzug setzt, um ihn zu strafen &#8230; ja, sicher, das funktioniert. Aber es ist eine Beziehung, die auf Zwängen basiert. Und wer lässt sich schon gerne zwingen &#8211; und findet das dann auch noch gut?</p>
<p>Jemanden machen zu lassen, was er will, ohne das als Abwertung der eigenen Person zu betrachten, ist eine Herausforderung, für jeden und jede. Aber es wird belohnt. Durch ein entspanntes Miteinander, durch Aufmerksamkeit, die auch so gemeint ist, und damit weit wertvoller als alles, was wir bekommen, weil jemand meint, er sei es uns schuldig (und wir sind uns doch sicher einig, dass Schuld das letzte Prinzip ist, auf dem wir Gemeinsamkeit aufbauen wollen &#8230; )</p>
<p><strong>Fangen wir also umgekehrt an &#8211; nicht bei der Liebe, sondern bei der Luft. Damit wir beides genießen können, einfach so.</strong></p>
<p><em>Sometimes all I need is the air that I breathe and to love you<br />
All I need is the air that I breathe yes to love you<br />
Just to have you now<br />
All I need is the air that I breathe you&#8217;re all I want</em></p>
<p>(The Hollies)</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Esperame</strong></span></p>


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		<title>Don’t let the Sun go down on me – Oder: Great Expectations &#8211; Big Losses</title>
		<link>http://www.annaprinzip.de/2009/04/dont-let-the-sun-go-down-on-me/</link>
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		<pubDate>Tue, 21 Apr 2009 09:17:31 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: 10pt; font-family: Arial;"><img style="border: 3px solid black;" src="/wp-content/uploads/bride-artikel.bmp" alt="" /></span></p>
<p><em>I&#8217;m growing tired and time stands still before me<br />
Frozen here on the ladder of my life</em></p>
<p>Es hätte doch eigentlich so schön sein können: Direkt nach der Arbeit hat sie sich in ihr Auto gesetzt und auf den Weg zu ihm gemacht. Und ausgemalt hat sie sich seit Tagen, wie schön es wird, wenn sie sich endlich wieder sehen. Sie genießt die Fahrt, hört ihre Lieblingsband, singt, beobachtet die Sonne über dem Horizont und ist zufrieden. Mit sich. Mit ihm. Mit den Plänen, die sie in ihrem Kopf geschmiedet hat. Für das Wochenende. Mit sich. Mit ihm. <span id="more-623"></span><br />
So viel können sie unternehmen, so viel können sie reden und so viel können sie sich Zeit nur zu zweit nehmen. Kino, Essen, Waldspaziergang, Party, Einkaufen, Auto waschen, Freunde treffen, die Lieblingsserie gucken, Sex, noch mal Sex und entspannen. &#8230;was war das noch gleich? <strong>Ach ja &#8211; das, was am Ende übrig bleibt, wenn ihre imaginäre Liste von Dingen, die sie so gerne machen würde, bis auf den letzten Punkt abgearbeitet ist.</strong></p>
<p><span style="color: #ff0000;">Hach, das wird so toll</span>, denkt sie und biegt in seine Straße ein. Sie hat die Zeit perfekt abgestimmt, er müsste eben Feierabend gehabt haben und schon zu Hause auf sie warten. Aber als sie klingelt &#8211; beladen mit Dingen in ihren Taschen und ihrem Kopf &#8211; ist keiner da.<br />
<span style="color: #ff0000;">Wieso ist er nicht da? Er müsste da sein!</span> Und wieso bekommt sie jetzt schon ein komisches Gefühl im Bauch? <strong>Es sollte doch alles so sein, wie sie es sich vorgestellt hat.</strong> Er sollte da sein, sie begrüßen und sich freuen, und dann würden sie erstmal im Schlafzimmer verschwinden, und dann würden sie etwas kochen, und dann würden sie noch mal ins Schlafzimmer, und dann würde sie von ihrer Arbeit erzählen und ihm zuhören, und dann würden sie&#8230;<br />
<strong>Aber er ist nicht da, und das Scheppern in ihrem Kopf ist so laut, dass sie glaubt, jeder könne es hören.</strong> Er muss länger arbeiten. Er ist erst in 2 Stunden zu Hause. Aber dann passt alles nicht mehr. Dann passt der Plan nicht mehr, den sie seit Tagen ausgearbeitet hat. Dann passt das Gefühl nicht mehr, das sie seit Tagen erwartet. Und dann passt ihre Vorfreude auf das Geplante eben einfach nicht mehr auf das Ergebnis.</p>
<p>Irgendwie ist sie jetzt auch sauer. Gar nicht auf ihn. Oder doch, ein bisschen. Weil er noch nicht da ist. Weil er ihr jetzt alles kaputt macht. Ihre Erwartung erfüllt sich nicht. Sie hat auch irgendwie gar nicht mehr so große Lust, heute Abend noch wegzugehen. Sie steht erstmal da. Vor seiner Tür. Mit den Taschen in der Hand und dem traurigen Gefühl in der Magengegend.<br />
<span style="color: #ff0000;">Ach, ist doch gar nicht so schlimm</span>, sagt sie sich. Ich räume die Taschen zurück, gehe in die Stadt, kaufe mir ein Eis und vielleicht noch ein Paar Schuhe, dann ist er auch bald da und wir lassen das Essen eben ausfallen oder gehen nur einmal ins Schlafzimmer.<br />
<strong>Aber dieses komische Gefühl bleibt trotzdem. Und obwohl er keine Schuld trägt, ist sie nicht nur sauer auf sich, weil sie mal wieder zu hohe Erwartungen hatte, sondern auch sauer auf ihn. Warum? Darum.<br />
</strong></p>
<p>Und dann streiten sie sich über das Essen, das gekocht werden soll. Sie will keine Nudeln. Die hatte sie gestern schon. Er hat aber schon eingekauft. Es gibt Wochen, da isst sie jeden Tag Nudeln. Dann sind Nudeln jeden Tag völlig in Ordnung. Aber heute will sie keine und macht ihm Vorwürfe, dass er sich nicht gemerkt hat, dass sie letzte Woche schon so oft Nudeln hatte. Warum weiß er das denn nicht mehr? Sie hat es doch erzählt. Sie will lieber Salat. Und nicht mehr sauer sein. <strong>Also packt sie ihre Gefühle aus &#8211; und reicht sie direkt an ihn weiter. In Salatform.</strong></p>
<p>Auf Sex hat sie sowieso jetzt keine Lust mehr. Es hätte so schön sein können. Wenn alles so eingetroffen wäre, wie sie es sich ausgemalt hat. Wenn das Malen-nach-Zahlen-Bild in ihrem Kopf jetzt an den richtigen Stellen verbunden wäre. Und nicht so ein chaotisches Krikelkrakel, mit dem sie jetzt konfrontiert ist. Denn das sollte so nicht sein. Das hat sie anders geplant. <strong>Und weil sie es anders geplant hat, ist sie jetzt nicht zufrieden. Sie ist unbefriedigt und enttäuscht. Von sich. Von ihm. Von der Welt. Von allem.</strong></p>
<p>Sie hätte auch einfach zu ihm fahren und die Dinge auf sich zukommen lassen können. Sie hätte sich überlegen können, was sie gerne machen würde, es aber nicht in Stein meißeln. Und vor allem nicht in ihren Kopf. Und sich nicht tagelang auf die Erfüllung ihrer Erwartungen verlassen. Auf den geraden Weg, der nicht verlassen werden darf.</p>
<p><strong>Aber diese Gedanken sind eben nicht so bewusst, wie wir es uns manchmal wünschen.</strong> Sie schleichen sich über die unbewusste Hintertür in unseren Kopf herein und machen es sich gemütlich. Natürlich mit gepackten Taschen. Denn sie wollen ja eine Weile bleiben.</p>
<p><strong><span style="color: #ff0000;">Ich versuche immer öfter, mit leichtem Gepäck zu reisen.</span></strong> Das ein oder andere Ding mal zu Hause zu lassen und wenn etwas fehlt, eben einfach unterwegs noch das einzupacken, was ich gerade brauche.</p>
<p><em><strong>&#8230;denn auch wenn die Taschen so viel Platz haben, sie müssen nicht immer bis oben hin gefüllt werden.</strong></em></p>
<p><span style="color: #ff0000;">The Bride</span></p>
<p><img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/54b31ebfc9844160b65a119ca9cc273c" width="1" height="1" alt=""></p>


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		<title>Wer rastet der rostet? Oder: Wuseln für Fortgeschrittene</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Apr 2009 09:27:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>annaprinzip</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: 10pt; font-family: Arial;"><img style="border: 3px solid black;" src="/wp-content/uploads/bride-artikel.bmp" alt="" /></span></p>
<p><em>Relax, take it easy. For there is nothing that we can do.<br />
Relax, take it easy. Blame it on me or blame it on you.</em></p>
<p>Während er die Augen verdreht und wohl mal wieder in sich hineinlächelt, zuppelt und zerrt sie immer noch an sich herum. Sie liegt zwar, aber die Decke unten an ihren Füßen ist noch nicht perfekt umgeschlagen. Und oben guckt auch noch ein Stück Arm heraus. Und eigentlich könnte sie doch noch eine zweite Decke über die Füße&#8230;? Und das Kopfkissen sollte auch noch mal kurz aufgeschlagen werden. Hier ist irgendetwas verdreht. Ach mist, jetzt ist auch noch ihr T-Shirt hochgerutscht und irgendwas sitzt beim Slip auch nicht richtig&#8230;<br />
Er legt sich hin, zieht die Decke über sich und&#8230;liegt. Ganz einfach.<span id="more-569"></span></p>
<p>Genauso im Kino. Hinein in den Saal, Reihe gefunden, Plätze ausgemacht, hinsetzen. <strong><br />
Es könnte so einfach sein. Ist es aber nicht. Zumindest nicht für sie.</strong><br />
<em>„Hältst du mal eben mein Popcorn, ich muss meine Jacke ausziehen&#8230;&#8221; </em><span style="color: #ff0000;"> &#8211; Irgendwie schafft er das auch ohne ihr seine gesamten Habseligkeiten in den Arm zu drücken.</span><br />
<em>„Kannst du mal den Ärmel von meiner Jacke hinten hochziehen? Dann kann ich mich in meine Jacke einmummeln; es könnte ja gleich doch etwas kühler werden, dann hab ich sie direkt um die Schultern.&#8221;</em> <span style="color: #ff0000;"> &#8211; Kalt? Er sitzt im T-Shirt und überlegt schon, ob er den Film ohne Schweißausbrüche und Wasserinfusion überleben kann.</span><br />
Als sie zu Ende gewuselt hat und endlich still sitzt, fällt ihr ein, dass sie ja doch ihre Hand auf seine &#8230;oder auf den Oberschenkel? Oder doch am Arm? Irgendwie doch ungemütlich. Kann man hier nicht die Armlehnen hochklappen? Nee, das ist nicht so bequem&#8230;<br />
<em>„Duhuu&#8230;du könntest ja deine Hand hier so auf meinen Oberschenkel und ich halte das Popcorn?&#8221;</em> <span style="color: #ff0000;">- </span><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"> W</span>orum geht es in dem Film überhaupt? Er weiß es nicht, denn das Wiesel neben ihm hat ihn bisher die ganze Zeit abgelenkt.</span></p>
<p><strong>Frauen wuseln gern. Männer manchmal auch. Aber wir müssen zugeben: Meist sind Wiesel doch eher weiblich.</strong></p>
<p><strong><span style="color: #ff0000;">Doch was hat es auf sich, mit dem Wieseln und Wuseln?</span></strong><br />
<strong>Wer wuselt, findet schwer Ruhe. Es gibt immer etwas besseres, gemütlicheres, perfekteres. Das, was man gerade hat, könnte anders sein. </strong>Besser? Schlechter? Vor allem anders. Und natürlich in der Zukunftsvision des Wiesels doch immer besser als schlechter. <strong>Dem Wiesel fällt es schwer, Entscheidungen zu fällen und sich mit der Wahl zufrieden zu geben.</strong> Denn das andere könnte doch eher zu uns passen, perfekter sein.<br />
Die Hand auf dem Oberschenkel ist sicher gemütlicher als auf dem Arm&#8230;<br />
Die Decke kuschelt sich sicher besser einen Zentimeter höher an uns heran als so, wie sie gerade liegt.<br />
<strong>Eins haben alle Wiesel gemeinsam: Es fällt ihnen schwer, das Un-perfekte anzunehmen &#8211; es so zu akzeptieren, wie es ist.</strong> Die Situation so hinzunehmen, wie sie ist und nicht zur Seite zu schielen, weil es dort besser sein könnte. <strong>Auf diese Weise wird der Ist-Zustand nie richtig wahrgenommen, denn der angestrebte Perfekt-Zustand ist der, an dem unsere Gedanken kleben.</strong><br />
So, wie es ist, kann auch das Unperfekte genau richtig für uns sein. Doch wir stecken unsere Energie nicht in das Auffassen und Genießen dieses unperfekten Ist-Zustandes, sondern ins Wuseln und Wieseln nach dem angestrebten Perfekt-Zustand.<br />
Warum nicht einfach mal hinnehmen, dass die Decke da unten ein wenig schief liegt und die Jacke, an der wir lehnen, an einer Stelle verdreht ist?</p>
<p>Wuseln ist anstrengend. Für uns und für unsere Mitmenschen.<br />
Wiesel werden immer wuseln. Aber wer &#8211; auch wenn es nur bei Kleinigkeiten ist &#8211; einmal das Wuseln verringert zugunsten des Annehmens der Situation, so wie sie ist, gewinnt im Gegenzug Stärke. <strong>Stärke über sich selbst und Stärke, das Jetzt klarer wahrzunehmen.</strong></p>
<p><span style="color: #ff0000;">Wiesel aller Länder vereinigt euch und zeigt dem Wuseln, was eine Harke ist!</span><br />
&#8230;oder wie niedlich ihr gucken könnt, wenn ihr denn Mann neben euch mit exzessivem Wuseln mal wieder zur Weißglut getrieben habt.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">The Bride</span></p>
<p><img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/f0f0170ee1e844398ea6902575e6097f" width="1" height="1" alt=""></p>


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		<title>Nonne, Cowboy oder doch Prinz? Der Maskenball der Charaktere.</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Feb 2009 13:08:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>annaprinzip</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Eimol Prinz so sin en Kölle am Rhing. In nem Dreijesteen voll Sunnesching. Dovun han ich schon als kleine Fetz jedräump, eimol Prinz zo sin, suns häste jet versäump.&#8221; Während der eine ein ganzes Leben lang davon träumt, einmal als Prinz im Kölschen Karneval Kamelle vom Wagen zu werfen, halten es die meisten eher bescheiden [...]]]></description>
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<p><em>„Eimol Prinz so sin en Kölle am Rhing. In nem Dreijesteen voll Sunnesching.<br />
Dovun han ich schon als kleine Fetz jedräump, eimol Prinz zo sin, suns häste jet versäump.&#8221;</em></p>
<p>Während der eine ein ganzes Leben lang davon träumt, einmal als Prinz im Kölschen Karneval Kamelle vom Wagen zu werfen, halten es die meisten eher bescheiden und schneidern fleißig an ihrem Kostüm als Feuerwehrmann, Polizist, Katze oder Krankenschwester.<br />
<em>„Und, was wirst du dieses Jahr?&#8221;</em> &#8211; eine Frage, die zur Zeit so häufig gestellt wird, dass wir unsere Antwort bereits im Schlaf aufsagen können.<span id="more-536"></span><br />
<strong>Verkleiden macht Spaß. In eine Rolle schlüpfen, die der eigenen so gar nicht ähnlich ist &#8211; eine Herausforderung. Und endlich ohne Reue und mit ein klein wenig Mut möglich. </strong></p>
<p>In zwei Tagen ist es soweit, dann begegnen sich Clown und Cleopatra, Braut und Bandit und Prinzessin und Polizist. <strong>Eigentlich sind sie Bürofachangestellte, Steuerprüfer, Kellner und Verkäufer, doch heute können sie alles sein. </strong>Verwegen, sexy, draufgängerisch, machohaft und vor allem eins: gut gelaunt und immer offen für eine Begegnung im Gedränge.</p>
<p>Nicht selten sehen wir junge Mädeln mit hohen Stiefeln, kurzen Röcken und noch kürzeren Oberteilen, deren Kostüm wir nur an dem kleinen Schwänzchen am Po und den Katzenohren auf dem Kopf erkennen. Genauso die Jungs, die doch noch einen weiteren Knopf an der Polizeiuniform öffnen und deren Hose etwas enger als gewohnt sitzt (es ist ja ein Kostüm!). Bei beiden Geschlechtern ein klarer Fall von <em>„Endlich kann ich einmal aus mir herausgehen und das tragen, was ich mich sonst nicht so ganz traue&#8230;&#8221;</em><br />
Während ich noch vor kurzem eher abschätzig urteilte <em>„Tolle Verkleidung, großes Kino!&#8221;</em>, denke ich mir jetzt: <strong>Recht haben sie, die Mädels. Und ausziehen sollen sie sich, die Jungs! </strong><br />
Nicht jede/r macht sich gerne hässlich an Karneval. Nicht jede/r schmiert sich gerne Blut ins Gesicht oder versteckt die körperlichen Reize unter dem Riesenpinguinkostüm, das aber so schön warm hält.</p>
<p>Während die Jungs eher Mut zur Hässlichkeit beweisen und in Rollen wie Atze Schröder, Simon Gosejohann mit strammer Radlerhose und Riesenlöres oder Moorleiche schlüpfen, sieht man dies bei Mädels eher selten. <strong>Denn es ist Karneval. Und da möchte man sich doch von seiner schönsten und vor allem verführerischsten Seite präsentieren.</strong> Auch, wenn hier und da ein karnevalistisches Accessoires nicht fehlen darf &#8211; Hut, Glitzer, Hasenohren, Tüll, Herzen, das Kölschglas in der Hand &#8211; so richtig hässlich machen sie sich selten.</p>
<p><strong>Denn während ein Rollenwechsel im Alltag gerade für die Schüchterneren eher schwer ist, können sie im Karneval genau das ausprobieren, was für einige den Weg ebnet, auch nach der 5. Jahreszeit beibehalten zu werden.</strong> Und das ist eben keine Warze, keine Schusswunde oder ein geschmackloses Oma-Outfit. Das ist vielmehr das ein oder andere süße Karnevalszubehör, das sich so den Stammplatz im Kleiderschrank erkämpft hat. Da hängen nun Minirock und bunte Strumpfhose neben den schicken Stulpen und der großen Haarschleife.<br />
<strong>Deshalb sollten wir die Möglichkeit nicht unterschätzen, sich im Karneval auszuprobieren.</strong> Denn nicht jeder gehört zu den Hartgesottenen, die von einem Tag auf den anderen Sneakers mit High Heels austauschen und den körperbetonten Rock statt der lässigen Jeans wählen.</p>
<p><em>„Was ist denn mit dir bitte los?&#8221;</em> sind Fragen, denen man sich in den ersten Wochen stellen muss. Und die man sich automatisch dann auch selbst stellt &#8211; und hinterfragt, ob der Rollenwechsel denn wirklich so dem eigenen Ich entspricht.<br />
Während die einen dies mit einem Lächeln wegstecken, schließen die anderen den abenteuerlichen Vorstoß in einen anderen Stil geknickt wieder weg.</p>
<p>Und gerade deshalb grinse ich nun die Mädels und Jungs, die eben nicht so ganz verkleidet sind, aber mutig zeigen, dass sie Dinge in ihrem Schrank schlummern haben, die sie nun endlich vorführen können, breit an und freue mich, sie in naher Zukunft vielleicht doch mit dem ein oder anderen alaafschen Accessoire auf der Straße zu sehen.</p>
<p><em>„Wat wör dat schönste Dreijesteen. Ohne Jecke stünnte mir em Rähn.<br />
Dröm maht met uns hück eine drop, dann steht janz Kölle Kopp.&#8221;</em></p>
<p><span style="color: #ff0000;">The Bride</span></p>
<p><img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/0489687e1e8d42808dd30e0855b04952" width="1" height="1" alt=""></p>


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		</item>
		<item>
		<title>Allein allein. Nicht nur am Polarkreis – Oder: Ein Loblied aufs Alleinsein.</title>
		<link>http://www.annaprinzip.de/2009/01/allein-allein-oder-ein-loblied-aufs-alleinsein/</link>
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		<pubDate>Tue, 27 Jan 2009 08:11:02 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[The time will come to be blessed. A heart away. To celebrate his loneliness. Allein sein. Für viele ein Graus, für viele ein Alptraum. Alleine zu Hause sitzen. Nicht wissen, was tun. Nicht wissen, was denken. Nicht wissen, was kommt. Sich ständig mit Menschen umgeben, unterwegs sein &#8211; mit Freunden. Nie allein. Nach Hause kommen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: 10pt; font-family: Arial;"><img style="border: 3px solid black;" src="/wp-content/uploads/bride-artikel.bmp" alt="" /></span></p>
<p><em>The time will come to be blessed.<br />
A heart away.<br />
To celebrate his loneliness.</em></p>
<p>Allein sein. Für viele ein Graus, für viele ein Alptraum.<br />
Alleine zu Hause sitzen. Nicht wissen, was tun. Nicht wissen, was denken. Nicht wissen, was kommt.</p>
<p>Sich ständig mit Menschen umgeben, unterwegs sein &#8211; mit Freunden. Nie allein. Nach Hause kommen, die Wohnungstür hinter sich schließen und&#8230; Ja, und dann?<br />
Allein sein. Irgendetwas fehlt; die Interaktion, der rasante kommunikative Schlagabtausch, das Ablenken von sich selbst.<span id="more-517"></span></p>
<p><strong>Viele können nicht allein sein, wollen immer umgeben sein von Menschen. Langweilen sich allein zu Hause, wissen nichts mit sich selbst anzufangen.</strong></p>
<p><em>„Wie, du warst alleine im Kino?&#8221;<br />
„Wie, du gehst alleine in den Park? Ist das nicht langweilig?&#8221;<br />
„Warum bleibst du denn am Wochenende alleine zu Hause?&#8221;<br />
„Alleine? Bist du krank?&#8221;</em></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Das Positive am Alleinsein erschließt sich ihnen nicht. </strong></span></p>
<p>Vielleicht liegt es an ihrer Unfähigkeit, etwas mit sich selbst anzufangen;<br />
Vielleicht ist es die Angst vor den Gedanken und Gefühlen, die beim Beschäftigen mit dem eigenen Ich zu Tage gefördert werden;<br />
Vielleicht sind es Gefühle des Einsamseins &#8211; ein negativ empfundenes Alleinsein, bei dem man sich isoliert von anderen fühlt, und es einem schwer fällt, das zu teilen, was in einem ist.</p>
<p>Langweile &#8211; was ist das?<br />
<strong>Alleine zu Hause: Eine Möglichkeit zu so vielem &#8211; aber nicht Langweile. </strong><br />
Eine Möglichkeit, nachzudenken. Erlebnisse reflektieren, mit sich selbst klarkommen, die eigenen Ideen umsetzen; sei es beim Lesen, beim Schreiben, beim Aufräumen, beim Spülen, beim Bügeln, Duschen oder Trainieren.<br />
<strong>Im Prinzip bin ich nie allein.</strong> Denn meine Gedanken können immer auf große Fahrt gehen, unterwegs sein, sich verirren und wieder zurückkommen.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Wer das Allein sein nicht leben kann, verzichtet auf die einzigartige Möglichkeit, sich selbst näher zu kommen als beim morgendlichen Toilettengang.</strong></span><br />
Ereignisse Revue passieren zu lassen ist extrem wichtig für eine Weiterentwicklung.<br />
<strong>Denn du lebst nicht nur im Jetzt, du bist auch deine Vergangenheit.</strong> So, wie du heute bist, bist du nur aufgrund deiner Erfahrungen &#8211; und aufgrund der Kommunikation mit dir selbst.<br />
Sich in der Vergangenheit verlieren &#8211; <em>„Ach, früher war es doch viel schöner, als&#8230;&#8221;</em> &#8211; ist nicht der richtige Weg. Im Gegenteil: <strong>Die Vergangenheit annehmen und aus ihr heraustreten, um den nächsten Schritt ins weitere Leben zu gehen, das ist ein Lohn des Alleinseins. </strong></p>
<p>Sicher ist es schön und erfüllend, sich mit Menschen, die einem etwas bedeuten, zu umgeben. Es ist vielmehr notwendig.<br />
<strong>Denn aus der Interaktion mit anderen gedeiht das eigene Ich.</strong> Wenn aber die ausgleichende Zeit für sich &#8211; allein zu Hause, allein unterwegs, alleine im Bett, allein am Strand, allein im Park &#8211; ausbleibt, kommt das Ich nicht zur Ruhe.</p>
<p><strong><span style="color: #ff0000;">Und genau dann erschließt sich das Positive am Alleinsein.</span></strong></p>
<p>Vielleicht ist es die Möglichkeit, sich genau so zu verhalten, wie man selbst möchte &#8211; ohne Rücksicht auf andere und vor allem ohne Rücksicht auf das, was andere darüber denken könnten;<br />
Vielleicht ist es die Möglichkeit, sich die eigenen Gedanken bewusst zu machen;<br />
Vielleicht ist es die Möglichkeit, einfach abzuschalten und zu entspannen.</p>
<p><strong>Und vielleicht ist es die Erkenntnis, dass das bewusste Alleinsein einem genauso viel geben kann wie die Menschen um einen herum.</strong></p>
<p><em>Was ich geleistet habe, ist der Erfolg des Alleinseins.<br />
(Franz Kafka)</em></p>
<p><span style="color: #ff0000;">The Bride.</span></p>
<p><img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/fd11a2a4260c41208e5ab8eb3e290f5f" width="1" height="1" alt=""></p>


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